Bei Marie Ligges dreht sich nicht nur in Lenklar fast alles um Pferde

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Marie Ligges holte mit Dembelé in der abschließenden M*-Prüfung den Sieg. 

Werne - Wer den Namen Ligges hört, denkt sofort an Spitzenpferde und kommt auch bei den Lenklarer Reitertagen nicht daran vorbei. So ist es eigentlich kein Wunder, dass es auch im Leben von Marie Ligges nicht viel anderes als Pferde gibt. Auch wenn sie sich etwas anderes hätte vorstellen können.

Seit dem 1. August des vergangenen Jahres befindet sie sich in der Ausbildung zur Pferdewirtin mit dem Schwerpunkt klassische Reiterei auf dem eigenen Gestüt in Herbern. Dass es aber so kommen würde, war für die in ihren Juniorenjahren bereits hoch dekorierte Reiterin nicht von vornherein klar. 

2017 machte sie ihr Abitur. „Und zwar gar nicht so schlecht, mit 2,2“, erklärt sie nicht ganz ohne Stolz. Deswegen wäre auch ein Studium für sie durchaus eine Option gewesen. Aber nach dem Abitur wollte die Enkelin des Olympiamedaillengewinners Fritz Ligges erst einmal die Welt entdecken. 

Während viele andere daraus ein Jahr „Work and Travel“ machen, kam Marie Ligges nicht an Pferden vorbei. Zunächst ging es für drei Monate zum ehemaligen Weltmeister Jos Lansink nach Belgien, dann für einige Zeit zu einer befreundeten Familie in die USA, wo Marie aber ebenfalls die meiste Zeit im Sattel saß. „Ich habe gemerkt, wie viel Spaß mir das macht. Und da ich eh nicht wusste, was ich genau studieren wollte, habe ich mich dann für die Ausbildung entschieden“, erklärt sie. 

Dass die aber auch noch auf dem elterlichen Hof absolviert wird, stand auch nicht automatisch fest. „Es ist nur schwer, einen Stall zu finden, bei dem ich selber auch viele Turniere reiten kann. Viele haben schon feste erste und zweite Bereiter“, sagt die 19-Jährige. So rückte der elterliche Hof immer mehr in den Blickpunkt. Vater Kai, selbst schon Nationenpreisreiter, wollte die Tochter auch sehr gerne auf dem eigenen Hof halten. „So hat sich das für beide Seiten dann auch angeboten, ich kenne ja auch die Abläufe“, stellt sie fest. 

Ligges kennt hier die Pferde, ist mit vielen von ihnen schon auf Turnieren unterwegs gewesen oder hat sie auf der eigenen Hengstschau präsentiert. So war es nur logisch, dass sie am Tag für vier- und fünfjährige Pferde am Montag ebenfalls einige Pferde aus der Ligges-Zucht präsentierte. 

Am erfolgreichsten war sie mit dem fünfjährigen Westfalen-Hengst Dembelé, gezogen aus Diamant de Semilly und einer Cornet Obolensky-Mutter. Mit ihm gewann sie das abschließende M*-Springen (8.6) und belegte im L-Springen den zweiten Platz in der ersten Abteilung (8.4). 

Mit dem vierjährigen For the Moment, einem Westfalen-Hengst, gezogen aus For Pleasure und einer Cornet Obolensky-Mutter, holte sie am Morgen bei dessen erstem Einsatz in einer solchen Prüfung den Sieg in der zweiten Abteilung der A*-Springpferdeprüfung. „Lenklar ist eines meiner Lieblingsturniere“, gibt die 19-Jährige zu, dass es mit ihr Lenklar immer wieder passt. 

Durch ihr Abitur kann sie die Ausbildung von drei und zwei Jahre verkürzen. So steht die Bereiterprüfung also für 2020 auf dem Plan. Genau bis dahin ist sie dann auch noch in der Klasse der Jungen Reiter unterwegs, bevor sie dann zu den Senioren wechselt. 

Im laufenden Jahr steht aber noch ein anderer Höhepunkt auf dem Programm. Beim Bundeschampionat im vergangenen September gewann sie als beste Auszubildende eine Trainingswoche bei Weltklassereiter Holger Wulschner in Groß Viegeln. Die darf sie dann im Mai absolvieren. 

Ein Höhepunkt der ganz anderen Art wartet aber am Mittwoch und der verbindet sie nahezu jedes Jahr aufs Neue mit Lenklar: Da feiert Ligges ihren 20. Geburtstag. Und wie sollte es am Amazonentag wahrscheinlich anders sein – auf dem Rücken der Pferde.

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