Bergkamener Radprofi Lucas Liss: Rio 2016 als großes Ziel

Lucas Liss bei der Team-Präsentation in Gelsenkirchen. - Fotos: Zöllner (2), Greinke (1)

GELSENKIRCHEN -  Seit diesem Jahr fährt der Bergkamener Radrennfahrer Lucas Liss beim ambitionierten deutschen Radrenn-Team Stölting. Im nächsten Jahr will das 18-köpfige Team in den Bereich Pro Continental wechseln und sich dann in zwei bis drei Jahren als neues deutsches Team für die großen Rundfahrten wie die Tour de France, Vuelta in Spanien oder den Giro d’Italia empfehlen.

Und der 22-Jährige hat als Europameister und Weltcupsieger auf der Bahn auch große Ziele bei seinem neuen Team – er will auf der Straße die Ein-Tages-Klassiker fahren und strebt eine Olympia-Teilnahme für 2016 in Rio de Janeiro an – dann wieder auf der Bahn. Mit Liss sprach am Rande der Teampräsentation im Gelsenkirchener Wissenschaftspark Frank Zöllner.

Seit Anfang Januar gehören Sie dem Team Stölting an, seit Montag haben Sie das 14-tägige Trainingslager auf Mallorca beendet. Wie fällt Ihr Fazit aus?

Lucas Liss: Das war perfekt. Zum einen war das Wetter gut, zum anderen gab es keine Stürze. Und ich habe mich im Training gut weiter entwickeln können. Das sieht man anhand der Leistungsdiagnostik und auch anhand der internen Konkurrenz im Team. Und auch bei dem Rennen am vergangenen Sonntag über 130 Kilometer haben wir gut abgeschnitten. Tim Gebauer von uns hat gewonnen. Ich habe für Jan Dieteren den Spurt vorbereitet. Er ist Fünfter geworden, ich Achter.

Wie war insgesamt die Aufnahme im neuen Team?

Liss: Sehr gut. Eines meiner Ziele war es, sich im Team einzufügen. Das habe ich geschafft. Es herrscht hier ein großer Teamspirit entsprechend unserem Alter. So muss es sein. Die meisten von uns sind ja sehr junge Fahrer. Es ist ja auch meine erste richtige Saison. Im vergangenen Jahr war ich häufig krank.

Hat sich die Trainingsintensität nach dem Wechsel geändert?

Liss: Durch die in diesem Winter weg gelassenen Bahneinsätze habe ich mich besser auf die Straßensaison vorbereiten können. Ich habe eine ganz andere Ausdauer, bessere Werte beim Bergfahren und auch meiner Psyche geht es besser weil ich weiß: Du hast hart trainiert und bist gewappnet.

Sie werden von Ihrem Sportlichen Leiter Jochen Hahn als Fahrer für die Klassiker gehandelt. Wie sehen Ihre sportlichen Ziele für dieses Jahr aus?

Liss: Auf den Ein-Tages-Rennen fühle ich mich wohl. Ich liebe die welligen Rennen mit leicht hügeligen Bergen. Da kann ich mich in Ausreißergruppen positionieren und dann versuchen, mich im Sprint durchzusetzen.

Welche Rennen stehen hier an?

Liss: Auf jeden Fall der Klassiker ‘Rund um Köln’ am 21. April. Das ist eines meiner Lieblingsrennen. Dazu kommen Rennen in Belgien wie in Kattekoers und Holland. Die Rundfahrten in Kroatien und Taiwan werde ich auslassen. Ich werde mich jetzt für die Ein-Tages-Rennen vorbereiten. Und Anfang April steht in Frankreich in der Provinz Loir-et-Cher die erste Etappenfahrt an.

Sie haben bei der Vorstellung auf dem Podium selbstbewusst davon gesprochen, dass Sie nicht nur an den Olympischen Spielen in zwei Jahren in Rio de Janeiro teilnehmen möchten, sondern auch gemäß der Familientradition eine Medaille holen. Auf der Straße oder Bahn?

Liss: Definitiv auf der Bahn. Ich habe in der Vergangenheit durch mein dort absolviertes Pensum eine gewisse Grundlage gelegt, auch wenn ich diesen Winter pausiert habe. Dass ich die Bahn kann, hat man ja in der Vergangenheit gesehen.

Sie wurden allerdings nicht für die gerade laufende Bahn-Weltmeisterschaft im kolumbianischen Coli nominiert.

Liss: Ich hatte mich dafür angeboten. Aber na ja. Ich habe momentan einen kleinen Konflikt. Der Bundestrainer hatte ein bisschen andere Vorstellungen als ich. Für mich war wichtig, dass im Winter die Ursachen für meine häufigen Magen- und Darmprobleme heraus gefunden werden. Und nun weiß ich, dass ich eine Gluten-Allergie habe. Diese Entscheidung wollte er nicht akzeptieren oder wollte es nicht einsehen. Aber ich denke, dass ich im nächsten Winter wieder auf der Bahn präsenter bin. Da geht es ja auch schon mit der Qualifikation für Rio los.

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