Werner Vielseitigkeitstage werden von Jahr zu Jahr internationaler

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Der beste Europäer bei den U21-Reitern, Elmo Jankari, zurzeit im Stall von Frank Ostholt und der Olympia-Zweiten Sara Algotsson-Ostholt beheimatet, und die Weltranglisten-Vierte Ingrid Klimke mit ihrer Nachwuchshoffnung Makalali. - Fotos: Gudra

WERNE -  Manchmal, aber auch nur manchmal, ist Heinrich Schwert, ein ausgewiesener Experte für das „Buschreiten“, noch zu überraschen: „Ich hab’s erst nach Turnierende erfahren“, sagt der Gastgeber bei den Werner Vielseitigkeitstagen mit Blick auf die Ergebnislisten.

Denn mit dem Finnen Elmo Jankari bewegte sich der amtierende U21-Europameister fast unbemerkt über die Anlage in Ehringhausen. Das Gegenteil: Ingrid Klimke. Auf Schritt und Tritt folgten ihr viele Augenpaare.

Die 46-Jährige aus Münster nimmt es professionell gelassen hin, nutzt natürlich auch die Öffentlichkeit für ihre Zwecke. Ihren Fans teilte sie gleich via Facebook den Erfolg in Werne mit dem 4-jährigen Trakehner-Hengst Königssee mit: „Ich bin happy und stolz auf den kleinen Mann!“

Der hatte mit der Wertnote 8.0 eine Eignungsprüfung mit Geländehindernissen gewonnen. Und seine Reiterin mit ihrem Eintrag ruckzuck 3 667 Likes und sogar eine Lobhudelei aus dem fernen Australien in der Kommentarbox.

Als die Technischen Delegierten und Richter ihre Nachbesprechung beendet hatten und gut zwei Stunden nach Turnierende auch die letzten Arbeiten erledigt waren, da hat Ingrid Klimke dem gesamten Team erst einmal einen Umtrunk spendiert. „Weil sie so gut aufgenommen worden ist“, sagt Heinrich Schwert. Und weil sie am Samstag auch unter Turnierbedingungen ihre Top-Pferde trainieren durfte, gab es ein Präsent obendrauf.

Ingrid Klimke und ihr Mann Andreas hatten auch noch reichlich Zeit mitgebracht und ließen mit den Wernern den Tag ausklingen. „Da fällt natürlich der Druck von einem ab“, war auch Heinrich Schwert mit dabei. „Die Letzten“, sagt er, „waren wohl um Mitternacht noch da.“

Da dürfte auch bei den meisten beteiligten Reitern das Licht im Stall längst erloschen sein. Ob Elmo Jankari oder seine Landsfrau Sana Siltakorpi, der Schweizer Felix Vogg, Nummer 151 der Weltrangliste, der Japaner Daiki Chujo oder die Italienerin Giulia Argenziano – auch sie mussten den weiten Weg in die Heimat mit ihren Pferden nicht nehmen. Sie arbeiten und trainieren in Westfalen, bevorzugt in den Ställen der Top-Stars Andreas Ostholt und Dirk Schrade. Auch sie schätzen ein kleines und feines Turnier wie das in Werne. Und es werden von Jahr zu Jahr mehr Nationen – dieses Mal waren es neun. „Und mit Bayern eigentlich zehn“, scherzt Heinrich Schwert, fragt sich aber, ob nicht eventuell – und dies vor allem für die Aufgaben in der Dressur – bald Dolmetscher verpflichtet werden müssen. Die meisten Reiter aber kriegen’s mit Englisch hin. Wie sagte doch die Finnin Peltokangas: „I’m Vera. I need two new shoes für my horse, please.“ Und jeder weiß: Ihr Pferd hat zwei Eisen verloren. Es braucht den Hufschmied. - gu

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