Helena Lohmann verabschiedet sich nach 23 Jahren aus dem Sport

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Die Zeit in der 2. Bundesliga – hier bei einem Spiel gegen Stralsund – wird Helena Lohmann besonders im Gedächtnis bleiben. Die Spielerinnen aus dem damaligen Team treffen sich auch heute noch regelmäßig.

Werne - Nach 23 Jahren Volleyball ist vorerst Schluss: Mit Helena Lohmann, geb. Holtmann, verabschiedet sich nach dem letzten Spiel am Samstag ein Werner Urgestein aus der Oberliga-Mannschaft des TV Werne.

Der eigene Ehrgeiz macht ihr letztendlich einen Strich durch die Rechnung. Was aber bleibt, sind die Erinnerungen an die glorreiche Zweitliga-Zeit mit einem ganz speziellen Team.

"Es war eine coole Zeit"

Helena Lohmanns Stimme ist angeschlagen. Einen Teil davon hat sie am vergangenen Wochenende in Willingen gelassen. Sie war feiern mit einem Großteil des alten Zweitligakaders des TV Werne. Das hat sich der Kern der Mannschaft, der mittlerweile über den Raum Köln bis nach Dortmund verstreut ist, zur Gewohnheit gemacht. Alle sechs Wochen treffen sie sich und machen etwas zusammen, diesmal Party in Willingen.

Besonders schön war’s in der 2. Bundesliga

Helena Lohmann in Aktion

Und genau das ist es auch, was für Helena Lohmann damals den Unterschied ausgemacht hat. „Es war einfach eine coole Zeit, allein schon mit der Mannschaft, das kriegt man so schnell nicht wieder“, sagt die 29-Jährige, die in ihren 23 Jahren Volleyball nur für den TV Werne gespielt hat. Im damaligen Zweitligakader spielte der Großteil bereits seit der Jugend beim TV Werne zusammen; es kamen immer mal wieder ein oder zwei Spielerinnen von außerhalb dazu. „Aber wir haben das alles zusammen durchgemacht, das schweißt zusammen“, erklärt Lohmann. Und so gab es nicht nur auf dem Spielfeld, auf dem sich der TV Werne von der Bezirksliga bis in die 2. Bundesliga hochspielte, einen großen Zusammenhalt, sondern auch abseits des Platzes.

Als die Zweitligazeit vorüber war, pausierte Helena Lohmann und wurde Mutter. Danach stieg sie vor zwei Spielzeiten wieder ein, doch es war nicht so wie zuvor. Ein Großteil des alten Kerns war weggebrochen. Nur Chrissi Witte und Hannah Rosenthal waren noch da. Und auch Helena Lohmann plagte sich mit allerhand Wehwehchen: mal war es das Knie, aktuell der Rücken. Deshalb verpasst sie auch das letzte Saisonspiel am Samstag gegen Bottrop.

„Es macht einfach nicht mehr so viel Spaß. Ich habe selber nicht mehr das Niveau, das ich von mir erwarte und auch die Mannschaft nicht, was ja klar ist, weil es nicht mehr die selbe ist wie damals“, erklärt sie ihre Beweggründe. Zwar komme sie auch in der aktuellen Mannschaft super mit allen klar; ihre beste Freundin und Arbeitskollegin Annika Böhle spielt ebenfalls im Team. Trotzdem fehle dieser spezielle Faktor von früher.

Komplett Schluss mit Volleyball ist mit dem Karriereende dann auch nicht. „Man sollte niemals nie sagen, aber erstmal werde ich mir die Spiele nur noch angucken“, stellt Lohmann klar. Sie sucht nach einer neuen Herausforderung, vielleicht erst einmal im Fitnessstudio. „Ganz ohne Sport geht es ja auch nicht“, sagt sie mit einem Lächeln.

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