Nach dem Aus im Westfalenpokal-Viertelfinale

SV Herbern verdient sich den Schlussapplaus beim 0:5 gegen Rödinghausen

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Julius Höring (rechts) und die Herberner Abwehr hatten viel Arbeit mit den Rödinghausener Stürmern.

Herbern - Der Regionalliga-Spitzenreiter SV Rödinghausen ist im Westfalenpokal-Viertelfinale seiner Favoritenrolle gerecht geworden. Beim Landesligisten SV Herbern siegte das Team aus dem Wiehengebirge vor etwa 500 Zuschauern mit 5:0 (2:0), wobei der Gastgeber nach der Pause gut mithielt und mutiger spielte. Die letzten drei Tore fielen dabei ab der 84. Minute.

Der Respekt des SVR vor Herbern wurde mit der Aufstellung deutlich. Im Tor stand Ersatzkeeper Jan Schönwalder für Niclas Heimann und bis auf zwei Änderungen im Feld lief die Elf auf, die vor einer Woche die Reserve des FC Schalke 04 in der Regionalliga geschlagen hatte. Und das Spiel entwickelte sich in die erwartete Richtung. 

So hatten die Gäste durch Eros Dacaj die erste gute Chance (3.). Lange hielt die Null aber nicht: Nach einer Ecke von Dacaj legte Simon Engelmann auf den gebürtigen Werner Felix Backszat ab, der zur Führung für den Regionalligisten traf (7.). Leichtsinnig wurde der Favorit aus Ostwestfalen auch danach nicht und presste hoch. Seriös erarbeiteten sich die Gäste eine Eckenserie nach der anderen und sorgten für Vollbeschäftigung beim SVH-Keeper Sven Freitag. Das vermeintliche 2:0 erzielte erneut Felix Backszat. Aber die Fahne war wegen Abseits oben (18.).

 Danach zeigte SVH-Keeper Sven Freitag eine starke Reaktion und rettete im Eins gegen Eins gegen Björn Schlottke (28.). Kurz darauf lag wieder der Ball im SVH-Tor. Bei seinem Abstauber soll Schlottke aber auch im Abseits gestanden haben (34.). Kurz darauf fiel das fällige 2:0. Lukas Engelmann traf nach einer schönen Schlenzer-Vorlage von Backszat aus zehn Metern in halbrechter Position volley ins Torwarteck (37.). „Der Ball war durch Philip Just noch leicht abgefälscht“, gab Freitag eine Begründung dafür, warum er etwas unglücklich aussah. 

Der SVH wechselte zweimal zur zweiten Hälfte: Mit Joe Breloh und Patrick Sobbe kamen für Nika Amoev und Görkem Cangül deutlich mehr Tempo in die Partie. Und tatsächlich: Die Gastgeber wurden mutiger und versuchten es mit einem höheren Pressing. Eric Sabe verfehlte mit einem Schuss aus 16 Metern um Zentimeter das Tor nach einem zuvor abgewehrten Vogt-Freistoß (49.).

 Das Spiel beruhigte sich inder Folgezeit, Rödinghausen stellte nun auf Verwaltungsmodus. Für den SVH hatte Whitson aus 22 Metern einen aussichtsreichen Schuss angesetzt, auf der Gegenseite vergab Eros Dacaj die Vorentscheidung, als er freistehend um Zentimeter das Tor verfehlte (70., 72.). 

Danach gab es wieder einen Aufreger. Rödinghausens Angelo Langer rang mit Whitson im Strafraum und brachte diesen zu Fall, der Pfiff des Regionalliga-Schiedsrichters Selim Erk blieb aber zum Entsetzen von Trainer Holger Möllers aus (74.). Zuvor hatte Lars Lokotsch kurioserweise das dritte Abseitstor des Tages für die Gäste erzielt. Und wenig später warteten alle Herberner erneut auf den Elfmeterpfiff. 

Westfalenpokal: Herbern - Rödinghausen 0:5

Julius Höring wurde nach einem Freistoß von Joe Breloh gehindert, aus zwei Metern per Kopf zum Torabschluss zu kommen. Der Schiedsrichter sah es wieder anders (80.). „Ich wurde in der Luft weggerissen und hatte keine Chance, an den Ball zu kommen. Das war aus meiner Sicht ein Elfmeter“, meinte der Herberner Verteidiger. Mit dem 3:0 durch den eingewechselten Patrick Kurzen war die Partie entschieden (84.).

 Patrick Sobbe verpasste für den SVH den verdienten Ehrentreffer, als Flottmann den Ball für seinen geschlagenen Keeper von der Linie kratzte. Im direkten Gegenzug netzte Patrick Kurzen für die Gäste zum 4:0 ein (87.). Und als Nico Empens Schuss von Dennis Idczak unglücklich abgefälscht wurde, fiel noch 0:5 (89.). Der SVH-Anhang honorierte die gute Leistung mit einem großen und verdienten Applaus.

Westfalenpokal: SV Herbern – SV Rödinghausen 0:5 (0:2)

SVH: Freitag – P. Dubicki, Richter, Cangül (46. Breloh), E. Sabe (75. Scholtysik), Just, Amoev (46. Sobbe), Vogt (75. Idczak), J. Höring, Airton, Whitson

SVR: Schönwälder – Flottmann, Backszat, Arkenberg, Dacaj, Engelmann (60. Empen), Schlottke (60. Lokotsch), Traore (86. Winkelmann), Kunze (60. Kurzen), Pfanne, Langer

Tore: 0:1 (8.) Backszat, 0:2 (38.) Engelmann, 0:3 (84.) Kurzen, 0:4 (87.) Kurzen, 0:5 (89.) Empen

Schiedsrichter: Selim Erk (Herne)

Zuschauer: 500

Es sagten

Enrico Maaßen (SV Rödinghausen): Ich denke, dass wir das Spiel völlig zu recht gewonnen haben. Wir haben in der 1. Halbzeit schon guten Fußball gezeigt und hätten zur Halbzeit schon fünf Tore mehr haben müssen. Da wurden uns auch zwei Tore weg gepfiffen, da weiß man nicht wirklich, warum. Wir hatten viele Großchancen. In der zweiten Halbzeit war es dann, wie das immer so ist: Du führst 2:0 und denkst, das läuft irgendwie. Dann kommt der Gegner mit dem Rücken zur Wand und investiert ganz viel. Da haben wir nicht mehr so viele Tormöglichkeiten. Trotzdem war es zu keiner Zeit gefährdet, obwohl der Gegner ein, zwei Tormöglichkeiten gehabt hat. Wir sind sehr, sehr zufrieden.

Holger Möllers (SV Herbern): Der Gegner schenkt uns in den letzten zehn Minuten drei Stück ein. Gerade in den zweiten 45 Minuten haben wir es offen gestaltet´und uns selbst ein paar gute Torchancen herausgespielt. Wir sind mutiger geworden. Wir waren jetzt nicht die fünf Tore schlechter. Wir haben uns hier nicht abschlachten lassen. Von strittigen Szenen kann er vielleicht mal eine pfeifen. Er wollte es nicht spannend machen. Der Gegner hat es effektiver gemacht. Wo sie zweite Halbzeit einen Gang rausgenommen haben, waren wir da.

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