Die Dreierkette beim Werner SC hält dicht

Sebastian Schnee bearbeitet Aschebergs Rodrigo de Sousa. - Foto: Gudra

WERNE - 42 Gegentore hat der Werner SC in der Saison 2013/2014 der Fußball-Bezirksliga (8) kassiert – ziemlich viele für ein Spitzenteam. 13 davon fielen in der entscheidenden Schlussphase der Saison. Und jetzt? Nach vier Spielen haben die Blau-Roten nur zwei Gegentore kassiert und liegen an der Tabellenspitze. Eine Folge der neuen taktischen Ausrichtung mit Dreierkette und zwei hoch stehenden Außenverteidigern?

„Ich glaube, die dadurch geschaffene Überzahl im Mittelfeld tut unserem Spiel gut“, sagt Trainer Kurtulus Öztürk. Den Beweis gibt es schwarz auf weiß: Die beiden Gegentore sind nicht aus dem Spiel heraus gefallen, sondern Produkte gegnerischer Standards: In Senden (1:1) und gegen Ascheberg (3:1) fielen sie nach Eckbällen.

Die Diskussionen über die taktische Ausrichtung nimmt auch in den unteren Fußball-Klassen einen immer breiteren Raum ein. Für manche Betrachter zu viel, für viele nicht genug.

Kurtulus Öztürk redet gerne darüber, auch wenn er sich bisher auf eine Variante festgelegt hat und in allen vier Partien mit der selben Startelf begonnen hat: Vor dem mitspielenden Keeper Rockel verteidigen Heese, Saado und Schöpper in einer Dreierkette, davor Simon als Sechser, auf den Außenbahnen Seifert und Schnee, als kreative Kräfte in der Zentrale Schwerbrock (etwas zurückgezogen) und Thannheiser, davor die schnellen Bacak und Durkalic.

„Ich denke, dass wir dieses System so ganz gut spielen“, sagt Öztürk. Für die Gegner wird es schwer, sich gegen diese Formation Chancen zu erarbeiten, sofern auch seine Spieler in vorderer Reihe dafür sorgen, dass das „Feld nicht zu groß wird“, wie Öztürk sagt. Daraus ergeben sich nämlich Räume, wie sie Ascheberg nach der Pause phasenweise besaß. Das klappte beim 3:0 in Scharnhorst und beim 4:0-Heimsieg gegen Overberge viel besser.

Konzentration und Frische fehlten

„Mir fehlte ein bisschen die Frische und die Konzentration. Und trotzdem hat Ascheberg nur eine Chance aus dem Spiel heraus“, sagt Öztürk. Das war nach 30 Minuten, als Heese ohne Not die falsche Spieleröffnung über die Feldmitte wählte und nicht über die freie Außenbahn. Rockel musste danach mit einer Fußabwehr gegen Westhues retten.

Weil Ascheberg kämpfte und die Standards „saugefährlich waren“, sagt Öztürk, „dürfen wir am Ende trotzdem mehr als glücklich sein, dass wir gewonnen haben“.

Im fünften Saisonspiel am Sonntag beim TuS Eving-Lindenhorst wird Öztürk seine bewährte Stammformation erstmals ändern müssen.

Mit Leon Heese und Bastian Schöpper melden sich zwei Drittel der Abwehrkette in den Urlaub ab. „Aber wir haben einen guten Kader“, sagt Öztürk – und einen flexiblen dazu. So denkt er über eine Rückkehr zur Viererkette nach – mit vielen Optionen.

„Wir haben das Potenzial, innerhalb kürzester Zeit im Spiel zu reagieren, umzustellen und die Taktik zu wechseln“, freut sich Öztürk und sagt: „Für uns war das bis hierhin ein Traumstart.“ Nicht wegen der Tabellenführung. „Denn die“, sagte der WSC-Trainer in seiner Montag-Bilanz, „hatte ich heute Morgen schon wieder vergessen.“ - gu

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