Nico Holtmann rettet im Derby dem WSC in der Nachspielzeit das Remis

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Nico Holtmann bejubelt seinen Treffer zum späten 1:1-Ausgleich.

Herbern - Verteidiger Nico Holtmann hat dem Werner SC in einem über 95 Minuten hart umkämpften und leidenschaftlich geführten Landesliga-Derby beim SV Herbern vor mehr als 500 Zuschauern in der ersten Minute der Nachspielzeit mit einem Kopfball das verdiente Remis gesichert.

Für den Gastgeber traf nach 13 Minuten Fabian Vogt mit einem unglaublichen Tor. Er wollte aus der eigenen Hälfte einen Diagonalball auf Marcel Scholtysik spielen, traf den Ball aber nicht richtig. Die Kugel ging Richtung Tor, Keeper Manuel Linke ließ den Ball aufticken – und den nach einer leichten Richtungsänderung auch durch die Hände flutschen. 

"Von zehn Bällen lass ich den neunmal nicht ticken. Den lasse ich ticken und der ändert total seine Richtung und geht mir auch noch durch die Finger. Den muss ich halten", sagte WSC-Keeper Manuel Linke.

Dabei begannen die Gastgeber die Partie mit einer offensiven Grundaufstellung mit den drei Angreifern Marcel Scholtysik, Julian Trapp und Dominick Lünemann. Die Gastgeber, die trotz zweiwöchige Spielpause mit viel Selbstbewusstsein auftraten, liefen den Sport Club früh an. Dabei wurden von Beginn an die Zweikämpfe mit hoher Intensität geführt.

SV Herbern - Werner SC das Derby in der Landesliga 

 So rasselten Daniel Durkalic und Herberns Dominick Lünemann in der Anfangsphase mit den Köpfen zusammen – für den SVH-Offensivspieler ging es nach Schwindelattacken nach mehr als einer halben Stunde nicht mehr weiter. Er wurde mit Verdacht auf eine Gehirnerschütterung per Rettungswagen ins Krankenhaus zur weiteren untersuchung gebracht. Die zweite Chance des Spiels hatte ebenfalls der SVH: Nach einer Hereingabe von rechts köpfte Marcel Scholtysik aus sechs Metern knapp über das Tor (24.). 

Der WSC gestaltete die Partie danach aber mehr und mehr offen und hatte die Riesenchance zum Ausgleich. Nach Zuspiel von Daniell Durkalic kam Jussef Saado fünf Meter vor dem Tor frei zum Kopfball, köpfte den Ball aber in die Arme von SVH-Keeper Leonhard Fenker (39.). Auf der Gegenseite brachte Patrick Sobbe einen Freistoß von Rechtsaußen direkt aufs Tor, Wernes Keeper Manuel Linke lenkte den Ball mit viel Mühe noch an die Latte (45. +1). 

Thannheiser als "aggressive leader"

Nach der Pause legte der Sport Club gleich zu und hatte erneut eine dicke Chance. Durkalic flankte in die Mitte, aber Chris Thannheisers Kopfball landete aus sechs Metern genau in den Armen von SVH-Schlussmann Leonhard Fenker (53.). Insgesamt wurden nun die Zweikämpfe noch bissiger geführt – mit einem leichten Plus beim Gast. So verlagerten die Werner mehr und mehr das Spiel in die Herberner Hälfte.

Whitson und Franco Cabrera keine Faktoren

 Whitson auf links in seinem ersten Spiel nach seiner Rückkehr aus dem Heimaturlaub in Brasilien und seiner Rückkehr vor anderthalb Wochen war bei Zoran Martinovic gut aufgehoben. Und SVH-Mittelstürmer Julian Trapp schaffte es kaum, sich gegen den überragenden Nico Holtmann durchzusetzen. So rief SVH-Trainer Holger Möllers ins Spielfeld: „Mehr Konsequenz jetzt“, als Whitson und Trapp immer wieder mit nachlässigen Aktionen die Bälle schnelll hergaben.

 Auf der Gegenseite schwang sich zudem Chris Thannheiser zum „aggressive leader“ seines Teams auf. Als Julian Höring an der Eckfahne den Ball abschirmen wollte, rammte der WSC-Routinier den Abwehrspieler aus vollen Lauf um – und sah gelb. Aber der Tabellenvierte SV Herbern bekam auch zwei große Chancen zum 2:0. 

Erst verpasste Julius Höring nach einem Flugkopfball aus kurzer Distanz (67.) und dann verzog Julian Trapp nach einem Konter freistehend aus zehn Metern (69.). Unterdessen sollte bei den Gastgebern Comebacker Oscar David Franco Cabrera die Defensive stabilisieren, während der Gast mit Jannik Prinz einen weiteren Offensivspieler brachte (67., 68.). In der Schlussphase versuchte es der WSC mit Flanken und langen Bällen. 

So verpassten Thannheiser und auch Durkalic (78., 84.). Spät belohnte sich der seit Ende Oktober sieglose Sport Club mit dem Ausgleich. Ein Freistoß durch Jussef Saado von der Mittellinie kam ander Strafraumkante herunter – und Nico Holtmann köpfte aus etwa 14 Metern über Fenker hinweg ins lange Eck zum 1:1 ein (90.+1). Was großen Jubel beim WSC auslöste. sorgte auf der Herbener Bank für ziemlich konsternierte Blicke. Zudem sah Oscar Franco Cabrea nach einem erneute Foul – diesmal an Holtmann – noch gelb-rot (90.+5).

Tore: 1:0 (13.) Vogt, 1:1 (90.+1) Holtmann

Bes. Vork.: Gelb-Rot für Franco Cabrera (90.+5, SVH), wiederholtes Foulspiel

Zuschauer: 512

Es sagten: 

Holger Möllers (SV Herbern): Man kann schon sagen, dass wir uns in der zweiten Halbzeit das Spiel haben aus der Hand nehmen lassen. Es war kein tolles Spiel, und das haben wir auch nicht erwartet. Es war wie erwartet ein von Fouls geprägtes Spiel. Wir haben es nicht geschafft, bei den Wernern durchzukommen. Vieles war Stückwerk und die gelb-rote Karte für Oscar (Cabrera) völlig unnötig. Am Ende müssen wir das zweite Tor machen, aber wir haben unsere Konter einfach nicht sauber genug zuende gespielt. 

Lars Müller (Werner SC): Über das Gegentor brauchen wir gar nicht zu reden. Wir waren schon in der ersten Halbzeit gar nicht so schlecht. Vor den ersten beiden Torchancen durch den Kopfball von Juppi (Saado) und durch Thanne (Thannheiser) haben wir und bis dahin auch keine Chance zugelassen. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem wir öffnen mussten, haben wir nichts zugelassen. Unter dem Strich war der Ausgleich verdient. Es freut mich, dass Nico Holtmann das Tor macht. Er hat es sich verdient. Bei dem, was er heute gezeigt hat, ist er der beste Innenverteidiger dieser Liga. Gute Besserung an Dominick Lünemann.

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