Lucas Liß: „Olympia mein großes Ziel“

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Strahlte, wie es sich für einen Weltmeister gehört: Lucas Liß bei der Präsentation in Kamen.

BERGKAMEN/KAMEN - Traditionell hatte der Rad-Sport-Verein Unna vor dem Start in die Freiluft-Saison zur Team-Präsentation in Kamen eingeladen. Aus gegebenem Anlass wurde die Veranstaltung um einen besonderen Programmpunkt erweitert –dem Empfang des frisch gebackenen Weltmeisters Lucas Liß.

Im Rahmen der Ehrung sprach Christoph Volkmer mit dem 23-jährigen Bergkamener, der im Februar bei der Bahnrad-WM in Paris eine Goldmedaille gewonnen hat.

Sie kommen gerade vom ersten Trainingslager des Jahres auf Mallorca – wie ist das Training gelaufen?

Lucas Liß: Gut, wir haben dortdas Grundlagentraining für die nächste Bahnsaison absolviert.

Was ist seit dem Erfolg bei der WM alles passiert?

Liß: Ich habe drei Wochen lang versucht, mich zu regenerieren und mich um Sachen gekümmert, die sonst mein Vater erledigt hätte. Es war doppelt schwer, mich nach dem Verlust meines Vaters und dem Titelgewinn wieder auf dem Boden einzufinden.

Erinnern Sie sich noch an den Moment, als Sie in Paris als erster die Ziellinie überquert haben?

Liß: Ich konnte es nicht fassen. Ich habe mich mehrfach umgeguckt und war Erster – das war ein phänomenales Gefühl, das man einfach nicht beschreiben kann. Aber ich bin froh, dass ich das geschafft habe, besonders weil mein Vater mit 23 Jahren ebenfalls Weltmeister war.

Wie motivieren Sie sich für die nächsten sportlichen Herausforderungen?

Liß: Als Weltmeister hat man ja fast alles erreicht – außer Olympia. Und dass ist jetzt mein nächstes großes Ziel.

Wie schätzen Sie die Chancen ein, vom Bundestrainer nominiert zu werden?

Liß: Ich hoffe stark, dass ich dabei sein werde.

Wann ist nach aktuellem Stand das nächste Rennen?

Liß: Das kann ich jetzt noch gar nicht sagen, denn nun muss ich als Sportsoldat erst mal für neun Wochen in Hannover meinen Lehrgang als Unteroffizier absolvieren. Das ist für mich Pflicht, weil die Bundeswehr quasi der einzige Sponsor ist, mit dem ich auch etwas Geld verdiene.

Wie sieht es da mit dem Training aus?

Liß: Richtig Radfahren werde ich da nicht können, aber Krafttraining und Laufen werden möglich sein. An den Wochenenden werde ich nach Hause kommen, dann hoffe ich, die ein oder andere Runde in Bergkamen drehen zu können.

Was war Ihre Reaktion als Sie gehört haben, dass das Bergkamener Radsport-Festival nicht mehr stattfindet?

Liß: Das finde ich sehr schade. Aber auch das Hafenfest und andere Veranstaltungen sind gekürzt worden. Für mich echt ärgerlich, weil ich schon eins der größten Aushängeschilder der Stadt war und bin. Jetzt bin ich Weltmeister und es findet kein Rennen mehr statt. Das ist schon krass. Wenn ich in Bergkamen am Kreisel an der Hubert-Biernat-Straße vorbeifahre, sieht man in dem Lichtkunst-Objekt immer wieder andere Politiker oder Sportler wie Michael Schuhmacher. Klar, der ist achtfacher Weltmeister, aber er kommt nicht aus Bergkamen. Trotzdem ist dafür Geld da. Zudem finanziert sich eine Radsport-Veranstaltung doch durch die Sponsoren. Vielleicht wäre es eine Idee, ein solches Rennen mal im Rahmen einer anderen Veranstaltung wie dem Lichterfest auszutragen.

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