Jan Tschernoster für die Rad-WM nominiert

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RJan Tschernoster vom RSC Werne darf sich über seine Nominierung zur Weltmeisterschaft freuen.

WERNE - Jan Tschernoster im Glück: Der 18-jährige Radrennfahrer des RSC Werne hat das WM-Ticket de facto sicher. Bundestrainer Wolfgang Ruser nominierte ihn neben Lennard Kämna (Cottbus) und Sven Reutter (Rottenburg) für das Einzelzeitfahren im Rahmen der Junioren-Weltmeisterschaft im spanischen Ponferrada.

„Ich habe Jan Tschernoster vorgeschlagen. Das Präsidium muss diese Entscheidung noch bestätigen. Das ist aber nur Formsache“, erklärte Wolfgang Ruser auf WA-Anfrage. Damit setzte sich der Bergkamener im Trikot des RSC Werne gegen seinen Konkurrenten um den dritten Startplatz, Jonas Bokeloh (Hannover) durch, der aber sowieso für den Straßenwettbewerb nominiert wurde. Die Freude war natürlich riesengroß beim Nachwuchsfahrer. Jan Tschernoster: „Das ist ein Traum, absolut. Damit habe ich vor der Saison nicht mit gerechnet, dass es so weit geht. Das ist die Bestätigung dafür, dass es sich lohnt, das konsequent durchzuziehen.“

Der Bundestrainer ist voll des Lobes

Bundestrainer Ruser hat Tschernoster schon lange im Visier. „Er ist jung und noch relativ unerfahren. Aber Jan hat sich enorm verbessert, nachdem er sein Training umgestellt hat. Der Sieg in Niedersachsen war beeindruckend. Ich bin mir sicher, dass er langfristig auch international erfolgreich sein wird“, so der 54-jährige Trainer aus Magstadt.

In Ponferrada traut er Jan Tschernoster zu, „in die Top 20 zu fahren“. Bis zum Flug nach Spanien am 19. September wartet auf den angehenden Weltmeisterschafts-Fahrer noch ein Einzelzeitfahren in Berlin und noch ein Vorbereitungslehrgang in Sindelfingen.

Jan Tschernoster präsentierte sich zuletzt am Wochenende beim Grand Prix Rübliland in der Schweiz, eines der bedeutensten europäischen Etappen-Rundfahrten für Junioren. „Das diente in diesem Jahr für viele und für uns natürlich auch als WM-Vorbereitung“, sagt er.

In der Gesamtwertung belegte der 18-Jährige den 47. Platz unter 132 Fahrern. „Damit bin ich natürlich nicht zufrieden“, sagt Tschernoster, hat aber einen Grund für sein Abschneiden: „Ich bin angeschlagen aus Italien zurückgekommen und konnte zwei Tage nicht trainieren.“ Der Infekt, den sich der Fahrer des RSC 79 bei den Rennen in Bergamo geholt hatte, machte sich auch bei den Rennen in der Nähe von Zürich bemerkbar.

So hatte er beim Zeitfahren, bei dem er sich für die Weltmeisterschaft präsentieren sollte, Probleme mit der Luft. „Das war mittelprächtig. Ich bin mit anderen Ansprüchen gestartet als mit dem, was dabei herumgekommen ist.“ Platz 19 stand nach 9,3 Kilometern und einer Zeit von 12:15,86 Minuten zu Buche. Das waren 47,24 Sekunden mehr als der dänische Sieger Niklas Larsen benötigt hatte.

Gesamtsieger dieser Tour mit drei Etappen über 98, 87 und 111 Kilometer sowie dem eingeschobenen Zeitfahren wurde Lennard Kämna aus Cottbus, der mit dem Gewinn der ersten Etappe den Grundstein zum Sieg legte.

Tschernoster lag am Ende 7:03,13 Minuten hinter dem deutschen Kollegen. „Es wäre schön gewesen, wenn ich da ganz vorne mitgefahren wäre“, sagt Tschernoster, und: „Mit der Form von Italien hätte ich das durchaus gekonnt.“

Lennard Kämna ist in der laufenden Saison auch in der offiziellen Rangliste des Bundes Deutscher Radfahrer für die U19-Junioren das Maß der Dinge. Aber: Jan Tschernosters Beständigkeit zahlt sich aus.

Er liegt mit sechs Saisonsiegen und 22 Platzierungen in nationalen und internationalen Wettbewerben unmittelbar hinter Kämna auf Platz zwei, lässt Fahrer wie den amtierenden deutschen Straßenmeister Jonas Bokeloh (Hannover) hinter sich. - gu/awa

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