Laufkolumne von Anne-Kathrin Mertens

Hitzeschlacht beim Triathlon

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Anne-Katrhin Mertens

Alter Schwede, so hart war’s lange nicht mehr. Als ob ich ja nicht wüsste, dass es Ende August nochmal schön heiß wird. Ist ja Sommer. Welche Überraschung. Triathlon in Riesenbeck war angesagt. Mit den Mädels vom TV Werne.

 Schwimmen im See. Ich hatte vorher im Urlaub in Danken geübt. Da wohnten wir nämlich im Haus am See und es gab keine Ausreden, schwimmen zu gehen und den See zu durchqueren. Auch wenn man nicht sieht, was unter einem ist. Sogar meine Kinder sind mit durchgeschwommen – auf der anderen Seite lockte nämlich ein riesen Sandberg, von dem man – laut schreiend – herunterrollen kann.

 Und bevor meine lauffaulen Kinder (komisch, ne?) einmal um den halben See gehen, um dorthin zu kommen, was sicher zwei Kilometer Fußweg bedeutet hätte, schwimmen sie lieber die 150 Meter rüber. Also ich war geübt im Schwimmen in Untiefen… Und in Riesenbeck mussten wir im Torfmoorsee schwimmen. Das klingt echt gruselig. Aber das war´s nicht.

 Zwar war der schlammig und voll Gestrüpp am Ufer, wo wir dann am Start standen, aber an sich war der See toll. Angenehme 21 Grad – ich ahnte schon, dass dies der schönste Part werden würde ... Die 1 500 Meter gingen viel zu schnell um, ich wär ja lieber nochmal die Strecke geschwommen, anstatt mich auf den schmalen Rennradsattel zu schwingen. 

Die Radstrecke war Mist. Vier Runden á zehn Kilometer waren zu fahren. Und als ob das nicht schon schlimm genug wäre, mussten wir noch eine olle Brücke hoch. Zwar auch wieder runter, aber als ich dann so richtig fein im runterrollen war, musste ich direkt wieder abbremsen: Wendepunkt. Dann wieder in die Pedale und natürlich die blöde Brücke von der anderen Seite wieder hoch. Und alle wieder wie die Irren an mir vorbei. Als es endlich vorbei war (es dauerte 1,5 Stunden ohne Sprechen, außer die Schimpfwörter die ich mir selber zuraunzte), war ich froh, das Rad abstellen zu dürfen. 

Ralf am Rand baute mich auf: „Anne, los, jetzt kommt deine Parade-Disziplin, die holst du dir noch alle.“ Denn anscheinend waren schon fast alle Damen auf der Laufstrecke, es war fast kein Platz mehr frei am Radständer. Naja, egal. Los ging es auf meine, ähhh was Disziplin? Mein Körper hatte wohl vergessen, wie gut er laufen kann. Ich quälte mich durch die Hitze und fing irgendwann an zu gehen.

 „Oh hier ist ein Wald, da kann ich ja mal spazieren gehen. Okay, ich lauf noch bis zu dem Baum, dann gehe ich wieder….“. Ich fing also wieder an mit mir selbst zu reden. An den Getränkeständen erntete ich mitleidige Blicke. Dass zehn Kilometer so lang sein können... Mein Kopf wollte nicht mehr und hat das schön an die Beine übermittelt. Die wurden schwerer und immer schwerer. Als ich endlich ins Ziel laufen durfte, war ich einfach froh, dass es vorbei war. Ich konnte auch schnell wieder lachen, denn es gab geschnibbelte Wassermelonen und haufenweise kühle Getränke. Jetzt bin ich erstmal froh, dass die Triathlonsaison vorbei ist.

Die Autorin

Die gebürtige Wernerin Anne-Kathrin Mertens schreibt an dieser Stelle in loser Folge über ihre Trainings- und Lauferlebnisse. Die dreifache Mutter von Frida, Fiete und Oskar wohn mit Ehemann David in Capelle.

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