Beim Fußball-Landesligisten SV Herbern:

Maria Aschoff, die Kultfrau an Fritteuse und Grill

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Maria Aschoff mit erwartungsfrohen Kunden.

Herbern - Sportmoderator Hansi Küpper hat es bei der Jubiläumsfahrt nach Mallorca aus Anlass des 100-jährigen Bestehens auf den Punkt gebracht. „Sie ist die Kultperson des SV Herbern. Sie rackert und tut, einfach nur überragend. Alle mögen und lieben sie in Herbern.“

 Anschließend gab es von mehr als 60 eingefleischten Anhängern des Sportvereins ein Ständchen für Maria Aschoff. Klar, dass in Küppers Rede nur die 59-Jährige gemeint sein konnte. Seit mehr als 20 Jahren steht sie beim SV Herbern in jeder Fußballsaison bei den Heimspielen der ersten Mannschaft – je nach Jahreszeit – in den beiden „Pommesbuden“ des Vereins an der Werner Straße oder am Siepen – das letzte Mal am 8. März beim 1:1 ihrer Jungs im Derby gegen den Werner SC. 

Am Sonntag hätte sie laut Spielplan Grill und Fritteuse zum Heimspiel gegen den SV Mesum anheizen sollen – das Corona-Virus und dessen Folgen werden bei ihr zu Entzugserscheinungen geführt haben... 

Maria Aschoffs Mantaplatten sind legendär und ihr Kultstatus geht über die Herberner Grenzen hinaus. Das Geheimnis ihres Erfolges verrät Maria so: „Ich bereite alles mit viel Liebe zu und das schmeckt man auch.“ Gewisse Grundeigenschaften müssen dennoch sein: So werden ausschließlich Pommes Frites mit acht Millimeter Dicke zubereitet und die Würstchen werden ausschließlich bei der Fleischerei Angelkort gekauft.

 Im Laufe der Jahre hat Maria ihre Kundenwünsche ganz genau kennen gelernt: „Der Eine möchte sein Würstchen nur auf einer Pappschale, der Nächste nur Currywurst ohne Pulver“, erzählt die 59-Jährige. Auf die Frage ob es ein besonderes Rezept für die Currysauce gibt, verneint sie. „Das ist gekaufte Sauce aus dem Großhandel, die wird nur angerührt. Das war’s auch schon.“ Trotzdem lecker. 

Zu ihrem Job beim SVH ist Maria Aschoff zufällig gekommen. Ihre Söhne Michael, Thomas und Stephan hat sie im Jugendfußball stets begleitet. Als der SVH Ende der 1990er Jahre eine feste Besetzung für die „Pommesbude“ suchte, meldete sich Maria bei Edeltraud Heitmann, die das an den damaligen Vorstand weitergab. 

Der Job war ihr sicher, den Kultstatus hat sie sich im Laufe der Jahre mehr als verdient. Der zweite Vorsitzende des SVH, Dieter Aschwer, beschreibt Maria Aschoff in einem Satz: „Maria kann man nicht beschreiben, Maria muss man erleben.“ Für einen Verkaufsnachmittag inklusive Auf- und Abbau werden rund fünf Stunden Zeit eingeplant. Meistens geht es ganz gemächlich in der „Pommesbude“ zu. Aber auf den Mund gefallen ist die 59-Jährige nicht. Sie trägt das Herz oft auf der Zunge und wenn es dem einen oder anderem Kunden zu lange dauert und die Frage aufkommt, ob es schneller geht, wartet derjenige nicht lange auf eine Antwort.

 „Man hat mir auch schon angeboten, die Pommesbude zu zweit zu stemmen, aber das ist nichts für mich. Ich bin ja eher der Einzelkämpfer. Bei mir sitzt jeder Griff und die Pommes wie auch die Bratwürsten brauchen ihre Zeit“, sagt Maria Aschoff, eine glühende Anhängerin des FC Bayern München inklusive diverser Besuche in der Allianz Arena.

 Ihre Sportplatz-Kunden sind dankbar und im Team der ersten Mannschaft des Sportvereins ist „Manta Maria“ fester Bestandteil. „Dieser Job macht mir unheimlich viel Spaß und ich möchte ihn nicht missen“, sagt sie. Die derzeitige Zwangspause aufgrund der Corona-Krise versucht die Herbernerin so gut es geht zu überstehen: „Ohne die Bundesliga und meinen Pommesverkauf fehlt mir doch schon was am Wochenende. Ich freue mich schon auf die Zeit, wenn die Zwangspause vorbei ist.“

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