Lenklar: Katrin Eckermann siegt im Großen Preis

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Katrin Eckermann auf dem Weg zum Sieg im Großen Preis.

WERNE - Es bleibt dabei: Auch bei den 35. Lenklarer Reitertagen hat der Gewinner des Vorjahres den Titel nicht verteidigen können. Dieses Mal traf es den 3-maligen Derbysieger Toni Haßmann.

Er hatte keine Chance, im Umlauf des Großen Preises seinen Neuzugang Crocant über das Wasser zu bekommen. Den Sieg im Stechen sicherte sich Katrin Eckermann (Kranenburg) mit der 8-jährigen Hannoveraner Stute Chamonix.

Vor 5 000 Zuschauern an der Bundesstraße 54 war die 24-Jährige in 38,56 mehr als zwei Sekunden schneller als der Mannheimer Armin Schäfer junior auf Romeo du Paradis. Die beiden nächsten Plätze waren schwedisch besetzt: Henrik von Eckermann belegte mit Calmando den dritten Platz, gefolgt von Nicole Persson mit Quante.

Parcourschef Rainer Evelt und Team leisteten gute Arbeit, bauten für den Umlauf auf 440 Meter Länge zwölf Hindernisse mit 15 Sprüngen auf. Größte Klippe des sehr fair abgesteckten Kurses: Die Dreifach-Kombination in der Folge Oxer-Steil-Oxer. Hier trennte sich wie geplant die Spreu vom Weizen. Von den 49 Teilnehmern kamen sechs in das Stechen. „Zwei mehr hätte ich mir schon gewünscht“, war Evelts Kollege Volker Wulff nicht ganz zufrieden.

Auf der Strecke blieben im Umlauf der mit 10 000 Euro dotierten Prüfung auch Mitfavoriten wie Lars Nieberg, der stürzte, Markus Renzel oder Johannes Ehning. Zu einer Trainingsrunde hatte Christian Ahlmann seinen lange verletzten Top-Hengst Taloubet Z gesattelt. Er verpasste ebenso wie die Werner Theresa Kamps, Johannes Reher und Oliver Schaal das Stechen – am Ende reichte es aber zu einer Platzierung.

Lenklar 2015 - Das Finale

In der entscheidenden Runde mit acht Sprüngen auf 320 Meter Bahnlänge musste Christian Kukuk aus dem Stall von Ludger Beerbaum vorlegen, kam mit Limonchello auf zwei Abwürfe. Nicole Persson startete den ersten Angriff auf die Prämie, ging mit dem großrahmigen Holsteiner Schimmel Quante aber nicht die ganz engen Wendungen und brauchte 42,81 Sekunden. Wie es geht, zeigte direkt folgend Armin Schäfer. Der ehemalige Badenia-Gewinner in seiner Heimatstadt Mannheim war mit dem 10-jährigen Franzosen Romeo du Paradis gut zwei Sekunden schneller.

Und dann kam Katrin Eckermann, zeigte gleich mit der ersten Abkürzung: Ich will hier gewinnen. Sie nahm die engsten Wendungen und auf dem Weg zum Schlusssprung kein bisschen Tempo zurück. Mit einem Riesen-Satz packte sie auch den. „Der Sprung war noch sehr weit weg, aber ich habe Vertrauen zu meinen Pferd“, sagte sie später. Nach ihrem Ritt war klar: Henrik von Eckermann würde kurze Wege, aber nicht das letzte Risiko gehen. Und auch Jens Goldfuß war kein Kandidat auf den Sieg.

Doch der 37-Jährige freute sich sehr über das Erreichen des Stechens mit dem 9-jährigen Hengst Capistrano (Cornet Obolensky x Pilot) und über zwei sichere Nullrunden. Denn für den schicken Schimmel des Landgestüts und seinen Reiter war es die erste Runde in einem Springen der Dreisterne-Klasse überhaupt. „Junge, das hast du schön geritten“, war Ludger Gripshöver einer der ersten Gratulanten. Goldfuß hatte von 2000 bis 2002 seine Lehre in Lenklar absolviert und die Prüfung mit Auszeichnung beendet. Capistrano hat er selbst ausgebildet.

Katrin Eckermann war am Ende sehr angetan von der Atmosphäre in Werne: „Das Wetter hat gepasst, der Besuch ist super – es richtig Spaß gemacht“, sagte die 24-Jährige, die im vergangenen Jahr Mitglied im Nationenpreisteam beim CHIO in Aachen war. Sie schickte gleich einen Dank an die Organisatoren und Helfer hinterher: „Was hier in den zehn Tagen geleistet worden ist, ist toll. Es ist ein familiäres Turnier, jeder ist mit Leib und Seele dabei – und genau das wollen wir Reiter.“ - gu

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