Seniorenteams pausieren 

Corona-Lockdown beim SuS: Weitere Testergebnisse negativ

Der SuS Oberaden hat den Trainings- und Spielbetrieb seiner Seniorenmannschaften (hier ein Archivbild gegen Westfalia Rhynern) komplett ausgesetzt.
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Der SuS Oberaden hat den Trainings- und Spielbetrieb seiner Seniorenmannschaften (hier ein Archivbild gegen Westfalia Rhynern) komplett ausgesetzt.

Die neue Amateurfußball-Saison steht vor der Tür. Fans und Aktive freuen sich darauf, wenn der Ball in Westfalen ab dem 5./6. September wieder rollt und die seit Anfang März aufgrund der Corona-Pandemie bedingte Zwangspause in Sachen Meisterschaftsspiele beendet ist.

Update, 5. August, 18.15 Uhr: Aufatmen beim SuS Oberaden: Die zweite Welle der Ergebnisse brachte keine weiteren positiven Tests auf das Coronavirus bei der ersten Fußball-Mannschaft. Nach und nach hatte Trainer Birol Dereli die Mitteilungen seiner Spieler beisammen, nachdem diese einen Anruf vom Gesundheitsamt erhalten hatten. Der A2-Kreisligist bleibt damit bei den vier bereits am Montag feststehenden Ansteckungen mit Covid-19, 17 Abstriche fielen bislang negativ aus, ein Resultat steht noch aus. 22 Personen wurden getestet.
Die Oberadener müssen nun noch abwarten, bis auch die vom Gesundheitsamt angekündigten Nachtests durchgeführt wurden. Das soll Mitte der kommenden Woche stattfinden. Bis dahin bleibt das komplette Team weiter in Quarantäne.

Für Dereli bestätigte sich mit den vielen negativen Tests die Vermutung, dass die Krankheit von außen hineingetragen wurde und die Ansteckung nicht beim Spiel oder beim Training vonstattengegangen sei. Die vier Betroffenen seien untereinander gut befreundet. Einer der vier hatte am Samstagmorgen über den Verlust des Geruch- und Geschmackssinn geklagt, sich testen lassen und die Mannschaft informiert.

Während sich alle Mitglieder des Teams freiwillig zum Testen begaben, war das Gesundheitsamt seit Bekanntwerden des Falles auf der Suche nach den Kontaktpersonen und der Infektionskette und kam letztlich auf 20 Menschen. Fünf davon wohnen außerhalb des Kreises in Hamm und Dortmund, teilte Sprecherin Constanze Rauert mit, woraufhin die dortigen Gesundheitsämter eingeschaltet wurden. Bei den 15 Kontaktpersonen innerhalb des Kreises gab es fünf Infektionen, also wohl auch eine außerhalb des SuS.

Ursprungsbericht vom 4. August:

Bergkamen – Auf welch wackeligen Beinen der Fußball wegen des Virus weiterhin steht, zeigt sich an einem Beispiel des A-Kreisligisten SuS Oberaden aus dem Kreis Unna/Hamm.Um beim Fußball und bei Ergebnissen zu bleiben: Nach dem Ausbruch des Coronavirus innerhalb der ersten Mannschaft des SuS Oberaden am Wochenende steht es bei den bis Dienstagnachmittag bekannt gewordenen Testresultaten 7:4.

Nachdem bei allen Spielern, Trainern und Betreuern aus dem 24-köpfigen Kader des Bergkamener A2-Kreisligisten Abstriche vorgenommen wurden, sind bislang sieben negativ gewesen, vier positiv. Die weiteren Ergebnisse werden am Mittwoch erwartet. Der SuS vollzieht teilweise einen Lockdown auf seiner Anlage am Römerberg. Auch der Gegner der Partie am Freitag, Türkspor Dortmund, hat mittlerweile auf Eigeninitiative Tests vorgenommen.

Seniorenbereich liegt auf Eis

Oberadens erste Mannschaft hat vom Gesundheitsamt eine Quarantäne verordnet bekommen, nachdem bei einem Spieler, der gegen Dortmund aufgelaufen war und am Samstagmorgen über einen Verlust von Geschmacks- und Geruchssinn geklagt hatte, eine Erkrankung mit Covid-19 festgestellt worden war. „Bei uns liegt derzeit der komplette Seniorenbereich auf Eis“, sagt Stefan Kasch, der Fußball-Abteilungsleiter, zum Trainings- und Spielbetrieb.

Das betrifft auch die Zweit- und Drittvertretung, obwohl diese an anderen Tagen als die Erste zu ihren Einheiten am Platz sind. Kontakt untereinander könne laut Kasch aber durch Freundschaften vorhanden sein. Der Jugendbereich, der teilweise erst in dieser und der nächsten Woche ins Training einsteigt, wird aber unter Einhaltung des schon zuvor vom Verein erarbeiteten Hygienekonzepts weitermachen.

Das Konzept sieht unter anderem sowohl räumliche als auch zeitliche Abstände zwischen den trainierenden Teams und das Führen von Anwesenheitslisten vor. Kontakt zu den Zuschauern soll es bei Spielen nicht geben. „Jeder trinkt aus seinem eigenen Becher“, spricht Coach Birol Dereli von hohen Anforderungen.

So sieht die aktuelle Lage im Kreis Unna aus: Alle Informationen zu den Infektionen mit dem Coronavirus in unserem Ticker.

Informationen fließen schnell

Der SuS bekommt für seine Handhabung des Infektionsfalls derweil lobende Worte. Manfred Schnieders, Vizepräsident Amateurfußball im Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW) erklärte. „Das war gut so, wie der Verein gehandelt hat.“ Und auch Tim Eibold, Sportlicher Leiter bei Türkspor verteilte „ein Kompliment an Oberaden, wie es damit umgegangen ist und uns sofort informiert hat“. Man stehe weiter im Austausch.

