Overberge vor Top-Duell gegen Senden außer Tritt

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Viel aufzuarbeiten bei seinem Team hat derzeit Overberges Trainer Marc Woller (Mitte), hier im Gespräch mit dem sportlicher, Markus Lücke.

Bergkamen - Noch vor vier Wochen sah es so aus, als ob das Bezirksliga-Spitzenspiel zwischen dem FC Overberge und dem VfL Senden eine spannende Angelegenheit werden sollte.

Denn nach dem 19. Spieltag am 6. März betrug der Rückstand der Overberger auf den Tabellenführer nur fünf Punkte.

Doch drei Spieltage später mit nur einem Punktgewinn für das Team von Trainer Marc Woller in dieser Zeit hat sich die Situation grundlegend geändert.

Der Abstand zwischen dem Tabellenzweiten und dem Spitzenreiter ist auf zehn Punkte angewachsen. Falls Senden am Mittwochabend ab 19 Uhr das Nachholspiel im Münsterland-Derby beim kriselnden und abstiegsbedrohten TuS Ascheberg erwartungsgemäß gewinnt, wären es bereits 13 Punkte.

Gegentore sind für Woller „Slapstick“

Und beim FC Overberge läuft in den vergangenen Spielen wenig zusammen. Durfte das 0:2 beim TuS Hannibal noch als Ausrutscher gelten, war Overberge in den beiden Partien danach in der Abwehr und speziell nach Standard-Situationen extrem anfällig.

Das zeigte sich bereits beim 4:4 daheim gegen den BV Brambauer als bislang beste Rückrunden-Mannschaft und setzte sich nach der Osterpause nahtlos bei der 2:5-Klatsche gegen den VfL Kamen fort.

Als „Slapstick-Dinger“ bezeichnete Woller einen Teil der Gegentore. War die Aufholjagd gegen Brambauer zumindest noch teilweise erfolgreich, war die FCO-Defensive am Sonntag im Derby beim VfL Kamen im Jahnstadion komplett außer Form.

Angesichts des 0:1-Pausenrückstandes wollte der FCO die zweite Hälfte konzentriert angehen und den Gegner weiter unter Druck setzen.

Doch es folgten drei Gegentore zwischen der 48. und 56. Minute – es stand 4:0 für den Gastgeber und die Partie war entschieden.

Der Unterschied zwischen dem Tabellenersten und seinem Ex-Verfolger wurde auch am Sonntag offenbar. Während Senden nach einer schwachen ersten Hälfte und einem 0:2-Rückstand gegen den SuS Kaiserau noch mit 3:2 gewann, schaffte es Overberge trotz der beiden Anschlusstreffer zum zwischenzeitlichen 2:4 nicht, Kamens Sieg zu gefährden.

Und auch zuvor siegte der VfL Senden gegen den VfB Lünen erst durch ein Tor in der Schlussminute – aber er siegte immerhin. So scheint es, dass das Leifken-Team momentan ebenfalls eine schwächere Phase in der Saison erwischt hat, aber diese weitgehend unbeschadet übersteht – einmal abgesehen von der 1:2-Niederlage gegen den Werner SC.

Trainingsleistung nicht zufriedenstellend

Aus diesem Grund befand auch Marc Woller: „Deswegen reicht es bei uns auch nicht für ganz oben. Dafür haben wir die Qualität nicht.“

Und noch etwas wurde in den vergangenen Partien sichtbar: „Die Trainingsleistung ist und auch die Wintervorbereitung war nicht so, wie ich mir das vorstelle“, sagt Woller. „Das sieht man dann in solchen Spielen.“

Denn auch in der Offensive fand der FCO lange Zeit kein adäquates Mittel, Druck auf das Kamener Tor auszuüben und sich klare Torchancen zu erspielen und auch konditionell ist das Team nicht auf der Höhe.

Mit Blick auf das Duell des Zweiten mit dem Ersten am Samstag ab 16.30 Uhr hat Marc Woller die Erwartungen deutlich zurückgeschraubt. „Wir müssen jetzt erst einmal auf uns schauen“, sagt er.

Im Hinspiel ließ der VfL Senden dem FCO bei seinem 4:0-Erfolg keine Chance – und wenn es erneut einen Sieg geben würde, wäre der Meistertitel und der erste Landesliga-Aufstieg des VfL in der Vereinsgeschichte fast perfekt.

Aber selbst dies hätte kaum Auswirkungen auf die Tabellen. Denn auch die Teams hinter dem FC Overberge kommen nicht so richtig vom Fleck und deswegen hat der FCO immer noch sieben Punkte Vorsprung auf Platz drei. - fraz

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