SV Herbern entlässt Christian Bentrup - Werner Bußmann übernimmt

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Der SV Herbern hat sich mit sofortiger Wirkung von Trainer Christian Bentrup (rechts) getrennt, Ludger Staar macht hingegen weiter.

Herbern - Der akut abstiegsbedrohte Landesligist SV Herbern hat die Konsequenzen aus der Talfahrt in den jüngsten beiden Spielen gezogen und Trainer Christian Bentrup entlassen. Ein Nachfolger steht auch schon fest.

Werner Bußmann

Das wird mit Werner Bußmann ein alter Bekannter an der Werner Straße. Der war bis Sommer 2012 vier Jahre lang Trainer der A-Jugend des SVH. Der Sendener führte und etablierte das Team in der Landesliga. Er formte in dieser Zeit Spieler wie Daniel Krüger, Eric Sabe und Tim Bröer, die aktuell Stammspieler beim SVH sind. 

Bußmann war einer von zwei Nachfolge-Kandidaten für Bentrup und leitete am Dienstagabend bereits erstmals das Training. „Werner ist genau der richtige Mann“ Die 0:7-Auswärtsniederlage am vergangenen Sonntag bei Preußen Lengerich war demnach zu viel. Eine Woche nach dem 0:3 daheim gegen SV Mesum hatte die sportliche Leitung mit Frank Heidemann und Ingo Krampe keinen Glauben mehr daran, dass der bisherige Trainer die Trendwende und den Klassenerhalt schafft. "Wir brauchen jetzt einen Trainer, der die richtige Ansprache findet. Da glauben wir, dass Werner der richtige ist", sagte Frank Heidemann, Sportlicher Leiter bei den Blau-Gelben.

Zwar liegt der SVH immer noch über den Strich, aber dies nur noch auf Grund des besseren Torverhältnisses gegenüber Sportfreunde Stuckenbusch (beide 21 Punkte), zwischenzeitlich war das Polster schon auf sechs Punkte angewachsen. 

Am Montagabend kam der Vorstand des SV Herbern mit der sportlichen Leitung und dem Vereinsvorsitzenden Jürgen Steffen zusammen und zu dem Entschluss, dass eine Trennung von Bentrup erfolgen soll. Der Spielerrat wurde anschließend informiert und Werner Bußmann sagte in einem persönlichen Gepräch zu, die Mannschaft bis zum Saisonende zu übernehmen. 

Steffen: "Werner lebt Fußball. Er ist genau der richtige Mann"

„Werner lebt Fußball. Er passt zum Verein und ist in der jetzigen Situation genau der richtige Mann“, begründete Steffen die Entscheidung für den Außendienstmitarbeiter. Bentrup kam im Sommer 2010 von der Hammer SpVg II zum SV Herbern und führte das Team im Sommer 2012 in die Westfalenliga.

Von dort stieg das Team ein Jahr später wieder ab und schaffte in der Saison darauf knapp den Landesliga-Klassenerhalt. In der vergangenen Saison spielten die Blau-Gelben lange um den Westfalenliga-Aufstieg mit. In dieser Saison läuft das Team den eigenen Ansprüchen meilenweit hinterher – was nicht zuletzt aber auch an den vielen Langzeit-Verletzten gleich zu Saisonbeginn lag. 

„Das ist ein Schritt, den der SV Herbern nicht gerne macht. Aber wir wollten uns hinterher nicht vorwerfen lassen: Warum habt ihr nicht reagiert“, sagte Steffen. Der SV Herbern bestreitet zu Beginn des Saisonfinales zwei Heimspiele in Folge und will gegen Gemen und Emsdetten den Grundstein für den Klassenerhalt legen. 

Bentrups langjähriger Co-Trainer Ludger Staar hat signalisiert, unter Bußmann weiter zu machen. „Das ist wichtig, denn er kennt die Liga. Die Chemie zwischen Ludger, Werner und der Mannschaft stimmt“, sagt Steffen. Der SV Herbern hatte bereits im Januar bekannt gegeben, dass im Sommer Holger Möllers (derzeit Trainer des TuS Ascheberg) Bentrups Nachfolge übernimmt. Zudem hat Bentrup mit dem Landesligisten SV Hilbeck für die kommende Saison ebenfalls einen neuen Verein gefunden.

Kommentar von Sportredakteur Frank Zöllner

Strohhalm ergriffen

Es war ein Schritt, der den Verantwortlichen des SV Herbern nicht leicht gefallen ist. Aber sie wollten sich nicht vorwerfen lassen, nicht alles unternommen zu haben, um den Abstieg zu verhindern. Dazu gehört auch, einen neuen Impuls von außen zu setzen. 

Und der neue Trainer Werner Bußmann ist zudem einer, der die Mannschaft und einen Großteil der Spieler kennt – noch aus seiner erfolgreichen Zeit als A-Jugendtrainer und nicht nur von seinen Besuchen sonntags auf dem Sportplatz. 

Der Zeitpunkt für einen Trainerwechsel ist passend, wenn auch schmerzhaft für den geschassten Christian Bentrup. Aber es soll durchaus atmosphärische Störungen zwischen Team und Trainer gegeben haben – ein weiterer Grund für den Schritt neben seiner zunehmenden Ratlosigkeit. 

Denn für den SV Herbern stehen im Saisonfinale mit noch sechs Partien nun zwei Heimspiele in Folge gegen Gemen und Emsdetten an – und entsprechend soll dort der Grundstein zum Liga-Erhalt und Happy End gelegt werden. Der SVH hatte nur noch diesen einen Schuss frei – es bleibt ihm zu wünschen, dass er damit genau ins Schwarze trifft.

Die Pressemitteilung des SV Herbern von Dienstagabend (17.55 Uhr) im Wortlaut:

" Wir haben Christian Bentrup heute Morgen darüber informiert, das wir die Zusammenarbeit mit ihm mit sofortiger Wirkung beenden. Die aktuelle Tabellensituation und der leblose Auftritt der Mannschaft insbesondere am vergangenen Sonntag haben uns zu diesem Schritt veranlasst.

Christian wird sich heute Abend vor dem Training persönlich von der Mannschaft verabschiedet. Wir danken Christian Bentrup für fast 6 schöne und insgesamt erfolgreiche Jahre beim SVH und wünschen ihm bei seinem neuen Verein in der kommenden Saison viel Glück, Zufriedenheit und sportlichen Erfolg.

Werner Bussmann wird nun die Mannschaft auf die verbleibenden sechs wichtigen Spiele vorbereiten und wird das Training bereits am Dienstagabend geleitet. Werner hat auf unsere Anfrage nach kurzer Rücksprache mit seiner Familie zugesagt. Für ihn ist es eine Herzenssache, uns in dieser Situation zu helfen. Das gilt auch für Ludger Staar, der uns auf Wunsch von Werner weiter als Co-Trainer erhalten bleibt. Wir glauben, dass Werner und Ludger gemeinsam mit der Mannschaft nun das Ruder herumreißen können um den für den SVH sehr wichtigen Klassenerhalt zu schaffen.

Werner hat viele Jahre unsere A-Junioren äußerst erfolgreich in der Bezirks- und Landesliga betreut. Einige unserer aktuellen Spieler haben dort noch unter ihm gespielt. Er kennt das Umfeld in Herbern sehr gut, was hoffentlich dabei hilft, die den Trainern und der Mannschaft gestellte Aufgabe erfolgreich umzusetzen."

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