Wakeboarder aus Bergkamen

Miles Töller will Weltmeister werden

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Miles Töller

Bergkamen/Buenos Aires – Miles Töller ist es derzeit in Deutschland zu kalt. Das ist allerdings nicht der Grund, warum der 24-Jährige am Samstag in einen Flieger nach Argentinien, genauer gesagt nach Buenos Aires, gestiegen ist...

Denn Miles Töller ist Mitglied der deutschen Nationalmannschaft im Wakeboard-Fahren, und in der Nähe der südamerikanischen Metropole findet vom 14. bis 23. Februar die zehnte Weltmeisterschaft statt.

 Vor sieben Jahren holte der Bergkamener als Jugendlicher den Weltmeistertitel, in diesem Jahr will er erneut ganz oben aufs Treppchen, dann aber bei den Männern. Die 19- bis 30-Jährigen starten in der Open Men genannten Klasse. „Meine Form ist bombastisch“, ist Miles Töller mit seiner Situation mehr als nur zufrieden. 

„Die Top 3 und eine Medaille müssen da einfach drin sein. Im besten Fall ist es sogar der Titel.“ 

Um soweit zu kommen, hat der Deutsche Meister von 2016 nichts dem Zufall überlassen. In den vergangenen Wochen trainierte er in Thailand, kehrte erst am Mittwoch zurück.

„Da waren es 33 Grad, in Argentinien werden es auch so um die 30 Grad sein. Das passt, hier ist es mir grad ein bisschen kalt.“ Die Angst vor einer Erkältung durch den Klimawechsel schiebt er weit von sich: „Ich fühle mich seit langer Zeit mal wieder richtig fit.“ 

Und beim Training in Thailand habe er sich unglaublich weiterentwickelt. Die dortige Anlage ist berühmt für ihre Kicker-Fahrten – und solche Sprungrampen, wie sie vom Snowboard-Fahren bekannt sind, werden Teil des Weltmeister-Parcours in Argentinien sein. „An Start und Ziel wird es diese Rampen geben“, erklärt Miles Töller, weshalb er sich zwei bis drei Wochen intensiv mit den Kickern befasst hat. „Am Anfang hatte ich vielleicht eine 5,5“, beschreibt Töller seine Leistungsstand anhand möglicher Wertungen. 

„Jetzt bin ich bei 9. Das ist wirklich ein großer Sprung.“ Videos, die er von seinem Können im Internet gepostet habe, seien bei den Klickzahlen durch die Decke gegangen. Deshalb hofft er, auch das Live-Publikum in Buenos Aires von sich überzeugen zu können. „Wenn das Publikum jubelt, reagieren meist auch die Kampfrichter darauf“, hat er in der Vergangenheit festgestellt. 

Um die von sich überzeugen zu können, hat er pro Lauf 1:10 bis 1:30 Minute Zeit, dann ist die Parcours-Runde vorbei. In der Zeit muss er sieben bis acht Hindernisse überwinden und möglichst viele Tricks zeigen, ohne aus der Puste zu kommen. Eine feste Kür muss Miles Töller zwar nicht präsentieren, aber er hat denkbare Abläufe trainiert, denn mit seiner Kraft muss er haushalten, um es bis ins Ziel zu schaffen. Auf hohe Sprünge, saubere Landungen und flüssige Verbindungen muss er beim Lauf auch noch achten. 

Miles Töller in Aktion.

Töller hofft, sechs Mal an den Start gehen zu können: In der Qualifikationsphase, im Viertel- und Halbfinale sowie im Finale selbst. Sollten es aber viele Teilnehmer sein, könnten auch acht Starts möglich sein – und dann zählt die Kondition. Seinen ersten Wettkampf wird Miles Töller am Dienstag, 19. Februar, bestreiten, dann folgen die Finalrunden am 20. und 23. Februar. In Deutschland bleibende Fans werden dann in der Mittagszeit die Daumen drücken müssen, denn so groß wie dieses Mal war die Chance, dass Miles Töller den Weltmeistertitel mit nach Hause bringt, noch nie.

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