Luis Krampe macht mit einem Viererpack auf sich aufmerksam

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Luis Krampe (rechts)

Herbern – Lange Zeit war Luis Krampe beim SV Herbern ein Grenzgänger zwischen erster und zweiter Mannschaft. Nun scheint er den Durchbruch im Landesliga-Aufgebot von Holger Möllers geschafft zu haben.

Sechsmal stand er zuletzt in der Meisterschaft in der Startelf, am Sonntag beim 5:2-Auswärtssieg in Deuten schoss er sich mit vier Toren in den Blickpunkt. „Da habe ich aber auch viel von meinen Mitspielern profitiert, die haben mich super in Szene gesetzt“, gibt der 22-Jährige die Glückwünsche gleich an seine Kollegen weiter. 

Vier Tore in einem Spiel, das ist dem Herberner Eigengewächs erst einmal gelungen. „In der letzten Vorbereitung gegen einen Kreisligisten. Ich weiß aber gerade nicht mehr, welcher das war“, sagt Krampe. Es war im August der VfL Sassenberg. Krampe kam in der 46. Minute für Michael Schulte ins Spiel und traf in der 59., 79., 83. und 84. Minute. „In der A-Jugend habe ich gegen Hiltrup mal drei Tore in zehn Minuten gemacht“, erinnert sich der Offensivspieler weiter.

 Nach seiner Zeit im Juniorenbereich entschied Luis Krampe sich dazu, ein Jahr in Australien zu verbringen. Nach seiner Rückkehr stieg er in der zweiten Mannschaft wieder ein, saß bei der „Ersten“ viel auf der Bank. In der vergangenen Saison kamen dennoch 23 Landesliga-Spiele mit einer durchschnittlichen Einsatzzeit von 39 Minuten zusammen. In der Vorbereitung auf die aktuelle Saison warf ihn zunächst ein Muskelfaserriss zurück. Der Durchbruch gelang ihm schließlich am 17. Oktober im Viertelfinalspiel um den Westfalenpokal gegen die SpVg Steinhagen: „Ein Spiel, in dem ich meine Chance bekommen und, denke ich, auch genutzt habe.“ 

Krampe bereitete das 1:0 durch Amoev vor und erzielte drei Minuten vor dem Ende das entscheidende 2:0. „Der Junge macht einfach Bock“, lobte Trainer Holger Möllers anschließend. Dass Luis Krampe inzwischen so viele Einsatzminuten bekommt, hat er sicherlich auch einem Systemwechsel in Herbern zu verdanken. In der Anfangsphase der Saison, in der sich die Blau-Gelben nach einem mittleren Umbruch finden mussten, dachte Möllers eher defensiver. „Da hatten wir ja noch eine Fünferkette hinten ohne die Außen vorne, da kam die Offensive noch ein wenig zu kurz“, berichtet Krampe. 

Inzwischen ist der SV Herbern eingespielt und dazu übergegangen, das Spiel weiter nach vorne zu verlagern, aggressiv zu pressen, den Gegner früh anzulaufen und dessen Ballverluste zu forcieren – in Deuten funktionierte das nahezu herausragend. „Die Stimmung in der Mannschaft ist hervorragend. Schade, dass jetzt die Winterpause kommt, bei dem Lauf, den wir zuletzt hatten“, sagt Luis Krampe, der offensiv die linke Seite beackert. Seine persönlichen Stärken sieht der 22-Jährige in seiner Schnelligkeit und in seiner feinen Ballbehandlung, auch wenn er schusstechnisch nur ein Rechtsfuß ist. 

Eine Schwäche: „Ich muss mich ab und an mal eher vom Ball trennen. Das hat mir der Trainer auch schon nahegelegt.“ Das Pensum, das Krampe im Augenblick absolviert, ist schon beachtlich. Neben einer Ausbildung zum Industriekaufmann studiert er abends und an den Wochenenden in Dortmund Maschinenbau. „Es ist gelegentlich schwierig, das mit dem Training zu vereinbaren, aber zwei, drei Einheiten in der Woche schaffe ich“, sagt Luis Krampe. Nun hat er sportlich erst einmal Pause bis Mitte Januar. Mit Blick auf Beruf und Studium ist die Frage noch offen, ob für ihn der Davertpokal oder andere Hallenturniere infrage kommen werden. „Es macht ja Spaß“, sagt er, „aber es ist auch ein bisschen gefährlich.“

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