Mitglieder des Werner TC leisten "Soli" für ihre Tennis-Trainer

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Beim Werner Tennisclubs 75 gehören Thomas Dröge (links) und Peter Haukamp (hinten rechts) zu den Berufstrainern, die beim Werner Tennisclub 75 den erfolgreichen Nachwuchs – hier bei einer Ehrung im Oktober 2018 – betreuen.

Werne – Der westfälische Tennisverband verbreitet in Zeiten der Corona-Krise zumindest ein wenig Optimismus und hat seine Klasseneinteilungen für die Sommersaison bekannt gegeben, die Anfang Mai beginnen soll.

 „Ob und wann ein Spielbetrieb stattfindet, kann zu diesem Zeitpunkt jedoch noch nicht vorhergesagt werden“, heißt es allerdings auch auf der WTV-Homepage. In den Clubs geht es durch die Komplettabsage des Trainings- und Spielbetriebs bis mindestens nach den Osterferien um Existenzen, wie die Beispiele TC Blau-Weiß Werne und WTC 75 zeigen. 

So beschäftigt der Werner Tennisclub 75, der seinen Übungsbetrieb zunächst bis zum 19. April eingestellt hat, mit Thomas Dröge, Axel Möller, Peter Haukamp und Michael Fliescher vier Berufstrainer. Diese arbeiten vornehmlich im Nachwuchsbereich und betreuen etwa 130 Kinder und Jugendliche.

Schauder: "Für sie ist eine Grundlage der Existenz vernichtet"

 „Durch den totalen Stillstand ist für sie eine Grundlage ihrer Existenz vernichtet“, sagt WTC-Vorsitzender Harald Schauder und hat mit seinen Vorstandskollegen entsprechend reagiert: „Da uns allen eine schwere Zeit bevorsteht, möchten wir an die Solidarität und die starke Gemeinschaft in unserem Verein appellieren. Daher erhalten unsere Berufstrainer ihre ausgefallenen Stunden trotzdem vergütet“, heißt es auf der Homepage. 

Möglich wird das, weil viele Eltern auf die Rückzahlung eines Monatsbeitrags für die Trainingsgebühren verzichten. „Das ist von vielen positiv aufgenommen und umgesetzt worden, denn die Trainer leisten wirklich viel im Kinder- und Jugendtraining. Wir können es aber auch nicht von allen verlangen, zum Beispiel von Eltern, die für mehrere Kinder zahlen“, sagt Schauder. 

Auf Dauer, sagt der Rechtsanwalt aber auch, sei das nicht aufrecht zu halten. Es sei mehr als Überbrückungsgeld zu betrachten. „Wir wollten mit dieser Aktion einen zeitlichen Puffer schaffen, bis die Trainer Sozialleistungen bekommen. Da gibt es einige Möglichkeiten, die schnell auf den Weg gebracht werden können. Aber da ist nicht schon morgen das erste Geld auf dem Konto“, sagt Schauder. 

Für die Saison ist der Club aus dem Sportzentrum Dahl bereits gerüstet. Nach Abklingen der Pandemie sei der Trainings- und Spielbetrieb schnell wieder möglich. Die Anlage ist inzwischen von einer Fachfirma aufwändig instand gesetzt worden und wird von einem hauptamtlichen Platzwart betreut. Auch für die Clubbewirtung ist gesorgt: „Wir haben eine neue Frau, die hat sich schon so auf die Saison gefreut“, sagt der Vorsitzende. Vorräte für den Saisonstart sind aber noch nicht angelegt. Schauder: „Sie kommt ohne Verlust daraus, aber eben auch ohne Einnahmen.“ 

Beim Tennisclub Blau-Weiß wird inzwischen der komplette Trainingsbetrieb bei den Jugendlichen extern von der Tennisschule Robby Stärke & Björn Probst GbR betreut. „Für die ist das natürlich existenzbedrohend. Die haben festes Personal und müssen sehen, wie sie das lösen“, sagt Willi Kraak, Vorsitzender des TC Blau-Weiß. Sportwart Andreas Thivessen stehe in stetem Austausch mit den Münsteranern. Auch an der Pagensstraße ist schon darüber nachgedacht worden, Trainingsgelder für einen befristeten Zeitraum weiter zu bezahlen.

 „Aber es ist schwierig, dies allen Eltern zu vermitteln“, weiß Kraak, der sich ebenso wie sein Kollege Harald Schauder nicht vorstellen kann, dass der Meisterschaftsbetrieb tatsächlich Anfang Mai beginnt und damit auch wieder Leben auf die Anlage kommt. 

Auch an der Pagensstraße hat eine Fachfirma bereits die Plätze aufbereitet, die angesetzten Arbeitseinsätze – jedes Mitglied leistet sechs Pflichtstunden im Jahr – sind allerdings gestrichen worden. Auch hier wartet eine neue Clubhauswirtin darauf, dass es losgeht. Anmeldungen für das Pfingstturnier, das vom 30. Mai bis um 2. Juni stattfinden soll, sind weiterhin möglich. Nennungsschluss ist hier der 25. Mai.

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