Holtmann und Just: Die Hinrunden-Dauerbrenner des WSC und SVH sind Verteidiger

Nico Holtmann verpasste keine Minute im Dress des Werner SC.

Werne/Herbern - Für die Fußball-Landesligisten Werner SC und SV Herbern ist die Hinrunde beendet – erfolgreich. Der Sport Club war lange Tabellenführer, der SVH hat mit einer Serie von acht Spielen ohne Niederlage Platz fünf erobert. Beide Trainer, Lars Müller (23) wie auch Holger Möllers (24), setzten ähnlich viele Spieler ein. Auffallend ist, dass junge Verteidiger die „Dauer(b)renner sind: Nico Holtmann (WSC) und Philip Just (SVH) verpassten in der Hinserie keine Minute. 

Nico Holtmann kam in der Winterpause der Saison 18/19 zum WSC. Der Werner Junge spielte beim SC Preußen Münster und mit diesem in der U19-Bundesliga, konzentrierte sich dann aber auf sein Abitur am Anne-Frank-Gymnasium – ein Glücksfall für Trainer Lars Müller. Holtmann wurde zu den Senioren hochgeschrieben und war gleich gefordert. 

„Mir war nicht klar, dass ich so schnell fester Bestandteil der Mannschaft würde, aber das lag ja nicht zuletzt auch an Verletzungen einiger Mitspieler“, sagt der 19-Jährige. Am Sonntag in Mesum (0:3) absolvierte er in seiner ersten „echten“ Seniorensaison das 14. Spiel in Folge für den Tabellenvierten und hat dabei nicht eine Minute zugeschaut. Er ist aus der inzwischen etablierten Dreier-Abwehr auf rechts nicht mehr herauszudenken.

 Das von Lars Müller bevorzugte 3-4-3 behage ihm sehr, sagt Holtmann: „Ich habe das in den drei Jahren davor bei den Preußen auch schon gespielt und damit komme ich gut zurecht.“ Die Beiden neben sich, Zoran Martinovic sowie Niklas Link, findet er einfach nur klasse: „Das ist schon top, was beide in jedem Spiel leisten“, sagt er. 

Auch sie profitieren von einer guten Ausbildung: Martinovic spielte in der Jugend von RW Ahlen und Borussia Dortmund, Niklas Link für Preußen Münster in den Altersklassen U19 und U17 ebenfalls auf Bundesliga-Niveau. Holtmann bringt alles mit, was für einen Abwehrspieler wichtig ist: Schnelligkeit, gutes Timing bei Kopfbällen, Robustheit im Zweikampf und vorausschauendes Spiel. ja, und auch Technik. „Und wenn man dazu noch geduldig ist und nicht in jede Situation reingeht...“, sagt Lars Müller, „...dann ist man ein Guter. Und Nico macht das richtig gut, er ist einer, der immer mit vollem Einsatz dabei ist.“ 

Das hat natürlich auch für die Kollegen Gültigkeit. „Wenn Zorro (Martinovic) nicht an den ersten beiden Spieltagen im Urlaub gewesen wäre, hätte er wohl auch alle Spiele gemacht“, sagt Müller, der mit Marvin Stöver einen zweiten Spieler hat, der die kompletten 1260 Minuten auf hohem Niveau heruntergespult hat. „Er hat inzwischen aber ganz schöne Adduktorenprobleme. Er rettet sich im Moment von Spiel zu Spiel“, sagt Müller. Es ist auch der aufwändigen Spielweise des WSC geschuldet. 

Philip Just in Aktion.

„Wir befinden uns im Moment in einer etwas schwierigen Phase“, sagt Holtmann nach den drei Niederlagen in Ahaus, gegen Kinderhaus und in Gemen. Geschadet hat das dem Teamgeist nicht, denn: „Vor der Saison hat keiner gedacht, dass wir so lange oben bleiben.“ 

Außerdem stimme die Chemie: „Auch neben dem Platz gibt es mit dem gesamten Team keine Probleme. Ich erinnere da nur gerne an bestimmte Aktionen wie zum Beispiel zu Sim-Jü“, sagt Holtmann. Die 14-tägige Meisterschaftspause soll noch einmal Gelegenheit geben, sich zu erholen für die ersten beiden Rückrundenspiele in Altenrheine und gegen Heiden – betrifft vor allem die vielen angeschlagenen Spieler. „Es ist wichtig, dass wir uns in der Pause wieder finden. Unser Ziel sind sechs Punkte“, sagt Holtmann. Auch das Gesamtziel, ein Platz unter den besten Sechs, soll nicht neu formuliert werden: „Natürlich wollen wir weiter oben mitspielen, denn das macht einfach nur Spaß. Und es ist wichtig für die Stimmung...“

Philip Just ist die Beständigkeit in Person: Beim 0:0 des SV Herbern am Sonntag daheim gegen den BSV Roxel stand der 20-jährige zum 44. Mal in Folge in einem Spiel der Fußball-Landesliga 4 auf dem Platz, ohne auch nur eine Minute zu fehlen. 

Denn der Verteidiger absolvierte bereits in der vergangenen Saison, seine erste im Seniorenbereich, alle 30 Spiele und volle 2 700 Minuten für den Ligakonkurrenten VfL Senden – bei den Blau-Gelben hängte er in der laufenden Saison 14 Begegnungen an und dies ebenfalls, ohne eine Sekunde zu fehlen. Für einen Verteidiger beachtlich: Keine Gelbsperre, kein Platzverweis versaut ihm diese Bilanz. 

Dabei ist der Konkurrenzkampf um die Plätze in der Herberner Abwehrreihe ungleich größer als zuvor in Senden. Just, der vor seiner Zeit beim VfL schon im Juniorenbereich für den SVH gespielt hatte, zeichnet aus, was auch den zweiten „Dauer(b)renner“ in der Liga, Nico Holtmann vom WSC, in der Abteilung Sicherheit so stark macht: Neben Schnelligkeit, Technik, Kopfball-Timing und Robustheit das vorausschauende Spiel.

 „Er erkennt die Situationen schon sehr früh und lässt sich absolut nicht aus der Ruhe bringen“, sagt sein Trainer Holger Möllers. Der ist sowieso begeistert von seinem Verteidiger: „Der Junge ist sehr fleißig, hat eine Trainingsbeteiligung von gefühlt 95 Prozent. Er betrachtet Fußball auch über den Tellerrand hinaus. 

Wenn wir neue Übungen vorgeben, dann ist er weiter als seine Teamkollegen – vielleicht auch, weil er selber einen Trainerschein hat und schon Jugendmannschaften gecoacht hat.“ Das alles, sagt Möllers, spiegele sich auch in allem, was Just sonntags auf dem Platz zeigt. Die nächste Chance, das zu beweisen, besteht für den Studenten am kommenden Samstag. 

Dann wartet mit dem Regionalliga-Spitzenreiter SV Rödinghausen im Viertelfinal-Heimspiel um den Westfalenpokal eine ganz besondere Herausforderung. In der ersten Runde um den DFB-Pokal flogen die Ostwestfalen im Duell mit dem Erstligisten Paderborn erst nach Elfmeterschießen mit 5:7 raus. Die Rödinghauser nehmen die Aufgabe übrigens sehr ernst. Gegen Roxel warfen zwei „Spione“ einen Blick auf den SV Herbern – und auf Philip Just.

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