Leon Echtermann siegt im Elite-Rennen, Entwarnung nach schwerem Sturz bei den U17-Mädchen

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Leon Echtermann (2. von links) siegte beim Elite-Rennen vor Martin Boubal und Oliver Flautt. Mit dabei ist der RSC-Vorsitzende Frank Volmerg.

(update) Werne - Frank Volmerg sollte Recht behalten. „Ein tempofester Fahrer“ würde die 11. Auflage des Elite-Rennens beim Poco-Cup gewinnen. Und das war am späten Samstagnachmittag mit Leon Echtermann vom Herrmann Radteam aus Baiersdorf in der Nähe von Erlangen genau ein solcher Fahrer, der bei der Überfahrt der Ziellinie den Arm zum Jubeln hoch riss.

Der 22-Jährige aus Hattersheim-Eddersheim in der Nähe von Wiesbaden ließ nach 44 Runden mit jeweils 4,7 Kilometer über die 84,6 Kilometer gesamt knapp den 35-jährigen tschechischen Mitfavoriten Martin Boubal aus Budweis in Südböhmen in 2:07:43 Stunden hinter sich. 

„So etwas mag ich. Eine leicht ansteigende Zielgerade und schön gegen den Wind. Ich habe dabei den perfekten Windschatten erwischt“, sagte Echtermann, der einen 41er Schnitt fuhr – das ist eher langsam. Lokalmatador Jan Tschernoster vom RSC Werne, der für das Team Heizomat rad.net fährt, attackierte immer wieder und versuchte sich vom Feld zu lösen.

Tschernoster greift immer wieder an

 „Anders habe ich ja keine Chance“, begründete der zweifache Oder-Rundfahrt-Sieger seinen offensiven Fahrstil an seinem 23. Geburtstag. Der Bergkamener wurde am Ende 19., als er austrudeln ließ. Denn es schaffte zum Ende kein Fahrer mehr, vom Feld weg zu kommen. „Das Rennen war zwar sehr selektiv, von hinten aus gesehen“, sagte der Sieger Echtermann. So kamen nur 21 der 44 Starter ins Ziel auf Langernstraße. 

Zwischenzeitlich hatten die zwei Ausreißer Frank Lütter vom Team Kern-Haus und Christopher Heider (Dauner Akkon Pro CT) über eine Minute zwischen sich und dem Feld gebracht, wurden aber schnell wieder einkassiert.

Volmerg und Liss steigen aus

 Vor dem Rennende schieden vorher auch zwei weitere Lokalmatadoren aus. Der 30-jährige Frederik Kremer, der unter seinem Geburtsnamen Volmerg fuhr, musste abreißen lassen, da er bereits ab 6.15 Uhr in der Frühe vor den Radrennen beim Aufbau geholfen und entsprechend keine Körner mehr hatte. 

Jan Tschernoster

Fünf Runden vor Schluss war auch für Lucas Liss aus Bergkamen Schluss. Der 27-jährige Scratch-Weltmeister von 2015, der für das Team Sauerland fährt, packte eine weitere Enttäuschung in seine bescheiden verlaufene Saison, für die auch eine langwierige Knie-Verletzung sorgte. 

11.Poco-Cup des RSC Werne

„Der Kopf pumpt“, sagte Liss zur Begründung. „Die Runde verlangt viel ab und das Rennen hat einen wahren Sieger. Ich komme gern hier hin. Großes Lob an den RSC Werne für die tolle Strecke“, sagte der frühere Weltcup-Sieger im Omnium.

Rennen muss unterbrochen werden

Einen schweren Sturz gab es im Rennen der U17-Mädchen. Smilla-Anouk Eickhoff von Sprintax Bielefeld kam von der Strecke ab und verletzte sich so schwer, dass sie von einem Notarzt am Unfallort versorgt werden musste und mit einem Rettungswagen in eine Dortmunder Klinik gebracht wurde. 

Die Rennen wurden für den Einsatz neutralisiert und später wieder neu gestartet. Am Sonntag gab es dann die Entwarnung: "Ich habe mit den Eltern von Smilla telefoniert. Da sie bewusslos war, musste sie zur Überwachung im Krankenhaus bleiben. Aber sie hat sich glücklicherweise nichts gebrochen und die Familie hofft, dass sie bald aus dem Krankenhaus entlassen werden kann", sagte der RSC-Vorsitzende Frank Volmerg.

Für das Elite-Rennen der Frauen meldeten sich mit Charlotte Becker und Mieke Kröger zwei frühere Weltmeisterinnen im Mannschaftszeitfahren. Die beiden dominierten auch das Rennen und holten sogar die früher gestarteten U17-Mädchen ein. Am Ende hatte die 36-jährige, mehrfache deutsche Meisterin aus Waltrop die Nase vor Kröger vorne. 

Insgesamt waren über 50 Helfer des RSC Werne in Langern im Einsatz, als Streckenposten, bei der Verpflegung und natürlich auch in der Rennleitung. Als launiger und extrem kenntnisreicher Moderator war zum zehnten Mal beim Poco-Cup Henning Tonn aus Bielefeld im Einsatz – und das von 9 bis 17 Uhr. 

„Stürze will natürlich kein Veranstalter. Und der geringe Zuschauerzuspruch ist auch der Hitze geschuldet. Sportlich gesehen hatten wir aber ein hochklassiges Starterfeld mit vielen spannenden Entscheidungen“, zog der RSC-Vorsitzende Frank Volmerg sein Fazit.

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