Laufkolumne von Anne Mertens: Auf der Suche nach starken Männern

Das Bild zeigt vor dem Lauf gut gelaunte Herberner mit Anne-Kathrin, Thomas Weißert-Hartmann, Ina Völz, Susanne Hoppe, Nicole Schubert und Ina Paschedag. Hendrik Stahl versteckt sich hinter Andrea Hagenkötter-Börste. Es fehlt Roland Klaves. Der lief sich noch warm...  Mertens
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Das Bild zeigt vor dem Lauf gut gelaunte Herberner mit Anne-Kathrin, Thomas Weißert-Hartmann, Ina Völz, Susanne Hoppe, Nicole Schubert und Ina Paschedag. Hendrik Stahl versteckt sich hinter Andrea Hagenkötter-Börste. Es fehlt Roland Klaves. Der lief sich noch warm... Mertens

Am Sonntag war der zweite Lauf der Hammer Serie – 15 Kilometer. Wir erinnern uns: Was war ich beim Zehner euphorisch über die neue Streckenführung am Deich entlang – schon diesmal ging mir der Deich auf die Nerven.

Jaha! Frauen sind schnell gelangweilt. Das erste Stück lief ich mit Elli, wir hatten viel zu quatschen. Einen Läufer vor uns deprimierte das: „Spannende Themen habt ihr drauf und dann überholt ihr mich noch, frech!“ Und wir waren verwundert weil Männer doch sonst nie zuhören. Übrigens hat der Typ uns locker bei Kilometer 11 wieder überholt mit den Worten: „Ihr seid ja so still geworden!“ Grrmpf.

Ein Läufer wurde dabei beobachtet wie er sich selbst ständig anfeuerte: „Come on, Du schaffts das!!“ Okay, wenn´s sonst keiner tut. So ´ne innere Stimme hab ich auch, aber die ist zum Glück (noch) leise. Den Kanal hatte ich übrigens bei der neuen Strecke vor zwei Wochen auch nicht vermisst. Allerdings mussten wir ja diesmal ein Stück weiter laufen und so liefen wir bei schickem Gegenwind den Kanal doch noch entlang bis zur Schleuse, um dann endlich am Wendepunkt anzukommen. Und immer wenn ich einen großen, starken Mann suchte, um Windschatten zu laufen – ja, da bin ich gerne wieder das kleine Blö(n)dchen, das einen Mann zum „Anlehnen“ sucht –, ist natürlich keiner da.

Nur so schmächtige, trainierte Kerle, denen hätte ich eher Windschatten geben können. Auf mein jammerndes, lautes Suchen hin meinte ein Läufer nur locker, ich sei in der falschen Tempogruppe um“breitere“ Männer zu finden. Also: nicht heulen, laufen. Ich habe doch tatsächlich etwas den windschützenden Kurpark vermisst. Frauen wollen ja immer das, was sie nicht kriegen können. Boah, ich hau heute Weisheiten des Lebens raus...

Zurück zum Laufen. Ich traf wieder alte Bekannte: Thomas Eder aus Rünthe lief die ganze Zeit vor mir; beim Zehner hab ich ihn noch 100 Meter vorm Ziel eingeholt, diesesmal nicht. Ich bin ja ein nettes Mädchen und habe Mitleid mit Alphamännchen. Naja, in Wahrheit konnte ich nicht mehr. Und Heinz Willi Holthoff aus Hamm hab ich auch nicht mehr eingeholt - jetzt steht´s eins zu eins. Einen Lauf haben wir ja noch in zwei Wochen.

P.S.: An die Männer, die bis zuende lesen. heute ist Valentinstag, also schnell Pralinen, Gemüse in Herzform oder Frikadellen für die Liebste holen. Je nach Frau und Vorliebe. Und wenn die Dame sagt, sie bräuchte sowas nicht - ich habe noch keine getroffen, die sich beschwert hat über ´n netten Gruß. Siehe Lebensweisheiten.

Die gebürtige Wernerin Anne-Kathrin Mertens (36) schreibt an dieser Stelle in loser Folge über ihre Trainings- und Lauferlebnisse. Die dreifache Mutter von Frida (7), Fiete (5) und Oskar (3) wohnt mit Ehemann David in Capelle und läuft für den SV Herbern.

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