Interview mit Jan Tschernoster: „Schule hat Vorrang“

+
Jan Tschernoster färbte sich einen Gold-Schopfpassend zur WM.

WERNE - Unter dem Motto „Road to Ponferrada“ stand die Ehrung des RSC Werne für Jan Tschernoster am Mittwochabend im Kolpinghaus. Der 18-jährige Bergkamener kehrt als frischgebackener WM-Elfter im U19-Zeitfahren nach Werne zurück – wahrscheinlich mit dem Pkw, denn das Rennrad steht erst einmal in der Ecke, wie er zuvor im Interview mit dem WA verriet.

Hallo Jan, derzeit sind Ferien, also viel Zeit zum Radfahren, oder?

Tschernoster: Die Saison ist vorbei, das Rennrad steht in der Ecke. Erst in zwei Wochen beginnt langsam wieder das Grundlagen- und Wintertraining. Jetzt ist erstmal Zeit zum Durchschnaufen, aber auch nicht so richtig.

Warum?

Tschernoster: Ich habe in der Schule eine Menge aufzuholen. Insgesamt drei Klausuren in Erdkunde, Deutsch und Mathe mus ich noch nachschreiben. Ich habe also gut zu tun. Und im nächsten Jahr steht das Abitur an, da sollte ich schon jetzt nicht die Zügel schleifen lassen.

Du besuchst das Gymnasium Bergkamen. Weißt du schon wie es nach dem Abi für dich weitergeht?

Tschernoster: Ich möchte gerne studieren. Meine Hauptfächer sind Erdkunde und Mathe, aber in welche Richtung es genau gehen wird, das weiß ich noch nicht. Aber ich denke, der Sport und das Studium lassen sich gut miteinander verbinden.

Ist Radrennprofi ein ernster Berufswunsch?

Tschernoster: Nein. Radrennprofi zu werden, ist nicht das Hauptziel. Da mache ich mir keine Illusionen. Für diesen Traum müsste schon sehr, sehr viel passen. Ich konzentriere mich voll auf die Schule und dann auf das Studium.

Als Radrennfahrer stehen meistens Nudeln auf dem Tisch. Die Klassenfahrt nach der WM führte dich ausgerechnet nach Italien ...

Tschernoster: Dort gab es dann eher Pizza statt Pasta. Aber die Saison ist vorbei. Auch sonst achte ich nicht sonderlich auf Ernährungspläne. Klar, ich ernähre mich gesund, übertreibe es aber nicht mit dem Kalorienzählen.

Wie bist du eigentlich zum Radsport gekommen?

Tschernoster: Ich bin früher bei der Unnaer Radnacht ein paar Kinderrennen gefahren. Das hat mein Interesse für den Sport geweckt. Als ich neun Jahre alt war, sind meine Eltern und ich auf meinem Wunsch hin in den RSC Werne eingetreten. Dort wollte ich mit Gleichaltrigen Rad und natürlich auch richtige Rennen fahren.

Wie sieht es aktuell mit Jugendlichen im RSC Werne aus?

Tschernoster: Leider sind nur noch drei Jugendfahrer mit Lizenz dabei. Das ist schade. Als ich angefangen habe, waren wir deutlich mehr. Es wäre schön, wenn sich wieder mehr Kinder und Jugendliche für den Radrennsport interessieren würden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare