Laufkolumne von Anne Mertens: Und plötzlich roch es nach Frühling!

Anne-Kathrin Mertens

Endlich! Nach gefühlten acht Monaten eisigster Kälte – klar, wir Frauen übertreiben wieder mal maßlos – kam letzte Woche beim langen Lauf endlich mal die Sonne raus. Losgelaufen um acht Uhr, da war es noch mega kalt.

Olli noch mit Mütze und Handschuhen. Ich war die einzige Mutige mit freien Knöcheln und ohne Mütze, trotzdem mit Tuch vermummt, ähnlich wie die Jugendlichen heutzutage: Dicker Schal und dann unten keine Socken und Sneakers. Weil is ja cool (im wahrsten Sinne).

Aber bei mir: Die Wetter-App hatte „Sonne ab zehn Uhr“ angezeigt. Also würde es ja warm werden – und wohin dann mit den Klamotten? Und nach 15 Kilometern ging´s. Wir hatten auch ein gutes Thema drauf, denn nächste Woche fahren wir wieder zum Syltlauf und da musste noch so einiges besprochen werden. Also so immens wichtige Sachen wie: Wer nimmt Klopapier und wer die Getränke mit?

Ich wusste nicht so genau, wie weit ich mitlaufen sollte, war ich doch von der Grippe zwei Wochen zur Laufpause gezwungen und die anderen waren mir um einiges voraus. Aber da lobe ich mir ja wieder den Lauftreff. Da wird man motiviert und verquatscht sich so sehr, dass man die Abkürzung einfach mal wieder verpennt und dann doch die ganze Strecke mitlaufen muss. Auch weil es mit meinem Orientierungssinn nicht so gut bestellt ist und ich es lieber habe, wenn mir einer den Weg zeigt (auch wenn ich ihn schon tausend Mal gelaufen bin).

Und diesmal liefen wir eine bekannte Strecke andersrum. Schon mal versucht? Total verwirrend. Da standen plötzlich Häuser, die ich noch niemals gesehen hatte, Büsche, Bäume, alles sah anders aus. Wahrscheinlich, weil ich immer nach rechts gucke oder so. Und dann, ganz plötzlich, roch es nach Frühling. Und die ersten Spaziergänger kamen uns unvermummt und ohne Handschuhe entgegen.

Oh, schön, man sieht mal wieder Gesichter und nicht nur Augen. Das Problem beim vermummten Rumrennen ist ja auch, dass man niemanden erkennt und auch von niemandem erkannt wird und alle etwas überrascht schauen, wenn ich laut „Hallo“ rufe. Also freue ich mich wieder auf schöne warme Läufe. Gestern war dann direkt der erste Lauf in kurzer Hose.

Meine weißen Beine waren zwar nicht ansehnlich, aber die müssen sich ja auch erstmal wieder ans Licht gewöhnen. Und die Schönwetter-Läufer können jetzt auch wieder aus ihrem Winterschlaf auf die Laufstrecken kommen: am 9. Juni ist Werner Stadtlauf. Nicht, dass er wieder so plötzlich kommt wie Weihnachten jedes Jahr. Also, rein inne Laufschuhe...

Die gebürtige Wernerin Anne-Kathrin Mertens (37) schreibt an dieser Stelle in loser Folge über ihre Trainings- und Lauferlebnisse. Die dreifache Mutter von Frida (8), Fiete (6) und Oskar (4) wohnt mit Ehemann David in Capelle und läuft für den SV Herbern.

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