Wackers Nationenpreis-Sieg weckt sogar Hoffnung auf EM

Kathrin Wacker mit Pony Moglie und einigen Andenken von ihrer Nationenpreis-Premiere im französischen Saumur.  Foto: Gudra

WERNE -  Die Überraschung ist gelungen in der Nacht auf Montag. Als das Gespann mit den Wackers und Pony Moglie an Bord in Südkirchen eintrifft, begrüßt über der Hofeinfahrt ein großes Transparent, geschmückt mit Goldenen Schleifen, die Siegerin des Nationenpreises von Saumur (Frankreich). „Haben Oma und Opa, meine Tante und mein Onkel für mich gemacht“, freut sich Kathrin Wacker.

Die 15-Jährige vom RV St. Georg Werne hat bei den Wettbewerben in der Pferdestadt an der Loire internationale Klasse in der Pony-Dressur verkörpert. In allen drei Wettbewerben ist sie nicht schlechter als auf Rang vier platziert – und neben Europameisterin Phoebe Peters aus Großbritannien und ihren Teamkolleginnen Semmieke Rothenberger und Maike Mende überragende Reiterin.

„Ich habe mir alle drei Runden auf Video angeschaut. Und alle waren richtig gut“, sagt Kathrin Wacker, die sich von Prüfung zu Prüfung gesteigert hat – auf letztlich sogar 74 Prozent.

Ihr 14-jähriges Pony Moglie – ein Erfolgsgarant. Stärken? „Ich kann über alles nicht meckern“, sagt Kathrin, „aber der Galopp ist schon außergewöhnlich.“ Die Nervenstärke auch: „Egal, ob es regnet, stürmt oder total heiß ist, der läuft seine Prüfung und lässt sich nicht beirren.“

Als sie in Saumur ihre Nationenpreis-Aufgabe reitet, setzt Regen ein: „Die Zuschauer haben ihre Schirme aufgespannt, aber das hat ihn gar nicht gestört.“ Bei sensibleren Vierbeinern, und davon gibt es auf dem Viereck nicht wenige, hätte es den Fluchtreflex ausgelöst. Moglie aber hat größtes Vertrauen und sorgt mit seiner Gelassenheit auch dafür, dass die Winzigkeit von einem halben Punkt den gesamten Wettbewerb zu Gunsten des deutschen Teams entschieden hat.

Tolle Zugabe: Platz drei für Kathrin in der Einzelwertung. Als Vierte des zweiten Tages qualifiziert sie sich für die abschließende Kür. „Und da weiß man ja nie, wie die Musik so ankommt“, sagt sie.

Aber die internationale Jury findet die Auswahl offenbar passend: „Somebody that I used to know“ von Gotye und „Summertime Sadness“ von Lana del Rey für die Schrittpassagen, „M&F“ von den Ärzten für die Trabsequenzen und „World in our hands“ von Taio Cruz für den Galopp bringen Moglies Stärken offenbar gut zur Geltung. Auch hier: Platz vier.

Für Moglie ist am Tag nach der Rückkehr Auslaufen, Weidegang und Chillen in der Box angesagt. In Kürze wartet bereits der Preis der Besten auf ihn. „Danach“, sagt Kathrin Wacker, „ist noch nicht viel geplant. Mal sehen, wie Frau Endres (die Bundestrainerin, d. Red.) das sieht und was sich so ergibt.“

Parallel arbeitet sie bereits mit zwei gerade 7-jährigen Pferden auf die Zukunft hin – im Springsport.

Am Ende der Sichtungskette steht die Europameisterschaft in Irland. „Wenn das klappen würde, wäre das natürlich ein toller Abschluss meiner Ponyzeit“, sagt Kathrin, aber auch: „Wir haben viele sehr gute Ponyreiter. Wenn es nicht klappen würde, könnte ich deshalb auch nicht sagen, dass ich darüber so maßlos enttäuscht wäre.“

Abschlussbilanz nach dem ersten Nationenpreis: „Es war schon ein tolles Erlebnis“, sagt Kathrin Wacker, auch von den Zuschauern her: „Es war jetzt nicht halb Frankreich da, aber schlecht besucht war es nicht.“

Die Idee, an den Turniertagen im Lkw und in einem Wohnwagen zu leben, sei goldrichtig gewesen, denn: „Es ist viel schöner, wenn man immer direkt am Turnierplatz ist.“ Die touristischen Reize Saumurs haben sie übrigens nicht erreicht: „Das“, sagt Kathrin, „ist eher etwas für meine Eltern gewesen.“ - gu

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