Erste Teilnahme bei Europameisterschaft

Josephine Schulze-Bisping freut sich auf das Abenteuer in Frankreich

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Strahlende Gesichter schon bei der Einkleidung für die Europameisterschaft kurz vor der Abfahrt nach Frankreich: Josephine Schulze Bisping (unten, zweite von rechts) freut sich mit ihren Mitstreitern Alina Dibowski (links), Calvin Böckmann (links), Brandon Schäfer-Gehrau, Greta Busacker (rechts) und Anna-Lena Schaaf.  

Werne - Für Josephine Schulze-Bisping aus Werne wird es ernst. Seit Donnerstag sind die Teilnehmer(innen) an den Europameisterschaften der Dressur-, Spring- und Vielseitigkeitsreiter (U18, U21), die in Fontainebleau im französischen Department Saine-et-Marne stattfinden, in Warendorf zusammen. 

Sie absolvieren dort bis zur Abfahrt am Sonntag ein straff geschnürtes Programm. „Ich freue mich schon seit der Nominierung und habe gehofft, dass die Zeit schnell umgeht – und dann ging sie ganz schnell um...“, sagt die 16-jährige Vielseitigkeitsreiterin vom RV St. Georg. 

Die Tage vor der Zusammenkunft beim Deutschen Olympiade-Komitee für Reiterei (DOKR) in Warendorf waren prall gefüllt mit vorbereitenden Tätigkeiten. Es gab vieles zu beachten: „Wir mussten für fast alles Ersatzsachen mitnehmen, zum Beispiel einen zweiten Satz Hufeisen. Oder zusätzliche Desinfektionsmittel, das war überall mehr als üblich“, sagt die Reiterin, die ihre To-do-Liste penibel abgearbeitet hat. 

Gestern wurde sie zusammen mit den Kolleginnen und Kollegen mit dem roten Dress für die Championatsreiter eingekleidet – ein ganz sicheres Zeichen dafür, dass etwas Großes ansteht. 

Der Freitag verging wie im Flug: Einkleidung am Morgen, Fototermin um acht Uhr, anschließend Geländetraining und Vet-Check für ihren 4-beinigen Kollegen Abke’s Boy, Mittagessen, eine sogenannte Sportlereinheit in Zusammenarbeit mit der Sportschule der Bundeswehr, dann Abendessen und vielleicht ein bisschen Freizeit auch zur Teambildung. 

„Die Tage hier sind schon sehr durchgeplant“, sagt Josephine Schulze-Bisping. Und so kommt keine Langeweile auf, bis die Pferde am Sonntag gegen 22 Uhr vom Hof gefahren werden. Insgesamt sind es, Diszplinen übergreifend, mehr als 80 Vierbeiner, die in mehreren Fahrgemeinschaften die etwa 700 Kilometer bis in das Bilderbuchstädtchen, südlich von Paris gelegen, zurücklegen müssen. Zuvor werden sie natürlich noch einmal von den Veterinären durchgecheckt. 

Die Reiter folgen am nächsten Morgen bereits gegen fünf Uhr in diversen Teamfahrzeugen. Auch bei den „Buschreitern“ sind es je Altersklasse sechs Reiterinnen und Reiter. Jeweils vier von ihnen werden für das Team nominiert, zwei weitere starten für die Einzelwertung. 

„Wer in der Mannschaft ist, erfahren wir erst in Frankreich. Das entscheidet der Bundestrainer nach den letzten Eindrücken und man muss ja auch schauen, wie die Pferde die Fahrt überstanden haben“, sagt Schulze-Bisping, die für den U18-Wettbewerb mit dem 15-jährigen Routinier Abke’s Boy (Oldenburger Wallach von Abke) ein Pferd zur Verfügung hat, das unter Pauline Knorr bereits zweimal EM-Erfahrung gesammelt hat. 

Unter Druck gesetzt sieht sich die Wernerin für die Titelkämpfe nicht – auch nicht davon, dass mit Maike Moormann, Anna Richter und Josephine Wilms bereits drei „Buschreiterinnen“ aus ihrem Heimatverein EM-Gold mit dem Pony oder bei den Junioren und Jungen Reitern mit nach Hause gebracht haben. 

„Ich werde versuchen, mein Bestes zu geben. Für mich ist es schon eine Ehre, dass ich mitfahren darf“, sagt die Schülerin. Und wenn es keine Medaille werden sollte, sei das auch kein Problem. Unter einer Voraussetzung: „Ich bin dann zufrieden, wenn ich mit meiner Leistung zufrieden bin.“ 

Gut vorbereitet sind das Pferd und die Reiterin allemal. Schulze-Bisping geht neben dem Reiten noch ins Fitnessstudio oder zum Laufen. Eine sehr gute Fitness sei extrem wichtig, denn: „Du musst in den acht Minuten im Gelände vom Anfang bis zum Ende hellwach sein. Und wenn du keine Kraft mehr hast, dann wird es gefährlich zum Schluss hin. Denn dann wartet noch die eine oder andere schwierige Aufgabe auf dich.“

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