1,95 war zu hoch – Ende im dritten Stechen

WERNE - Am Ende entschied das „Applausometer“. Das fachkundige Publikum teilte den Teilnehmern am dritten Stechen des Barrierenspringens der Klasse S* am Samstag durch großen Beifall mit, es sei zufrieden mit dem Dargebotenen.

Ein Video zu den Lenklarer Reitertagen

Drei Männer und eine Frau waren ebenso zufrieden, denn sie durften sich am vorletzten der Lenklarer Reitertage gemeinsam als Sieger feiern lassen. Bei dem Versuch, bei vier in Reihe stehenden Hindernissen die 1,95 Meter Schlusshöhe zu überwinden, hatten sie zuvor jeweils einen Abwurf zu verzeichnen.

So standen bei der Ehrung nebeneinander ganz vorne: Marius Brinkmann aus Lüdinghausen mit Montero und Philipp Schulze-Topphoff aus Roxel mit Falbala ebenso wie die Herzdame der gut 2 500 Zuschauer, Andrea Hoppe aus Münster mit Cat Buffy, und das Trumpf-Ass des gastgebenden Vereins, Oliver Schaal mit Quidam.

„Ich mag das. Das macht Spaß und es war eine super Atmosphäre“, meinte Schaal, der einen solchen Wettbewerb erst zweimal bestritt – und beide gewonnen hat. Quidam ist da ein bisschen weiter. Der 12-jährige Westfalenwallach flog mit Lutz Gripshöver vor dem Münsteraner Schloss schon einmal über die Sieghöhe von 2,05 Meter. „Du brauchst schon einen Flieger“, meint Schaal, der diesen in dem Westfalenwallach offensichtlich hat. „Das ist schon ein anspruchsvoller Wettbewerb für das Pferd“, sagt der Chefbereiter des Hofes Gripshöver, „aber auch für den Reiter.“

Oliver Schaals Quidam ist schon großrahmig, also eine ziemliche „Kante“ unter den Springpferden. Aber hier beim finalen Versuch über die 1,95 Meter wirkt auch er im Vergleich zum Hindernis schon zierlich.

Bei seinem ersten Sieg in Waltrop hatte er mit Quidam noch die zwei Meter übersprungen, bei der Premiere in Werne reichten 1,80 Meter zum geteilten Sieg. „Das heute war aber irgendwie gefühlt höher als 1,95. Ich weiß nicht, warum. Vielleicht deshalb, weil es im Parcours ein bisschen bergab ging“, sagt Schaal.

Den Wettbewerb eröffnete er zusammen mit 14 weiteren Konkurrenten. Im Umlauf stand am Ende zunächst ein 1,60-Steilsprung; zu hoch für den ehemaligen Gripshöver Azubi Christoph Hoffmann (heute Alsfeld/Hessen), der mit Nomrado aber auch ein bisschen Pech hatte.

Über das erste Stechen (1,70) kam Hauke Bintig (Werne) nicht hinaus, acht Reiter aber schon: Sieben Männer und Andrea Hoppe. „Ich denke, dass wir bei diesen guten Bedingungen im zweiten Stechen vier weiterbekommen werden“, meinte Parcoursbauer Bernd Windmüller, der beim Auflegen der nächsten Höhe schon Euro-Paletten als Treppe nutzen musste. Letztlich waren es sogar fünf, die die 1,80 überwunden haben. Das schaffte neben den späteren Siegern auch Ulrich Schröder aus Warstein mit Corano.

Dann legten die Parcoursbauer gleich richtig drauf, erhöhten den vorletzten der vier Sprünge auf 1,70 und den letzten gleich auf 1,95 Meter. Zu hoch für Schröder, der mit seinem Pferd in das Schlusshindernis rutschte und mit den Stangen „Mikado“ spielte. Er gab auf.

Für die Sieger gab es jeweils einen Abwurf. Theoretisch hätte das Quartett – weil gleichauf – den Anspruch auf ein viertes Stechen gehabt, nahmen das „Angebot“ des Publikums zur Schonung von Pferd und Reiter aber gerne an. „Das wurde zum Schluss aber auch verdammt hoch und vor allem eng zwischen den Hindernissen“, sagte Schaal, der glaubt, dass nicht nur er mit einem guten Gefühl den Wettbewerb beendet hat: „Für Quidam war das eine gute Vorbereitung auf den Großen Preis.“ - gu

Rubriklistenbild: © Gudra

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