Perfekter Tag mit Heimsieg für Marie Ligges

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Marie Ligges nimmt auf Dibadu die Glückwünsche von Sabine Thiel entgegen. 

Herbern – Die 20-jährige Marie Ligges siegte am Sonntag zum Abschluss erstmals im Fritz-Ligges-Gedächtnispreis, dem S*-Springen mit Stechen, beim fünftägigen Sommerturnier, unter dem Jubel Hunderter Zuschauer am Haselbüschken.

„Das ist eine ganz besondere Ehre. Ich habe meinen Großvater ja nicht mehr kennenlernen dürfen, aber ich kenne alle die Geschichten“, sagte die Bereiterin am eigenen Stall Ligges über ihren Opa, der Einzel- und Mannschafts-Medaillen bei Olympischen Spielen gewann. Sie blieb im Stechen des Großen Preises, den elf von 46 Reiterpaaren erreichten, in 42,53 Sekunden fehlerfrei. 

Sie schaffte diese Zeit als Neunte und verdrängte damit den bis dahin führenden Frederick Troschke mit Can win von der Führungsposition. Die hatte auch kurzzeitig Katharina Böhnke als einzige Reiterin des RV St. Georg Werne im Stechen inne, als sie als vierte Starterin im Stechen ihren neunjährigen Quality Places in 45.11 Sekunden fehlerfrei durch den 360 Meter langen Parcours mit acht Hindernissen mit bis zu 1.44 Meter Höhe pilotierte. 

Nach Marie Ligges’ rasanter Runde auf dem zehnjährigen Dibadu, mit dem sie auch schon S**-Springen und vor zwei Jahren den Goldenen Sattel in Braunschweig sowie das Bundes-Nachwuchschampionat gewann, standen noch zwei Reiter aus – und es war nun Zittern angesagt. Der erste war erneut Frederick Troschke, der mit dem sprunggewaltigen Cooper auch sein drittes Pferd ins Stechen brachte und deswegen für längere Pausen sorgte. Er blieb fehlerfrei, dabei aber fast anderthalb Sekunden langsamer als die Lokal-Matadorin und wurde Zweiter. 

Als letzter Starter ging Philipp Schulze Topphoff, aktueller Europameister der Jungen Reiter, mit seinem zweiten Pferd in den Parcours. Und er war mit 41,93 Sekunden schneller als Ligges, hatte aber einen Abwurf. „Dibadu ist sehr gut gesprungen und war schnell. Es war aber auch eine große Konkurrenz hier“, sagte Marie Ligges. Sie wurde noch vor dem Großen Preis durch ihren Verein „von Nagel“ für ihr Goldenes Reitabzeichen geehrt, das sie im April bei den Lenklarer Reitertagen erhalten hatte – also ein perfekter Tag. 

Für Troschke, seit drei Wochen angestellt am Stall von Sprung-Bundestrainer Otto Becker, war dies nicht das erste Mal, dass er mit drei Pferden in einem Stechen war. „Das geht. Ich habe auch gute Helfer“, sagte der 29-Jährige aus Hagen am Teutoburger Wald. Mit dem zweitplatzierten Checker ritt er das erste Mal ein S*-Springen. 

Katharina Böhnke (Werne) wurde Vierte mit Quality Places

Die viertplatzierte Katharina Böhnke (Werne) hatte mit Quality Places, mit dem sie zuletzt im Brambauer und Hellefeld in zwei schweren Springen siegte, im Umlauf Glück, denn der neunjährige Westfalenwallach touchierte zwei Stangen im Umlauf. Die Reiterin am Stall Gripshöver in Lenklar hat das Pferd seit sechs Jahren und hofft, dass sie in diesem Jahr noch in einem S***-Springen siegen wird. „Keiner hätte ich es mehr gegönnt“, sagte Böhnke in Richtung Siegerin. 

Abschlusstag des Sommerturnieres beim RV von Nagel Herbern

Ihr Vater Kai als stolzer Augenzeuge schloss eine Siegerparty für gestern Abend nicht aus. Ob Marie Ligges dann länger schlafen kann? „Dass ich später aufstehen kann, glaube ich aber nicht“, sagte sie lachend. 

Im Umlauf, der von Parcoursbauer Rainer Evelt (RV St. Georg Werne) mit 450 Metern, 15 Sprüngen in zwölf Hindernissen zwischen 1,38 und 1.44 Metern hoch selektiv angelegt war, scheiterten vom heimischen RV „von Nagel“ Anniina Lintula, Katja Heitbaum und Marie Ligges mit Capalo sowie vom RV St. Georg Werne Stephan Naber, Victor Birkenheier und Marc Stöver. 

Den Zuschauern stockte der Atem, als Tobias Vollmer aus Werne mit Prada nach übersprungenem Hindernis im vollen Tempo stürzte. Glücklicherweise blieben beide unverletzt. Auch Stephan Naber stürzte – das passierte aber noch einigen weiteren Reitern.

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