Kreiskassierer Karl-Friedrich Hoffmann: "Ordnungsgelder sind zu günstig"

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Rünthe – Der Fußballkreis Unna/Hamm bietet verbandsweit die wohl günstigsten C-Lizenz-Lehrgänge an. Wo andere Kreise richtig zur Kasse bitten, verlangt der Kreis 32 für die drei Wochenend-Einheiten gerade einmal 210 Euro. Es gibt aber auch Forderungen, vor allem Ordnungsgelder nach oben hin anzupassen.

„Wir sind der günstigste Anbieter auf Verbandsebene“, freut sich Kreiskassierer Karl-Friedrich Hoffmann, dass der Fußballkreis den heimischen Trainern und Betreuern seit jeher ein solch finanziell gutes Angebot unterbreiten kann. „Andere Fußballkreise nehmen für solch einen Kurs 350 bis 500 Euro Teilnehmergebühr.“

 Das erkläre auch, dass sich jüngst noch ein Coach aus Vlotho für die C-Lizenz in Lohauserholz angemeldet habe. Hoffmann staunte nicht schlecht: „Der zahlt zwar einen günstigen Preis, aber muss regelmäßig die gut 110 Kilometer die A2 herunter- und wieder hinauf nach Ostwestfalen fahren.“ Der Rünther sieht den Grund wohl eher in der Qualität des Kurses, der unter anderem von Jörg Lipinski, Herbert Hrubesch und auch Holger Bellinghoff auf der Sportanlage des TuS Lohauserholz angeboten wird.

 „Der Kurs ist jetzt aber vorerst wegen der Corona-Krise verschoben worden. Ich hatte die Gebühren vor zwei Wochen donnerstags schon eingezogen und konnte sie gleich am Samstag wieder zurückbuchen.“ Überhaupt ist Hoffmann sehr davon angetan, dass der Verband in der aktuellen Situation sofort reagiert und auf die Zahlung von Ordnungsgeldern seitens der Vereine zunächst verzichtet. „Das ist der richtige Weg, um die Clubs in der jetzigen Situation zu entlasten.“

Karl-Friedrich Hoffmann

 Auf der anderen Seite müssten Verband und Kreis schärfere Richtlinien erlassen – zum Beispiel bei einer fehlenden Nachwuchsarbeit. Hoffmann: „Bei uns zahlt ein A-Kreisligist 250 Euro in der Saison, weil die Jugend nicht ausgebildet und gefördert wird. Da kann und muss der Verband weitaus mehr verlangen. Vor allem im Hinblick darauf, dass der ein oder andere Amateurfußballer sich solch einen Betrag teils im Monat in die eigene Tasche schiebt. Andere Kreise nehmen da 500 Euro.“ 

Nicht anders sieht es bei der Nicht-Erfüllung des Schiedsrichter-Solls auf Kreisebene aus: 250 Euro zahlt ein Verein im Jahr, wenn er keinen Unparteiischen oder keinen Anwärter vorweisen kann. „Das ist eigentlich ein günstiges Strafgeld. Andere Vereine zahlen wiederum richtig Geld für den laufenden Betrieb ihrer Schiedsrichter und stellen damit auch den Spielbetrieb sicher“, sagt der Kreiskassierer. „Es ist schon traurig, denn die Schiedsrichter werden doch so dringend benötigt.“

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