Handball: TV Werne setzt auf eigene Jugend

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Bernd Hüttemann gibt der Jugend eine Chance.

WERNE – Jugend forscht ist das neue Motto bei den Kreisliga-Handballern des TV Werne. Mit einem verstärkten Fokus auf den vereinseigenen Nachwuchs wollen die Handballer in die neue Saison gehen. Nicht ganz freiwillig: Gerade der Abgang von Jonas Hüttemann veranlasst den Verein zu diesem Schritt. „Das hat uns nicht ins Konzept gepasst“, gibt Vater und Trainer Bernd Hüttemann offen zu.

„Ich muss seine Entscheidung akzeptieren“, lautet der zäneknirschende Kommentar des Trainers zum Wechsel seines Sohnes zum Bezirksligisten TuS Overberge, dem sich auch Tobias Jäger angeschlossen hat, von dem sich der Verein in beiderseitigem Einvernehmen getrennt hat. Sein Sohn aber suche eine neue sportliche Herausforderung und dann müsse man das so hinnehmen. Auch Alexander Bülhoff verließ die Mannschaft aufgrund sportlicher Perspektiven zum Landesligisten Lüner SV.

Doch der Abgang des Kreisläufers und verlässlichen Kraft im Mittelblock, Jonas Hüttemann, bringt Umstellungen mit sich. Zum einen legen die Handballer des TV Werne nun verstärkt den Fokus auf die eigene Jugend. „Die Zusammenarbeit mit der A-Jugend soll enger werden“, stellt Hüttemann klar. Diese Devise zeigt sich schon auf der Neuzugangsliste für die kommende Saison. Da stehen mit Jannik Most, Alexander Gröblinghoff und Tobias Schröer drei A-Jugendliche aus dem eigenen Nachwuchs auf der Liste. „Wir haben mit anderen Spielern gesprochen, aber leider wollte keiner zu uns kommen. Die Kreisliga ist am Ende nicht attraktiv genug“, muss der Trainer zugeben.

Sein Eindruck von den Neuen auf dem Parkett ist aber positiv. „Der Ehrgeiz und Biss sind da.“

Neben den Veränderungen in der Nachwuchsarbeit wird die Verantwortung innerhalb der Mannschaft nun mehr in die Breite verteilt. „Alle Mannschaftsteile sind nun mehr gefordert und müssen eine Führungsrolle übernehmen, um das Loch zu stopfen“, stellt Hüttemann klar. Besonders in der Abwehr ist die Lücke groß, hier liegt das besondere Augenmerk in der Trainingsarbeit der Vorbereitung.

Die TVW-Handballer sind mittlerweile in der zweiten Phase der Vorbereitung angekommen. In der ersten Phase, die Anfang Juli abgeschlossen wurde, lag der Fokus vor allem auf Kondition, Ausdauer und Zirkeltraining. Das heißt: Kilometer spulen im Stadtwald, alles ohne Ball. „Das ist für Handballer natürlich eher langweilig“, gibt der Coach zu. Man habe zu Beginn der zweiten Vorbereitungsphase, bei der es vor allem um Koordination und Technik geht, gemerkt, dass die Mannschaft mit mehr Feuereifer bei der Sache sei – auch wenn es zum Auftakt jeder Einheit in der Linderthalle nochmal eine Sechs-Kilometer-Runde durch den Stadtwald geht.

An diesem Wochenende steht ein zweitätiges Trainingslager im Lindert auf dem Programm, inklusive zwei Testspielen. Am Samstag schaut Bezirksligist ASV Hamm 3 vorbei, am Sonntag kommt Bezirksligist TSG Harsewinkel. „Man merkt die zehn Wochen ohne Ball bei den Jungs noch, es rumpelt und humpelt noch ziemlich“, gesteht Hüttemann mit einem Grinsen. Doch das sei normal, er bekomme die Jungs wieder fit bis zum ersten Pflichtspiel im Pokal beim PSV Bork am Samstag, 30. August.

In der Liga bleiben die Ziele bescheidener, gerade weil man mit vielen jungen Leuten arbeite. „Wir wollen im oberen Tabellendrittel mitspielen“, legt sich Hüttemann fest. - lel

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