Was bewegte die heimische Sportszene in 2014?

+
Lucas Liss feiert stielecht seinen Erfolg im Omnium im mexikanischen Guadalajara

WERNE -  In 2014 passierte eine Menge im heimischen Sport. Sei es die Auflösung des Fußballkreises Lüdinghausen, seien es Erfolge zweier Radfahrer aus Bergkamen oder eines Weltmeisters aus Rünthe. Wir erinnern an dieser Stelle an ein paar wichtige Ereignisse:

Auflösung Fußballkreis LH: Der Fußballkreis 21 (Lüdinghausen) ist am 1. Juli 2015 Geschichte. Das Votum der Ständigen Konferenz des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen (FLVW) ist eindeutig. Die Kreisvorsitzenden und Präsidiumsmitglieder befürworten am 20. Dezember die Auflösung des kleinsten Kreises im Verband.

„Das macht man nicht gerne. Aber wir können auf Dauer keinen Spielbetrieb mehr aufrecht erhalten. Wir wollten nicht mehr nur reagieren, deshalb haben wir uns zu diesem Beschluss durchgerungen. Jetzt können die Vereine noch selbst die Kreise aussuchen, zu denen sie gehören wollen“, sagt Vorsitzender Robert Heitmann.

Das haben die 18 Vereine inzwischen gemacht. Mit Eintracht Werne, SV Stockum, TFC Werne, GS Cappenberg und PSV Bork wechseln fünf Vereine in Richtung Unna-Hamm. Der SuS Olfen wechselt in den Kreis Ahaus/Coesfeld, Vinnum geht nach Recklinghausen, BW Alstedde nach Dortmund. Der große Rest, darunter der SV Herbern und der Werner SC, kickt künftig im Kreis Münster/Warendorf.

Erfolgreiche Radfahrer: Dass Jan Tschernoster, Bergkamener Schüler im Dress des RSC 79 Werne, ein überaus talentierter Fahrer ist, hatte sich angedeutet. Dass er 2014 sogar in die Weltelite der U19-Zeitfahrer aufrückt, dass hätte keiner aus seinem Umfeld auch nur zu träumen gewagt. Doch der inzwischen 18-Jährige trumpft im ersten Halbjahr auf, steht plötzlich im erweiterten Aufgebot für die Weltmeisterschaft in Ponferrada (Spanien). Und dort überrascht er am 23. September mit einer tollen Fahrt auf den elften Platz. Dass das kein Zufall ist, zeigt das U19-Jahresranking des Bundes Deutscher Radfahrer. Dort liegt er hinter Weltmeister Lennard Kämna auf dem zweiten Platz.

Mit dem zweiten Weltcup-Sieg in seiner Karriere krönt derweil Lucas Liss im November sein Sportjahr. Im mexikanischen Guadalajara siegt er im Omnium unter anderem gegen Weltmeister O’Shea (Australien) und Europameister Viviani (Italien). Für den Bergkamener ist es ein großer Schritt in Richtung der Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro. Im Juni gewinnt Liss bereits die U23-Europameisterschaft im Omnium. Auf der Bahn in Andia (Portugal) verweist er den Russen Viktor Manakov auf den zweiten Platz.

Ein Schwimmer unter den besten zehn: Die Deutschen Jahrgangsmeisterschaften der Schwimmer in Berlin sind in diesem Jahr für den Werner Schwimmer Rouven Nagel eine Erfolgsgeschichte. Am Ende gehört er zu den deutschen Top 10 im Jahrgang 1995 – und das nach einer Vorbereitung, die nicht einfach ist. Denn „nebenbei“ besteht Rouven Nagel sein Abitur.

In Berlin stehen für den Werner zunächst die 100 Meter Rücken auf dem Programm. Nach 1:00,09 Minuten und in persönlicher Bestzeit steigt er aus dem Wasser. Im Jahrgang 1995 liegt er damit an sechster Stelle. Da aber die Jahrgänge 1994 und 1995 zusammen gewertet wurden rutscht er auf Platz zwölf ab und verpasst damit das Juniorenfinale.

Besser klappt’s über die 200 Meter Freistil. Erst drei Wochen zuvor wird Rouven Nagel über diese Strecke NRW-Meister in 1:57,08 Minuten. In Berlin verbessert er sich auf 1:55,64 Minuten, schafft damit den Sprung ins Finale und landet in diesem auf dem zehnten Rang.

Über 200 Meter Rücken gelingt dem Werner ein kleines Kunststück. Er steigert sich um fast drei Sekunden gegenüber seiner Meldezeit. Bei 2:10,73 Minuten bleibt die Zeitmessung stehen. Der Lohn dafür ist der achte Platz und die erneute Finalteilnahme. Darin macht er sogar noch einen Rang gut und beendete die DM auf dem siebten Platz.

Weltmeister aus Rünthe: Klaus Holtmann aus Rünthe sichert sich im Februar mit 59 Jahren einen ganz großen Erfolg: Bei den Titelkämpfen der Welt-Schlittenhunde-Gesellschaft sichert er sich die Goldmedaille im Skandinavier (Kombi Ski/Schlitten). In Kandersteg (Schweiz) setzt sich Holtmann mit seinen Siberian Huskies Tuulikki und Tapio durch. Die drei Etappen über 18,8 sowie 37,6 und 34,5 Kilometer durch das Berner Oberland absolviert er in insgesamt sechs Stunden, neun Minuten und 6,8 Sekunden. Der Erfolg erstaunt auch den neuen Weltmeister: Er hatte zuvor zehn Monate wegen einer Krankheit pausieren müssen. Holtmann: „Ich hätte nie gedacht, dass ich noch einmal so zurückkomme.“

Reiten in Werne: Weltmeisterin und Olympiasiegerin Ingrid Klimke ist da, Bettina Hoy und die Ostholts ebenfalls. Doch der junge Benjamin Winter aus Dortmund sorgt Anfang April bei den Vielseitigkeitstagen in Werne-Ehringhausen für das herausragende Ergebnis. Er gewinnt mit Berlusconi die Qualifikation zum Bundes-Championat der 5-jährigen Pferde mit der Wertnote 9.3. Im Juni fließen auch in Werne viele Tränen: Benjamin Winter stürzt und stirbt beim Geländeritt in Luhmühlen.

Das Turnier „Lenklar 2014“ im April stößt mit 4 432 reservierten Startplätzen und gut 30 000 Besuchern an elf Tagen einmal mehr in neue Dimensionen vor. Den mit 10 000 Euro dotierten Großen Preis gewinnt Nationenpreisreiter Toni Haßmann, drei Mal Sieger des Deutschen Derbys in Hamburg und Dauergast in Lenklar: Für Gastgeber Lutz Gripshöver verlief das Comeback nach längerer Verletzungspause (Bänderriss) mit einigen kleineren Platzierungen nicht ganz so gut wie erhofft. - gu

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare