Aus 0:2 mach 4:2 - Landesligist SV Herbern bezwingt Hiltrup im Kreispokal-Halbfinale

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Ausgelassen bejubelten die Herberner Spieler ihren Pokal-Coup.

Herbern – Der Landesligist SV Herbern steht im Finale des Kreispokals Münster. Die Blau-Gelben warfen am Donnerstagabend nach einer furiosen zweiten Hälfte und einem 0:2-Pausenrückstand mit 4:2 den hoch favorisierten Westfalenligisten TuS Hiltrup aus dem Wettbewerb und erreichten erstmals nach dem Kreiswechsel vor drei Jahren das Endspiel. Dort trifft das Team von Trainer Holger Möllers entweder auf den FC Nordkirchen (Bezirksliga) oder den 1. FC Gievenbeck (Oberliga).

Kreispokal (Münster), Halbfinale: SV Herbern – TuS Hiltrup 4:2 (0:2). „Das wird eine lange Kabinenparty“, war sich Trainer Möllers nach dem Überraschungscoup seiner Mannschaft sicher. Die hatte Glück, dass sie nicht höher zur Pause zurücklag, kam aber mit einem Doppelschlag zurück und verdiente sich den Sieg durch einen rauschhaften Auftritt nach der Pause. 

“Ich denke, wir können zur Pause 4:0 führen. Ein 2:0 ist ein gefährliches Ergebnis. Bei den ersten Gegentoren leisten wir uns krasse Fehler und anschließend spielt Herbern sich in einem Rausch. Wir haben in der 2. Halbzeit völlig den Faden verloren“, versuchte sich Hiltrups Trainer Carsten Winkler an einer Erklärung. Dabei ging es früh in die erwartete Richtung. 

Patrick Gockel traf aus 16 Metern nach einer Ecke, die die SVH-Defensive nicht konsequent geklärt hatte (2.). Herbern fing sich in seinem 3:5:2-System und setzte über weite Strecken Hiltrup durch frühes Anlaufen seiner Spitzen Whitson und Mors unter Druck. Sebastian Schütte verzog zudem freistehend aus zu spitzem Winkel, nachdem er TuS-Keeper Romain Böcker bereits umkurvt hatte (28.). 

Kurz darauf fiel das 0:2, nachdem ein Freistoß von Rechtsaußen durch die SVH-Mauer abgewehrt wurde und der Ball wieder zu Jonas Wiethölter kam, der mit einem Heber Michael Fromme im Strafraum freispielte. Fromme netzte aus sechs Meter und abseitsverdächtiger Positionen sicher ein (38.). 

Das zeigte Wirkung: Der SVH war nach dem zweiten Gegentreffer sichtlich angeknockt und hatte Glück, dass die Gäste die Partie nicht bereits entschieden. Lauretta scheiterte im eins gegen eins an Sven Freitag (42.) und Maddente war alleine auf und davon nach einen Sabe-Fehlpass genau in seine Beine, doch er verzog knapp. Wiethölter traf zudem den Pfosten (44.), Simon Mors hatte im Gegenzig vor der Pause noch die Anschlussmöglichkeit, traf aber volley aus kurzer Distanz nur das Außennetz. 

Nach der Pause blieb es munter: Nach einem langen Ball auf Herberns Whitson Fereira Dos Santos zwang Hiltrups Lambert beim Klärungsversuch den Gästekeeper aus 16 Metern zu einer Glanzparade (47.). Im Gegenzug verzog Maddente für Hiltrup knapp. 

Mit einem Doppelschlag waren die Hausherren im Spiel zurück. Beim 1:2 gewann Whitson das Laufduell mit Lambert und brachte den Ball von der Grundlinie in die Mitte zu Simon Mors, der einnetzte (52.). Nur zwei Minuten später glich der SVH aus. Der eingewechselte Fabian Vogt legte per Kopf für Whitson vor, der aus acht Metern Böcker überwand (55.). Herbern nutzte nun den Schwung und spielte weiter mutig nach vorne, Hiltrup wirkte  angeschlagen. 

 Auch Oscar Franco Cabrera zog im Anschluss nach einer kurz gespielten Ecke über rechts energisch zur Grundlinie und brachte den Ball flach und scharf vor das Tor. Johannes Richter drückte aus drei Metern die Kugel über die Linie (64.).

 Kurz darauf musste der bärenstarke und nach der Pause kaum zu stoppende Whitson mit einer Oberschenkelverletzung vom Platz (75.). Eine echte Hiltruper Drangphase blieb als Reaktion weitgehend aus. Stattdessen konterte das Heimteam nach Lust und Laune. Nach einem Foul an dem zur Pause eingewechselten Marcel Scholtysik auf rechts gab es einen Freistoß. Dennis Idczak zog dem Ball auf den „zweiten Pfosten“, Eric Sabe köpfte das Leder vor das Tor und Christoph Blesz drückte den Ball zum 4:2 über die eigene Linie (81.). In der Schlussminute hatte der Tabellenvierte der Westfalenliga sogar Glück, dass Scholtysik nach einem Konter um Zentimeter das 5:2 verpasste. Der Rest war kollektiver Jubel und Auftakt zu einer riesigen und verdienten Kabinenparty.

SVH: Freitag – Dubicki, Richter, Idczak – Franco Cabrera, Schütte (46. Scholtysik), Sobbe, Schulte (20. Vogt), E. Sabe – Whitson Fereira Dos Santos (75. Krampe), Mors 

Tore: 0:1 (2.) Gockel, 0:2 (37.) Fromm, 1:2 (52.) Mors, 2:2 (54.) Whitson Fereira Dos Santos, 3:2 (64.) Richter), 4:2 (81.) Eigentor Blesz

Trainerstimme: 

Holger Möllers, Trainer SV Herbern: „Wir machen es von der 5. bis 40. Minute eigentlich ganz gut. Ab der 40. Minute müssen wir dann froh sein, dass es nicht mit einem 0:3 in die Pause geht. In der Halbzeit waren die Köpfe unten, aber wir haben gesagt: Wenn wir ein Tor machen, sind wir wieder im Spiel. Und was die Jungs in der 2. Halbzeit auf den Rasen gebracht haben, da haben weder ich noch Hiltrup mit gerechnet. Nach dem 3:2 musste ich meine Mannschaft bremsen. Nach der Pause haben wir auch wenig zugelassen. Wir haben in Hälfte zwei Patti (Sobbe, Anm. d. Red.) gegen Maddente gestellt – das hat sich ausgezahlt. Nordkirchen als Finalgegner wäre schon was.

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