Bergkamener Radsportler

WM-Elfter: Jan Tschernoster fährt in die Weltspitze vor

+
Jan Tschernoster (RSC Werne) belegte bei der Junioren-Weltmeisterschaft im Zeitfahren sensationell den elften Rang.

[Update, 17 Uhr] WERNE -  Mit dem elften Platz bei der Junioren-Weltmeisterschaft im Zeitfahren im nordspanischen Ponferrada hat sich der Bergkamener Jan Tschernoster (RSC Werne) in die Weltspitze katapultiert. Beim WM-Sieg seines Teamkollegen Lennard Kämna verpasste Tschernoster die Top10 nur denkbar knapp.

Um Punkt 11.39 Uhr ging der 18 Jahre alte RSC-Fahrer als Viertletzter von insgesamt 69 Startern auf die Strecke, lag mit der Zwischenzeit von 26:49,14 nach 21,2 Kilometern noch auf dem siebten Rang.

Bei ersten Zeitnahme war er bei der Live-Übertragung im Internet noch nicht im Bild. Im Ziel nach 29,5 Kilometern stoppten die Uhren für Jan Tschernoster dann nach 38:01,02 Minuten. Zu diesem Zeitpunkt lag er noch auf Rang neun, ehe der US-Amerikaner Mostov und eben der frisch gebackene Weltmeister Lennard Kämna (RSC Cottbus) noch an ihm vorbeizogen. Die Siegerzeit: 36:13:49 Minuten.

Der amtierende Europameister Lennard Kämna, der erste deutsche Zeitfahr-Juniorensieger seit Marcel Kittel im Jahr 2006, fuhr einen Schnitt von 48,9 km/h. Der dritte Deutsche im Team, Sven Reutter, komplettierte als Siebter das herausragende Ergebnis der BDR-Fahrer. Vize-Weltmeister wurde der US-Amerikaner Adrien Costa mit 44,66 Sekunden Rückstand. Platz drei ging an den Australier Michael Storer, der 58,11 Sekunden langsamer unterwegs war als der neue Weltmeister.

Einen Platz unter den besten 20 Fahrern hatte Bundestrainer Wolfgang Ruser dem Bergkamener im Vorfeld zugetraut. Was Tschernoster vor den Augen seiner Eltern Beate und Ralf dann hinlegte, glich einer Leistungsexplosion. "Ganz ehrlich: Mit so einem Ergebnis habe ich nicht gerechnet. Ich bin natürlich super zufrieden, wollte meine beste Leistung abrufen. Das ist mir gelungen", freute sich Jan Tschernoster -- natürlich auch über das Gesamtergebnis des Teams: "Wir haben den deutschen Radsport sehr gut repräsentiert."

"Der Anstieg am Ende war schon extrem hart"

Jan Tschernoster wirkte im Teamhotel mächtig ausgepumpt: "Es war schon extrem hart. Auf den letzten zwei Kilometern des Anstiegs musste man schon alles aus sich herausgeholt haben." Dass er bei der letzten Zwischenzeit noch in den Top 10 lag, habe ihn zusätzlich motiviert.

Am Abend soll mit der Mannschaft ein bisschen gefeiert werden. Da seine Teamkollegen Kämna und Reutter noch im Straßenrennen starten, wird die "Sause" allerdings gebremst ausfallen. Mit großer Spannung verfolgte auch Frank Volmerg, Vorsitzender des RSC Werne, die Live-Übertragung im Internet. Seine erste Reaktion: "Ja, Hammer! Es ist unbeschreiblich, dass Jan nun zu den besten elf Junioren-Zeitfahrern der Welt gehört. Die Erwartungen waren ja nicht allzu groß. Natürlich ist es auch der größte Erfolg in der Vereinsgeschichte des RSC Werne."

Der Verein plant nun bei der Rückkehr des WM-Elften einen großen Empfang. Der muss allerdings wohl ein bisschen warten. Denn direkt im Anschluss an seine Rückkehr nach Deutschland fährt der 18-Jährige erst einmal auf Klassenfahrt. "Die Saison ist jetzt mit diesem Höhepunkt für mich beendet. Vielleicht fahre ich noch ein paar kleine Rennen in den Region. Mehr aber nicht", so der Bergkamener abschließend. Überglücklich zeigte sich auch Tschernosters Teamkollege und Weltmeister Lennard Kämna im Ziel: "Ein schönes Gefühl. Ich habe noch nicht wirklich realisiert, dass ich gewonnen habe." - awa

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare