Laufkolumne von Anne Mertens: Verlaufen auf einer sehr bekannten Strecke...

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Anne-Kathrin Mertens.

Ich war seit langer Zeit mal wieder alleine laufen. Als Läufer kennt man ja irgendwann seine Strecken und läuft auch gerne immer dieselben. Allerdings hatte ich mir vor ein paar Wochen mal spontan, wie Frauen sind, unterwegs überlegt, die Strecke einfach mal andersrum zu laufen, damit´s mal etwas spannender wird.

Eine eigentlich wohl bekannte Runde wohlgemerkt! Aber plötzlich sah alles komplett anders aus. Ich guck ja meistens immer in eine Richtung oder quassel mit den anderen so viel, dass ich gar nicht auf die Umgebung achte. Und so stand ich in der Knüste und wusste nicht, wo ich war. Ich hab mich so richtig schön verrannt auf der schönen Obsen-Runde in Südkirchen.

Jeder der es kennt, denkt jetzt: Wie kann sie sich da verlaufen? Tja, ich kann alles. Obwohl schon -zigmal beim Wettkampf gelaufen. Aber dieses Mal? Ich kam irgendwann an irgendeiner Hauptstraße zwischen Südkirchen und Selm heraus und konnte von dort aus zum Glück dem Verkehrsschild Richtung Südkirchen folgen. Denn ich wusste weder, wo ich genau war noch wie ich dorthin gekommen bin.

Und es hat auch noch total lange gedauert, bis mir überhaupt klar wurde, dass ich völlig falsch abgebogen war. Von dem Moment an schwirrte der Notfallplan im Kopf rum: „Oh Mist, das sieht aber anders aus hier als sonst. Oh je, gleich muss ich Papa anrufen, dass der mich hier abholt. Macht er zwar sicher, aber er wird mich auch auslachen.“ So habe ich mir vorgenommen, alle anderen Rettungswege vorher abzugehen: Bevor ich also anrufe, klinge ich lieber irgendwo an

oder frage nette Spaziergänger nach dem Weg. Na ja, ich bin dann irgendwann doch zuhause angekommen, nach 15 statt geplanten acht Kilometern.

Als ich die Geschichte Lauffreundin Andrea erzählte, schleppte sie mich letzte Woche wieder die schöne Runde entlang. Wir wissen allerdings bis heute nicht, wo ich falsch abgebogen bin. Ist doch die Obsen-Runde in Südkirchen eigentlich idiotensicher. Schieben wir es auf „Laufen macht kurzzeitig blöd“ oder mal wieder auf die Haarfarbe. Am Sonntag laufen wir auch eine neue Strecke. Aber die ist glücklicherweise ausgeschildert. Wir fahren zum 1. Charity-Frühlings-Lauf, der in Hamm-Heessen stattfindet. Das Startgeld geht komplett als Spende an die Aktion „Menschen in Not“ und der Lauf eignet sich sicher auch für verwirrte Läufer. Um 11 Uhr ist Startschuss an der Waldbühne Heessen, die Strecke von sechs Kilometern dürfte jeder Walker/Läufer schaffen. Also wer noch nichts vor hat, hin und für den guten Zweck mitmachen.

Die gebürtige Wernerin Anne-Kathrin Mertens (36) schreibt an dieser Stelle in loser Folge über ihre Trainings- und Lauferlebnisse. Die dreifache Mutter von Frida (7), Fiete (5) und Oskar (3) wohnt mit Ehemann David in Capelle und läuft für den SV Herbern.

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