Laufkolumne von Anne Mertens: Ein „Kennenlern-Lauf“ ist wie ein Blind Date

Anne-Kathrin Mertens

Was für ein Wetterchen am Wochende! Da musste ich natürlich raus – laufen. Wir hatten uns den Kennenlernlauf für den Steinhart-Marathon/Ultra im November rausgesucht.

Das ist eine 14 Kilometer lange Laufstrecke in Steinfurt mit etlichen Höhenmetern. Die kann man dann, je nachdem, wie fit man ist, ein- bis viermal laufen. Und am Sonntag konnten sich Interessierte die Strecke mal ansehen. Das Schönste an diesem warmen Sonntagmorgen: wir konnten in Shirt und Shorts laufen. Nix Langarmshirt und Thermohose. Einfach herrlich.

Beim Lauf wurden wir von Läufern von Marathon Steinfurt begleitet, damit wir uns im Wald nicht verirren. Die ersten sieben Kilometer waren angenehm. Ja, da war ich noch voll motiviert, mich anzumelden für den längeren Lauf im November. Dann kam, was kommen musste: eine fiese Steigung im Wald. Kurz, aber knackig. Ach, darum stand in der Ausschreibung was von Höhenmetern. Just in dem Moment als es anstrengend wurde und ich nicht mehr so lustig drauf war, überholte mich ein echter Witzbold: „Ach ja, ich hab zwar noch den Ironman in den Beinen aber das geht locker“. Er meinte natürlich die Übertragung des Ironman auf Hawaii in der vergangenen Nacht. Haha, keiner lachte. Dann rühmte er sich noch damit, irgendeinen Schnaps dabei getrunken zu haben und ein Klassentreffen habe er am Freitag auch gehabt. Und trotzdem sei er so fit. Ich meinte nur breit grinsend: „Ach, die Klassentreffen dauern ja ab einem gewissen Alter auch nicht mehr so lange, dann war es ja nicht so spät.“ – Und weg war er...

Tja, nach 14 Kilometern hoch und runter war meine Entscheidung gefallen. Ich meine, so einen „Kennenlern-Lauf“ anzubieten, ist ja auch etwas riskant. Das ist ja wie bei einem Blind Date, wenn man vorher bei Facebook guckt, wie der Typ aussieht, und dann eventuell doch nicht hingeht. Na ja, ganz so hart will ich ja mal nicht sein, aber vier Runden muss ich da nun wirklich nicht laufen. Vielleicht eine, maximal zwei. Aber dann ist auch gut. Das ist alles mitten im Wald, sprich: noch weniger los als beim Essen Marathon. Nö, nix für mich. Also um bei dem Vergleich mit dem Blind Date zu bleiben: ich geh zwar hin, weil ich ein netter Mensch bin, aber mehr als ein Cocktail ist nicht drin. Dann muss ich schnellstens weg.

Die gebürtige Wernerin Anne-Kathrin Mertens (36) schreibt an dieser Stelle in loser Folge über ihre Trainings- und Lauferlebnisse. Die dreifache Mutter von Frida (8), Fiete (6) und Oskar (4) wohnt mit Ehemann David in Capelle und läuft für den SV Herbern.

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