Kendra Claricia Brinkop steht beispielhaft für viele deutsche Talente

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Kendra Claricia Brinkop am Mittwoch beim „Amazonentag“ in Lenklar mit Landsdream.

Werne -  „Ich saß eher auf dem Pferd als dass ich laufen konnte“, sagt Kendra Claricia Brinkop. Mit neun Jahren holt sie Bronze bei den Landesmeisterschaften in Schleswig-Holstein.

„Da war ich etwas über einen Meter und das Pony viel größer als ich“, erinnert sie sich. Als 11-Jährige gewinnt sie das erste Springen der Klasse S in Neumünster mit einem Pferd namens Lanarius. Heute, mit 22, ist die Frau aus Neumünster das jüngste Mitglied im deutschen B-Kader und steht exemplarisch für die hervorragende Ausbildung, die deutsche Talente im U25-Bereich derzeit genießen.

Von diesen jungen Talenten sind am zweiten Wochenende der 37. Lenklarer Reitertage viele zu sehen: Celine Schradick zum Beispiel, die – wie Brinkop – der Perspektivgruppe unter der Leitung von Co-Bundestrainer Heinrich-Hermann Engemann angehört. Gerrit Nieberg gehört zu den Springreitern mit Perspektive. Oder der Baden-Württemberger Julius Ehinger, der sich über die Sportförderkompanie der Bundeswehr in Warendorf weiter entwickeln kann.

Und auch Laura Klaphake. „Das wird eine“, sagt der frühere Junioren-Bundestrainer Markus Merschformann über die 23-Jährige aus Vechta und nennt sie in einem Atemzug mit dem zwei Jahre jüngeren Guido Klatte, der beim Weltcup-Finale in den USA jüngst Platz sechs belegt hat.

Und dahinter wächst schon die nächste Generation heran – wie Marie Ligges aus Herbern, Lars Volmer und Cedric Wolf oder Marie und Philipp Schulze Topphoff, die alle in Werne aufsatteln. Ein Zugmittel, um die vielen westfälischen U25-Talente nach Lenklar zu locken, ist das S*-Springen im Rahmen der Provinzial-Förderserie heute ab 17 Uhr. Enorme 113 Nennungen sind dafür eingegangen.

Kendra Claricia Brinkop wird daran als Holsteinerin nicht teilnehmen, ebenso nicht am Großen Preis. Sie bereitet an der Bundesstraße 54 ihre Pferde auf das internationale Dreisterne-Turnier am folgenden Wochenende in Eschweiler vor. Ihr Spitzenpferd ist der 9-jährige Landbeschäler A la Carte NRW, 2010 Siegerhengst der NRW-Hauptkörung. Diesen Abke-Sohn bringt der frühere Gripshöver-Azubi Jens Goldfuß 4- und 5-jährig in den Sport. Anschließend übernimmt ihn Brinkop auf Vermittlung von Bundestrainer Otto Becker und baut den schicken Braunen behutsam zu einem Spitzenpferd auf.

Um sich weiter zu entwickeln, wechselt Brinkop, die als eines von vier Kindern aus einer Züchterfamilie stammt, von Neumünster nach Warendorf. Dort kann sie Beruf und Sport in Einklang bringen. Als Auszubildende zur Kauffrau im Büromanagement ist sie bei der Deutschen Reiterlichen Vereinigung angestellt und kann danach gleich nebenan beim Deutschen Olympiade-Komitee trainieren.

Und das unter besten Bedingungen. „Ja, die sind einfach top. Es ist gigantisch, was hier aufgefahren wird“, sagt Brinkop über die Infrastruktur beim DOKR. Und auch ihre Trainer gehören zum „Who’s Who“ der Szene. Sebastian Langehanenberg ist ihr Dressurcoach, Nachwuchs-Bundestrainer Eberhard Seemann ihr täglicher Ansprechpartner. Und dann sind da ja noch die Bundestrainer Becker und Engemann, aber auch Top-Springreiter Marco Kutscher als Pate der Perspektivgruppe.

Die Förderung geht über den Reitplatz hinaus: Mit Interviewtraining zum Beispiel, oder mit Fortbildungen unter anderem in den Bereichen Stallmanagement oder Turnierplanung.

Letztere führt Kendra Claricia Brinkop nach Lenklar und Eschweiler zum Mannheimer Maimarkt, zum Pfingstturnier nach Wiesbaden und im Juni zur Deutschen Meisterschaft nach Balve. „Danach werden wir weitersehen“, sagt sie, und: „Aachen ist immer ein Turnier, das man als Reiter anvisiert.“ Und gegen Ende der grünen Saison darf es gerne auch noch ein Nationenpreis sein.

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