Cowboys auf der Sunray Ranch

Kleines Mädchen auf großem Pferd: In der Führzügelklasse ritt Leonie Klotz auf Raissa.

BERGKAMEN - Am Wochenende wehte wieder ein Hauch Wilder Westen durch Overberge: Über 200 Reiter waren zum Qualifizierungsturnier für die Deutsche Meisterschaft der Westernreiter auf die Sunray Ranch gekommen.

Ein Teil der Pferdewiesen an der Friedhofsstraße hatte sich schon am Donnerstagabend in eine kleine Zelt- und Caravanstadt verwandelt. Die Teilnehmer und Zuschauer kamen aus allen Teilen Deutschlands zu der bei den Westernreitern sehr begehrten, dreitägigen Qualifizierungsprüfung nach Bergkamen.

Dass in Overberge geprüft wird, können die Pferdefreunde dem mehrfachen Deutschen Meister und Europameister im „Reining“, einem Wettbewerb im Westernreiten, verdanken. Schon als Kind hat sich Albert Schulz mit dem Pferde-Virus infiziert. „Meine Eltern sind mit mir damals oft zu Pony-Ranchen gefahren“, sagt der Betreiber und Besitzer der Sunray Ranch. „Ich war begeistert von der besonderen Reitweise, bei der am losen Zügel mit Schenkel- und Gewichtshilfen geritten wird“, sagt der 54-Jährige. Der Stil ist von der Arbeitsreiterei der amerikanischen Cowboys abgeleitet worden. „Die Westernreiterei sieht somit in den Pferden vorrangig den Arbeitskameraden“, sagt Schulz, wobei die Betonung auf Kameraden liegt.

Die Königsdisziplin ist das „Reining“ nach Amerikanischer Dressur. In dieser Klasse ist Schulz Experte und Trainer. Mit seinem ersten, vor 30 Jahren selbst gekauften Pferd Sunray in May begann er seine e Reiter-Karriere. Heute ist die immer noch lebende Stute „Sonnenstrahl“ nicht nur der Namensgeber der Ranch. Sie legte auch den Grundstein zur hauseigenen Pferdezucht. „Man nimmt zum Züchten immer gute Stuten. Der Hengst ist egal, da sich Stuten besser vererben als Hengste“, sagt Schulz.

Sunray hat bereits acht Fohlen bekommen. „Das sind heute alles sehr erfolgreiche Western-Reit- und Zuchtpferde“, sagt Schulz, der rund 100 Tiere selbst gezüchtet hat. „Die tragen alle das SR für Sunray in ihrem Namen“, sagt Schulz, der die beiden Initialen als sein Markenzeichen sieht.

Und das gibt es schon seit 1991. Denn am 15. April 1991 kaufte sich der gelernte Immobilienkaufmann die Ranch an der Friedhofsstraße 26 und erfüllte sich damit einen Kindheitstraum.

Schon seit 1992 richtet er dort Westernreitturniere aus. Später bewarb er sich um das Qualifikationssturnier zur Deutschen Meisterschaft und erhielt von der EWU den Zuschlag. Gerne würde er auch die Deutsche Meisterschaft ausrichten. „Doch dafür ist unsere Anlage leider zu klein“, sagt Schulz. Allerdings reicht sie für die Landesmeisterschaft, die so regelmäßig in der Nordbergstadt Station macht.

Möglich ist das Ganze Engagement für den Westernreitsport nur, weil die ganze Familie hinter Schulz steht. Seine Frau Doris kümmert sich ums kulinarische Geschäft, während seine Tochter Ann-Kathrin (22) erfolgreich in die Fußstapfen des Vaters getreten ist und selbst schon Westernreiter ausbildet. Die gelernte Pferdewirtin hat bereits jetzt schon das goldene Westernreitabzeichen inne, was Schulz nicht wundert.

Eher Reiten als Fahrrad fahren

„Die konnte eher Reiten als Fahrrad fahren“, sagt Schulz. Sohn Albert Junior absolvierte eine Lehre zum Heizungsbauer. Doch der 26-Jährige war bereits als Jugendlicher ein erfolgreicher Westernreiter. Heute hilft er beim Stallbetrieb der Familie mit.

Der Geschäftsbetrieb der Ranch besteht aus verschiedenen Facetten: Ausbildung von Pferd und Reiter, Zucht, Deckstation, Turniergeschäft, spezielle Kurse, Gastronomie und Verkauf von Westernreit-Zubehör, das Schulz aus den USA importiert. - tow

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