Offensive ist die Problemzone des Werner SC

Dennis Seifert (rechts, gegen Kumac), dürfte am Sonntag gegen Kamen wieder fit sein. - Foto. Gudra

Werne - Kurtulus Öztürk machte sich nach der 0:2-Niederlage am Samstag in Brambauer seine Gedanken – weniger zunächst über das zuvor Gesehene, mehr über den gesundheitlichen Zustand seines Personals.

Dominik Giffey war offensichtlich schwerer verletzt, Christof Zilligen ebenfalls. Und Dennis Seifert hatte auf die Zähne gebissen und verließ nun ebenfalls stark humpelnd das Spielfeld.

Drei Stammkräfte seiner Abwehrkette am Knöchel malad, da arbeitete es in Öztürk schon mit Blick auf das Heimspiel am kommenden Sonntag gegen den VfL Kamen. „Ich habe auch schon überlegt: Wenn das Knie hält und ich mich hinten reinstelle....“, gab der Ex-Profi einen seiner Gedanken preis, verwarf diesen aber schnell wieder: „Dann müsste ich erst einmal 14 Tage wieder richtig trainieren.“

Eine andere Lösung: Der Einsatz von ganz jungem Personal. Marco Konieczny, 19, zum Beispiel. Oder Marvin Stöver, der im Januar 20 Jahre jung geworden ist. Oder vielleicht sogar Offensivmann Cem Bozkurt, 19, in der Viererkette auf einer der Außenpositionen? Doch die Idee von einem reinen „Kinderriegel“ hat Öztürk zumindest in Teilen wieder verworfen.

Sein Stammpersonal fällt nicht so lange aus wie erwartet: Dennis Seifert wird am Dienstag wohl mit dem Training aussetzen, dürfte aber am Sonntag gegen Ex-Trainer Marko Barwig und den VfL wieder fit sein. Und bei Christof Zilligen und Dominik Giffey gab’s ebenfalls Entwarnung: „Zwei Wochen haben die Ärzte gesagt, bei beiden Spielern“, sagt Öztürk erleichtert. Dabei hatte es gerade bei Giffey, der auf dem stumpfen Kunstrasen bei einem Laufduell hängen geblieben ist, am rechten Knöchel gar nicht gut ausgesehen.

Vielleicht schon am 13. März im Spiel beim Tabellenführer VfL Senden, spätestens aber am folgenden Sonntag daheim gegen Dorstfeld, sollen die beiden Verteidiger wieder fit sein.

Und auch bis dahin dürfte Öztürk genügend Personal haben, um nicht selbst wieder auflaufen zu müssen: Koniczny, ein gelernter Innenverteidiger, und Marvin Stöver sowieso, zudem ist Routinier Marvin Bruland wieder zurück. Und Leon Heese, der am Sonntag 45 Minuten lang in der Zweiten spielte, stünde auch zur Verfügung. Er ist ebenfalls ein Jungspund, spielt aber mit einer enormen Ruhe und Abgeklärtheit.

Warten muss Öztürk weiterhin auf seinen Sechser Joel Simon, der nach seiner Verletzung aus dem Dezember-Spiel gegen Overberge nun auf ein Comeback in Senden hofft.

Die eigentliche Problemzone ist derzeit allerdings nicht die Defensive, sondern der Angriff – obwohl Öztürk hier aus dem Vollen schöpfen kann. „Ich hatte am Samstag auch nach dem Platzverweis von Boufeljat nicht das Gefühl, dass wir ein Tor machen werden und noch einmal rankommen“, sah nicht nur der Werner Trainer eine harmlose Vorstellung seines Teams. Selbst als auch Kumac für eine Behandlung den Platz verlassen hatte und Brambauer mit nur acht Feldspielern verteidigte, änderte sich daran nichts. „Nach dem Null-eins haben die Spieler die Köpfe hängen lassen. Mir fehlte die Wucht, die Mannschaft hätte einiges an Power draufpacken müssen – auch ohne dass der Trainer etwas sagt“, meinte Öztürk.

Da nun bei zehn Punkten Rückstand auch Platz zwei kaum noch erreichbar ist, muss der WSC-Trainer aufpassen, dass seine Mannschaft die restliche Saison nicht austrudeln lässt – und muss deshalb Reize setzen. „Keiner hat hier Ansprüche zu stellen; schon gar nicht, wenn das Ergebnis nicht positiv ist. Wenn einige nicht überzeugen, dann habe ich allen Grund zu wechseln“, schickt er voraus. Drei Plätze sind für Kamen wohl zu vergeben. Julian Rohlmann dürfte dabei wieder in die Startelf rücken – alleine schon, damit eine Vorgabe des Trainers umgesetzt wird: „Wir müssen deutlich laufstärker werden, gerade wenn es nach vorne geht.“

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