In Oberaden sind sie wiederum froh, dass das Gesundheitsamt so zügig reagiert habe. „Die Zusammenarbeit ist überragend. Wir wurden sofort informiert, wo wir uns testen lassen können und es wurden schnell Termine vereinbart“, sagt Dereli der bereits über ein negatives Ergebnis verfügt.

Auch bei Türkspor ruht vorerst der Ball

Die ersten Oberadener hatten bereits am Samstag in Dortmund die Abstriche vornehmen lassen, die anderen am Sonntag. Türkspor zog mit seiner kompletten Mannschaft und dem Stab am Dienstag und Mittwoch nach. Eingesetzt werden derzeit zwar nur 15 Akteure, der Landesligist hatte am Tag darauf allerdings eine Partie gegen Westfalia Herne, zu der zum Zwecke eines Fotoshootings alle zum Platz gekommen waren, obwohl nur wenige erneut spielten, wie Eibold erklärt.

Der Sportliche Leiter spricht von einer gewissen Ungewissheit im Verein und im Team. „Es gibt keinen Leitfaden. So wirklich wissen wir auch nicht, was wir machen sollen. Das ist eine ganz schwierige Situation. Wir können nur von Tag zu Tag denken und hoffen, dass alles negativ ist.“

Bis auf Weiteres sei das Mannschaftstraining ausgesetzt, mitten in der Vorbereitung werde nur individuell trainiert. Das Dortmunder Gesundheitsamt habe sich bislang nicht beim Klub gemeldet. Am Donnerstag bestreitet Türkspor ein weiteres Testspiel gegen den FC Nordkirchen, bis dahin sollen die Ergebnisse vorliegen.

Der Coronafall beim SuS zog weitere Kreise. Ein Linienrichter des Gespannes aus der Partie am Freitag war für eine Begegnung von Westfalia Wethmar am Sonntag angesetzt. Sicherheitshalber wurde das Spiel nach 25 Minuten abgebrochen. Herne wiederum wurde ebenfalls informiert. Dort hielten sich alle an die gesetzlich und behördlichen Vorschriften, teilte Coach Christian Knappmann mit. Die Entwicklung werde im Auge behalten.

FLVW sieht keine Pauschallösung für alle Vereine

Der FLVW versucht seinen Vereinen Hilfestellung in Umgang mit den Coronaschutzmaßnahmen zu geben, sieht aber nicht die Möglichkeit, ihnen „Pauschallösungen“ an die Hand zu geben, wenn es zu Infektionen von Spielern wie in Oberaden kommt. Wie damit umzugehen sei, liege bei den jeweiligen Gesundheitsämtern. „Die Vorgaben macht die jeweilige Kommune“, sagt Manfred Schnieders, der Vizepräsident Amateurfußball. Man habe den Klubs einen Hygieneleitfaden an die Hand gegeben, außerdem könnten sie sich jederzeit an den FLVW wenden.

Derweil ist der Verband dabei, Regularien für den Umgang mit Coronafällen in Mannschaften einzuarbeiten. So soll bei mehreren Erkrankungen im Team oder einer Quarantäne, die Gelegenheit bestehen, Spiele zu verlegen, wie es jetzt bei einer Erkältungs- oder Grippewelle bereits möglich ist. Es müsse nur amtlich oder ärztlich beglaubigt sein, so Schnieders.

Auch die aktuellen Durchführungsbestimmungen der Saison, die am Mittwoch veröffentlich werden sollen, werden angepasst, um bei erneuten Einschränkungen durch das Virus vorbereitet zu sein. Schließlich könnten Mannschaften oder auch ein ganzer Kreis vom Spielbetrieb ausgeschlossen sein. „Das wird spannend, wie wir das umgesetzt kriegen“, verweist Schnieders auf eine für alle immer noch neue, dynamische Situation

SuS-Trainer am Telefon statt auf dem Platz gefordert

Zurück nach Oberaden, wo die Quarantäne-Trainertätigkeit von Birol Dereli aus vielen Telefonaten besteht. „Jeder hat Fragen, obwohl ich das selber nicht alles weiß und mich schlau machen muss“, spricht er von Unsicherheit in seinem Team.

Sein Chef habe für die verordnete Quarantäne nach dem Coronavorfall Verständnis gezeigt. „Die Reaktion war nur positiv. Der war froh, dass ich mich gemeldet habe.“ Auch bei seinen Spielern habe er noch keine Probleme mitbekommen und appelliert an das „Fingerspitzengefühl“ der Arbeitgeber. Das Virus „hat sich bei uns reingeschlichen und jetzt muss es wieder raus“, betont Dereli, dass die Infektion „mit Fußball nichts zu tun hat“. Der betreffende Spieler habe noch bei der Partie am Freitag keine Symptome gezeigt.

Gesundheitsamt prüft Kontaktlisten und ermittelt Infektionsketten

In Oberaden warten sie nun auf die weiteren Ergebnisse und Termine für die Nachtests. Bis dahin sind die Aktivitäten abgesagt, unter anderem ein Freundschaftsspiel gegen Wethmar am 9. August. Am 16. August soll der SuS auf den TuS Wiescherhöfen treffen, dann wäre die Quarantäne beendet. „Da warten wir ab“, sagt Dereli.

Das Gesundheitsamt des Kreises ist derweil damit beschäftigt, die Kontaktpersonen der Fußballer zu ermitteln und damit die Infektionsketten offenzulegen. „Wir sind mitten drin am Ball“, sagt Kreissprecherin Constanze Rauert. Diese Menschen zu ermitteln, sei sehr vielfältig. Geguckt werden müsse, wo waren die Leute mit wem zusammen.

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