Olympiasieger Nieberg gelingt am Ostersonntag ein Start-Ziel-Sieg

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Lars Nieberg bei der Siegerehrung des Hauptspringens am Ostersonntag.

Werne - Der 2-malige Mannschaftsolympiasieger Lars Nieberg hat bei den 37. Lenklarer Reitertagen die Hauptprüfung am Ostersonntag gewonnen. Mit dem 13-jährigen Nabab de Revel feierte der 53-Jährige im Zweisterne-Springen der schweren Klasse einen Start-Ziel-Sieg.

Mit dem ebenso routinierten Wallach hatte Nieberg als fünfter Starter eine Zeit vorgelegt, an der sich 86 weitere Teilnehmer vergebens versuchten.

Einzig Lars Volmer (Legden) mit Maja H, Siegerpaar von 2015 in dieser Kategorie, und Cedric Wolf (Meckenheim) mit Hilton de Laubry, zwei aus dem Lager der „Jungen Wilden“, kamen ohne Abwurf annähernd an die Zeiten des Siegers heran.

Mit 62,89 Sekunden für den anspruchsvollen, 470 Meter langen Parcours mit zwölf Hindernissen und 14 Sprüngen bis 1,45 Meter Höhe benötigte Nieberg mit dem in Belgien gezogenen Wallach genau drei Sekunden weniger als Volmer und war sogar acht Sekunden schneller als Wolf. „Keine Chance gegen ihn“ meinte Volmer. „Es war eine gute Runde, trotzdem geht da noch ein bisschen mehr“, sagte der Sieger, und: „Ich hatte eine zügige Runde geplant, aber nicht gedacht, dass ich gewinnen würde.“ Am Ende seiner Runde hatte der Mann vom Gut Berl aber keinen Zentimeter verschenkt und die Konkurrenz richtig unter Druck gesetzt.

37. Lenklarer Reitertage - Das Finale Teil2

Aus heimischer Sicht sorgte einmal mehr Marie Ligges (Herbern) am Tag vor ihrem 18. Geburtstag für das beste Ergebnis. Mit Comeback-Pferd Cassandra L belegte sie nach einer sehenswerten Runde fehlerfrei den sechsten Platz. Auch Hauke Bintig (Werne) war am Ende mt Grand Courage als 24. noch platziert. Der Vize-Westfalenmeister der Junioren kam der Nieberg-Zeit mit 68,97 Sekunden schon recht nahe, leistete sich an einem Steilsprung aber einen Anwurf. Stephan Schwert (Werne), der am Morgen mit Clark Gable noch platziert war, hatte nach der anspruchsvollen Runde seine Vorgabe erreicht: „Das Ziel ist das Ziel.“

Für Lars NIeberg war es einer von mittlerweile vielen ungezählten Siegen in Springen der schweren Klasse. „Das nachzuhalten habe ich schon vor langer Zeit eingestellt“, meinte er als einer der erfolgreichsten Reiter der deutschen Springsport-Geschichte, und: „Wichtiger sind in meinem Alter mittlerweile andere Dinge.“ Er müsse nicht mehr Woche für Woche Turniere gehen. „Ich arbeite zum Beispiel gerne mit jungen Pferden. Aber ich werde das auch nicht mehr ewig machen und mich Stück für Stück zurückziehen“, sagt Nieberg, Er sei froh, zwei Söhne zu haben, die inzwischen in der Szene etabliert sind.

Für die ganz großen Ziele –zum Beispiel die Global Champions Tour – „fehlen mir die Sponsoren und in der Weltrangliste bin ich auch zu weit weg davon. Das ist überhaupt kein Thema“, sagt Nieberg. Mit Sorge beobachtet er die Entwicklung, weil sich Reiter in die Tour einkaufen können, die den Anforderungen nicht gewachsen sind. „Und das“, warnt Nieberg mit Recht, „gibt nicht immer schöne Bilder. Das tut dem Sport nicht gut.“

Sein Fahrplan führt ihn weiter zu etablierten Turnieren in Deutschland: Horses & Dreams in Hagen, das Maimarkt-Turnier in Mannheim, dann Nörten-Hardenberg mit der traditionsreichen „Goldenen Peitsche“ und im Juni geht es dann zur Deutschen Meisterschaft nach Balve. „Für mich sehr interessant“, sagt Nieberg. Und die Global Champions Tour wird er – in Full HD – entspannt vom Sofa aus betrachten können. Sein Ehrenpreis am Sonntag: Ein XXL-Fernseher.

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