Laufkolumne von Anne-Kathrin Mertens

Lauffrohe Weihnachten allen

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Anne-Kathrin Mertens.

So, Weihnachten, da biste ja mal wieder. Es ist nicht mein liebstes Fest. Aber ich habe mich ein wenig darauf gefreut, denn mein selbst ernanntes „Projekt“, jeden Tag einen Lauf bis Weihnachten zu absolvieren, ist am 24. offiziell beendet.

Andererseits weiß ich gar nicht, ob ich das gut oder schlecht finden soll!? Seit jetzt 34 Tagen lauf ich nämlich jeden Tag einen kleinen Lauf. Warum? Sowas fragt man Läufer nicht. 

Warum macht man tausend Handybilder, die man nie entwickelt? Warum backt man so viele Plätzchen, die man niemals aufessen wird? Warum putzt man (frau), obwohl es nicht dreckig ist? Na, ganz klar: Weil man´s gerne macht. 

Kann ich in diesen Fällen da beim besten Willen nicht nachvollziehen, aber so ist das mit dem Laufen auch: Ich mach´s gerne. Ich bin süchtig. Aber ich gebe zu: Es war auch nicht jeden Tag ein Genuss und das war das Spannende: Mal bin ich total euphorisch losgerannt und es wurde richtig ätzend. Weil ich mal musste oder weil mein T-Shirt immer übern Bauch gerutscht ist. Dann sind die Ohrstöpsel verrutscht oder ich bin durch Hundehaufen gerannt. Läuferprobleme eben. 

Ein anderes Mal hatte ich absolut keine Lust und hab es nur gemacht, weil ich die „Serie“ nicht unterbrechen wollte. Und dann war es plötzlich so schön, dass ich gerne weitergelaufen wäre. Bin schnell ins Runner´s High und da ist einfach alles schön: Der Himmel leuchtet, der Asphalt glitzert (Einbildung ist auch ´ne Bildung), die Musik im Ohr passt und ich war einfach glücklich. Dann tat mal irgendwann alles weh und die Beine waren schwer, so dass ich einfach nur nach Hause wollte. 

Da werden dann selbst vier Kilometer sehr, sehr lang. Viele Läufe habe ich morgens gemacht. Ich glaube, die Nachbarn denken noch mehr als vorher, dass ich einen an der Waffel habe. In so einem kleinen Nest wie Capelle trifft man auf einer Dorfrunde so manchen Hunde- oder Kinderbesitzer dann auch dreimal. Und gibt aber leider trotzdem keinen aus.

 Noch im Halbdunkeln los und dann eine Fünf-Kilometer-Runde ums Dorf. Und ich muss sagen: Ich will eigentlich gar nicht aufhören. Ich habe mir auch einen milden Dezember ausgesucht: Sogar in T-Shirt und kurzer Hose konnte ich noch zweimal auf die Strecke. Es macht echt Spaß und ich bin danach wach und fit und mein Kopf ist frei für Neues. 

Jeder Lauf ist anders und eine Überraschung. Aber jetzt ist erstmal Weihnachten und da laufe ich wie immer natürlich vor allem für Kroketten, Kroketten und nochmals Kroketten und auch sicher mal, um alleine zu sein. Lauffrohe Weihnachten allen.

Die Autorin

Die gebürtige Wernerin Anne-Kathrin Mertens schreibt an dieser Stelle in loser Folge über ihre Trainings- und Lauferlebnisse. Die dreifache Mutter von Frida, Fiete und Oskar wohn mit Ehemann David in Capelle.

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