LippeBaskets erwartet spannendes Spitzenspiel in Hamm

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Am Samstag ergibt sich ein neues Bild: Andrej Docenko (links) und Sebastian Voigt laufen in einem Team auf.

Hamm - Noch ist es eine Doppelspitze. Noch liegen der SSV Hamm und die LippeBaskets Werne in der Basketball-Oberliga mit sechs Siegen aus sechs Partien gleichauf. Doch Fakt ist: Für eines der beiden Top-Teams wird das siebte Saisonspiel ein verflixtes.

Für eines wird ausgerechnet im prestigeträchtigen Derby die beeindruckende Serie reißen. Denn am Samstag (19.30 Uhr) steigt in der Sporthalle am Beisenkamp das Gipfeltreffen zwischen den beiden Nachbarn, in das die Südener lediglich aufgrund des besseren Korbverhältnisses als Spitzenreiter gehen. „Die Situation ist unglaublich spannend und interessant“, macht SSV-Trainer Vladimir Docenko aus seiner Vorfreude keinen Hehl. „Nach fünf Jahren in Hamm ist das Spiel für mich das absolute Highlight“, sagt der Coach.

Und der Rahmen mit Cheerleadern und Hallensprecher wird entsprechend stimmungsvoll sein. Um dabei zu bestehen, bräuchten die Gastgeber eine Top-Leistung. „Dass die Werner oben mitspielen, war ja zu erwarten. Sie haben sich das vorgenommen, haben einen großen Kader und eine top Vorbereitung gespielt“, sagt Vladimir Docenko.

Die Gäste hatten nach der unfreiwilligen Spielpause durch die Wittener Absage die Gelegenheit, den nächsten Gegner bei dessen 87:75-Sieg in Barop zu beobachten. „Ob das positiv ist, sei dahin gestellt. Fest steht aber, dass wir im Training auf Einzelheiten eingehen konnten“, sagt Christoph Henke.

Der Hammer Erfolgs-Sixpack für das Vorjahres-Kellerkind kam durchaus überraschend. Platz eins „ist aber kein Zufall. Ich glaube inzwischen, dass wir zurecht dort stehen“, betont Docenko, dessen Bruder Andrej beim morgigen Kontrahenten als Point Guard aktiv ist (WA berichtete).

Henke will zu viel Emotion vermeiden

Das sieht auch Christoph Henke so: „Es wird in dem Spiel Phasen geben, wo sie das uns auch zeigen, dass sie Spitzenreiter sind. Da ist es dann wichtig, dass wir nicht hektisch reagieren, sondern uns an die Vorgaben halten. Wir dürfen nicht überemotionalisieren“, erklärt Henke.

Der Coach der LippeBaskets will das Spitzenspiel natürlich für sein Team entscheiden. „Dafür werden wir 40 recht konstante Minuten brauchen“, ist sich der Trainer sicher.

Schwächen beim SSV macht er in dem nicht komplett ausgeglichenen Kader fest. „In Barop hat sich gezeigt, dass sie ein schon sicher geglaubten Spiel fast noch aus der Hand gegeben haben.“

Und als Stärke hat Henke das große Selbstbewusstsein ausgemacht. „Sie können einen Run provozieren. Weil sie mutig sind und Dinge versuchen. Wenn die klappen, versuchen sie es nochmal.“

Die Hammer wollen weiter ganz oben bleiben – diese Aufgabe dürfen sie ziemlich gelassen angehen, findet Coach Docenko. Er schiebt Werne in dem Spitzenspiel die Favoritenrolle zu, sieht die LippeBaskets unter Zugzwang. „Die stehen unter Druck, bei uns ist es kein Muss“, betont Docenko. Aber: „Bei uns denkt keiner auch nur eine Sekunde ans Verlieren. Wir glauben voll an uns, wir werden alles geben. Wir sind auf jeden Fall in der Lage zu gewinnen.“

Was die Statistik untermauert. Als erstes Oberliga-Team haben die SSV Baskets, bei denen die Einsätze von Nikos Koliastas (Beruf) sowie Roland Leidag und Michael Waszek (beide angeschlagen) fraglich sind, die Marke von 500 erzielten Punkten geknackt (513). Sie stellen die beste Offense der Klasse. „Unser Angriff ist schwer auszurechnen, fast jeder ist korbgefährlich“, sagt Docenko – weiß aber auch, dass es sein Team mit einer der besten Defensiven der Liga zu tun bekommt. Beim Gast rückt Lukas Widey für den früheren Hammer Jannick Weidlich ins Team. Er und Dokenco sind nicht die einzigen mit Vergangenheit beim SSV. Auch Timo Tübel, Niklas Keilinghaus und Michael Kussel trugen früher das gelbe Trikot des SSV, genau wie für ein halbes Jahr auch Christoph Henke. „Wir sind uns freundschaftlich verbunden und freuen uns, dass Hamm so weit oben steht“, sagt Henke.

Der 34-jährige Vladimir Docenko ist sich sicher, dass „letztlich die Tagesform entscheiden“ wird. Über den Sieg. Und darüber, wer am späten Samstagabend allein von der Spitze grüßen darf.

Aber, ergänzt Henke: „Man darf nicht vergessen: Es ist Spieltag sieben und für den Verlierer ist die Saison noch nicht vorbei.

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