Kolumne von Anne-Kathrin Mertens

Den Läufer-Burnout mit einem Triathlon überwunden

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Anne-Kathrin Mertens (2. von links) an der Seite von Adriane Koch, Jessica Sliwiok und Ralf Koch bei ihrer Triathlon-Premiere in Hagen.

Mensch, war ich nervös vor dem Triathlon am Sonntag – es war der erste für mich über eine längere Distanz. Vor zwei Wochen war aber noch die kleinere Strecke in Hagen dran mit 500 Meter Schwimmen, 20 Kilometer Rad fahren und fünf Kilometer Laufen.

 Die war echt hart. Ich wusste nix von Bergen in Hagen. Jetzt weiß ich es und meine Waden wissen es auch. Da war ich also extra respektvoll vor der nun doppelten Distanz. 

Sogar meinen heiß geliebten Werner Stadtlauf ließ ich sausen, so viel Bammel hatte ich. Tja, aber ich war nun gemeldet für ein Kilometer im Wasser, für 40 Kilometer auf dem Rad und den Zehner auf der Straße. Ich wollte mich zwar kurz vorher noch ummelden für die kürzere Distanz, aber das wäre nur noch möglich gewesen, wenn ich trotzdem den höheren Preis bezahlt hätte. 

„Ne, Anne, da musste jetzt halt durch. Für weniger mehr zahlen, das machen wir nicht!“, meinte mein Mann, der Finanzchef bei den Mertens. Also musste ich da durch.

 Immerhin fuhr Jessica mit mir, die auch ein Neuling unter den Triathleten ist. Nachdem wir endlich – wir hatten uns mehrmals verfahren – am Start angekommen waren, wurden wir direkt vom Kuchenbuffet geblendet. Lecker. Schön. Toll. Aber leider jetzt nicht, mit vollem Bauch schwimmen ist nicht so gut. Rein in den Strampelanzug, den aerodynamischen Triathlon-Einteiler der TV Werne Wasserfreunde, Schwimmbrille auf und ab ins kühle Nass. Herrlich. Es war nämlich warm und drückend, also genoss ich die tausend Meter in vollen (Kraul-) Zügen. 

Wozu beeilen, wenn es draußen heiß und stickig wird. Ich kam locker aus dem Wasser, war doch das Schwimmen das erste, was ich bei den TVlern vor etwa 34 Jahren (Gott, bin ich alt) gelernt hatte. Ich lief also zu meinem Fahrrad. Und erstmal schön die Füße abtrocknen. 

Das unbenutzte Handtuch des Vereinskameraden ausgeliehen

Leider hatte ich Anfänger mein Handtuch vergessen, also nahm ich das meines Vereinskollegen Christoph. Der war eh noch im Wasser. Ich hoffe nur, dass er sich nachher nicht sofort mit dem Teil durchs Gesicht gegangen ist. 

Laufschuhe an und dann aufs Rad. Ja, die meisten Triathleten freuen sich darauf; schließlich packen sie ihre 10 000-Euro-Rennmaschinen aus und dürfen zeigen, was sie haben. Ich allerdings, tja, ich fahre wenig Rad. Als nächstes hole ich mir auch so einen Triathlonlenker, da kann ich mich schön auf den Lenker legen und muss nur aufpassen, dass mir dann die Augen nicht zufallen. Nun ja, nach endlos langen fünf Runden durfte ich endlich abbiegen zum Kunstrasenplatz in Kamen, wo ich das Rad abgeben und mich endlich auf die Laufstrecke begeben durfte.

Am Ende freut sich die Ente (oder so ähnlich)

 Schuhe wechseln wie die anderen mit Radfahr-Click-Schuhen musste ich zum Glück nicht. Dass ich mich auf das Laufen doch mal wieder so freuen konnte... Tat das gut. Meinem schmerzenden Poppes vom Sattelsitzen vor allem. Ich lief und freute mich einfach darüber, laufen zu dürfen. Und ein paar Muskelwaden-Frauen, die mich auf dem Rad dreist überholt, ja fast überrundet hatten, konnte ich auch einsammeln. 

Am Ende freut sich die Ente, so oder so ähnlich (darf ich hier nicht schreiben) lautet ein Spruch. Als nächstes geht die Marathon-Vorbereitung für Münster im September los. Meinen Läufer-Burnout habe ich dank des Triathlons direkt überwunden. Jetzt freu ich mich auf lange Läufe. Ohne Sattelschmerzen.

Die gebürtige Wernerin Anne-Kathrin Mertens (37) schreibt an dieser Stelle in loser Folge über ihre Trainings- und Lauferlebnisse. Die dreifache Mutter von Frida (8), Fiete (6) und Oskar (4) wohnt mit Ehemann David in Capelle und läuft für den SV Herbern.

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