Saskia Rakete springt bei der DM aufs Treppchen

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Saskia Rakete als DM-Dritte mit Pokal und Urkunde.

RÜNTHE - Ein Wechselbad der Gefühle erlebte Ringerin Saskia Rakete bei den deutschen Jugendmeisterschaften in Mecklenburg-Vorpommern. Die erst 14-Jährige aus Rünthe stand in der Gewichtsklasse bis 65 Kilogramm kurz vor dem Einzug in den Kampf um Gold, ehe Gegnerin Sabrina Ruh das Blatt noch wendete.

Der Frust war zunächst groß, doch Saskia Rakete kämpfte im „kleinen Finale“ wie eine Löwin, holte sich die Bronzemedaille. Nach Platz zehn und fünf in den Vorjahren steigerte sich das große Talent weiter. WA-Mitarbeiter André Wagner sprach mit der jungen Ringerin.

Im Halbfinale hast du schon deutlich geführt, dann aber noch verloren. Wie hast du diese entscheidende Kampfphase erlebt?

Saskia Rakete: Ich weiß selbst nicht so genau, wie ich den Kampf noch aus der Hand geben konnte. Bundestrainerin Alexandra Engelhardt hat zugeschaut. Deshalb war ich schon aufgeregt und angespannt. Vielleicht war der Druck auch zu groß. Denn als der erste Frust weg war, habe ich im Kampf um Bronze ja wieder meine Leistung gezeigt. Mit dem dritten Platz bin ich richtig glücklich.

Was steht in der Saison als nächster Höhepunkt auf dem Programm?

Rakete: Ich hoffe noch, dass ich in den Osterferien zu einem Lehrgang nach Schweden eingeladen werde. Dort soll das Ticket für die Europameisterschaft ausgerungen werden. Pro Gewichtsklasse vertritt eine Ringerin dann Deutschland.

Apropos Gewicht. Ist es für dich eigentlich schwer, in der Klasse bis 65 Kilogramm zu bleiben?

Rakete: Ich muss manchmal aufpassen, dass ich nicht hochrutsche. Es kommt schon vor, dass ich kurzfristig zwei Kilogramm abnehmen muss. Aber wenn ich nicht essen darf, kriege ich immer schlechte Laune (lacht). Vor allem auf Schokolade verzichte ich nur ungern.

Welchen Anteil am Erfolg hat der Vereinswechsel zum KSV Witten?

Rakete: Die Bedingungen sind dort besser als in Kirchlinde, die Trainingspartner stärker und wir treten häufiger bei Turnieren an. Das hat einen Leistungssprung bewirkt.

Du trainierst fünfmal die Woche, hast dazu noch Lehrgänge am Wochenende Fällt es dir manchmal schwer, dich zu motivieren?

Rakete: Klar, gerade in dieser Woche fühlte ich mich nach den Deutschen Meisterschaften richtig schlapp. Da wollte ich mich eigentlich lieber ausruhen. Aber die Trainer sind dann nicht allzu streng mit mir. Der Sport muss immer Spaß machen.

Spürst du schon Druck, wenn Experten dir aufgrund deines jungen Alters eine große Zukunft im Ringen vorhersagen?

Rakete: Ich muss mich weiter entwickeln, meine Techniken verbessern. Das geht am besten ohne Druck und der Rest kommt dann von ganz alleine.

Im Alter von 16 Jahren hättest du die Möglichkeit, ins Ringer-Internat nach Freiburg zu gehen.

Rakete: Das kann ich mir im Moment nicht vorstellen. Soweit weg von zu Hause. Auch wenn Mädchen dort gut gefördert werden, besonders im beruflichen Bereich. Mein Berufswunsch ist Polizistin.

Worauf freust du dich noch in dieser Saison?

Rakete: Wenn ich mein Praktikum beendet habe, werde ich einmal pro Woche nach Dormagen zum NRW-Leistungszentrum fahren und dort unter der Bundestrainerin trainieren. Ende Mai steigt dort auch der Große Preis von Deutschland mit vielen Ringerinnen aus dem Ausland.

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