In der Landesliga 4

Remis im Derby WSC gegen SVH hinterlässt gemischte Gefühle

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Gejubelt wurde nur während des Spiels  - wie hier Herberns Whitson nach seinem 2:1-Treffer.

Werne -  Nach dem Schlusspfiff am Freitagabend um 21.49 Uhr gab es keine jubelnden Spieler. Das 2:2 im Landesliga-Derby zwischen dem Werner SC und dem SV Herbern hinterließ auf beiden Seiten gemischte Gefühle.

„Im Moment fühlt sich das nicht wie ein Punktgewinn an“, sagte WSC-Kapitän Joel Simon unmittelbar nach dem Abpfiff – und das trotz des späten Ausgleichs durch den Doppel-Torschützen Robin Przybilla.

 Denn in der Nachspielzeit vergab der junge WSC-Angreifer aus Werne, der im Sommer von der A-Jugend der Hammer SpVg in den Lindert kam, nach einem langen Diagonalball von Oh freistehend aus zehn Metern per Volleyschuss sogar den Siegtreffer, als der den Ball nicht richtig traf und dieser um Zentimeter neben das Gehäuse des SVH-Keepers Sven Freitag vorbei lief. „Aber frag’ mich noch mal in zehn Minuten“, hatte sich Simon dann eigentlich doch gedanklich mit dem Remis angefreundet.

 Doppel-Torschütze Robin Przybilla wird dabei im Werner Angriff immer mehr zum entscheidenden Faktor. Der hoch veranlagte junge Angreifer, der bereits in der Rückrunde der vergangenen Saison für den Oberligisten Hammer SpVg auf dem Platz stand und nur wegen seines Studiums zwei Klassen tiefer zum Sport Club wechselte, erzielte die letzten vier Tore für sein seit vier Saisonspielen ungeschlagenes Team. 

"Moppel" Runde: Erst Co-Trainer, dann Siegtor vorbereitet

Dass Przybilla überhaupt zum 2:2 kam, lag an einem früheren Herberner. Nach 80 Minuten kam Mondrian Runde, der bis dahin seinem Trainer Lars Müller an der Seitenlinie assistiert hatte, für den frech aufspielenden Youngster Niclas Beckerling auf den Platz. Als der trickreiche Dribbler Runde zu einem 40-Meter-Sololauf durch das Mittelfeld ansetzte, um später Przybilla vor dem 2:2 mit einem tollen Steilpass zu bedienen, schüttelte er dabei alle Gegenspieler ab. 

Fußball-Derby Werner SC - SV Herbern

Hier monierten später Gäste-Trainer Holger Möllers und auch Offensivspieler Sebastian Schütte mangelnde Cleverness bei ihrem Team. „Werne hat diese Läufe von uns unterbunden. Wir haben es in der Situation nicht gemacht. Wenn ich keine Gelbe Karte habe... Ich will ja nicht , dass sie einen umhauen...“, hätte Möllers ein taktisches Foul im Mittelfeld durch Halten in Kauf genommen. „Eine abgewichste Mannschaft bringt so etwas über die Runden. Wir haben viele junge Spieler und irgendwann kommen die dahin“, führte Möllers weiter aus.

 Das intensiv und emotional geführte Mittelfeldduell der Tabellennachbarn war vor der Pause in zwei Hälften geteilt. Die Gastgeber hatten zunächst überhaupt keinen Zugriff und lagen früh mit 0:1 nach dem unglücklichen Eigentor von Dennis Seifert zurück (5.). Glück hatte der Gastgeber, als Sebastian Treppe den Kopfball von Simon Mors aus fünf Metern parierte (9.). 

„Die haben sich hinten rein gestellt und wir haben den Ball laufen lassen. Man hat gesehen, dass wir Qualität haben im Passspiel“, erkannte Möllers. Nach 20 Minuten wurde der Sport Club aber mutiger und störte den Gast früher im Spielaufbau. So wurde die Partie ausgeglichener mit einem optischen Übergewicht für die Hausherren, die sich förmlich in das Spiel hinein gebissen hatten. 

Nach den ersten Versuchen durch Jannik Prinz aus der Distanz und einem Abseitstor von Jussef Saado kam der Ausgleich durch den Distanzschuss von Przybilla nach 29 Minuten nicht mehr wie aus dem heiteren Himmel. Herbern steigerte sich wieder und die Partie war bis zur Pause ausgeglichener. „In der zweiten Halbzeit haben wir noch einmal eine Schüppe draufgelegt“, sagte Möllers. Sein Team schnürte den Sport Club ein und hatte ein deutliches Chancenplus. Schütte und Scholtysik vergaben aber beste Chancen, ehe Whitson Fereira dos Santos im ersten Spiel nach seiner Rot-Sperre (gegen Gemen) sehenswert aus 25 Metern zum 1:2 in den Winkel traf (78.). 

Doch in der Schlussphase drängte der Sport Club auf den Ausgleich, ohne klare Chancen zu bekommen – bis eben Runde unwiderstehlich durchs Mittelfeld marschierte, Przybilla im Strafraum Keeper Sven Freitag umkurvte und zum 2:2 ins leere Tor traf. Nun dürfen sich alle Beteiligten auf das Rückspiel am 24. März 2019 in Herbern freuen – und der WSC muss mindestens bis dahin weiter auf den ersten Derbysieg überhaupt warten.

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