TuRas Trainernovize Rycharski düpiert den Kollegen Weinberger

Zeigte sich fassungslos: Oberaddens Trainer Ralf Weinberger.

BERGKAMEN -  Es war ein beachtlicher Auftritt, den der Oberliga-Absteiger HC TuRa Bergkamen am Freitagabend vor 800 Zuschauern im immergrünen Derby am Friedrichsberg gegen den SuS Oberaden abgeliefert hatte.

Mit 31:23 (18:11) setzten sich die Gastgeber eindrucksvoll, verdient und am Ende ungefährdet durch. Die größte Überraschung dabei war, dass der Trainer-Novize Thomas Rycharski seinen erfahrenen Kollegen Ralf Weinberger auf der anderen Seite mit taktischen Finessen düpierte.

Während Weinberger motzte und haderte und immer wieder seine Spieler versuchte, neu einzustellen, begann die Jubelphase beim früheren Bundesliga-Spieler über den Sieg schon während der Schlussphase. Die geballte Faust, das Abschlagen mit der gesamten Bank und das Umarmen Sekunden vor Schluss mit dem seinem Keeper Kevin Stork und später das Versinken in der Jubeltraube – so drückte Rycharski seine Freude über den Triumph aus.

Wie verdaut Oberaden die Derby-Pleite?

Die Gastgeber verdichteten in der Abwehr die Mitte, um die Außen frei zu lassen. „Wenn Mats-Yannick Roth oder Alex Neese von da vier Tore machen, kann ich mit leben. Wenn sie auf zehn Treffer gekommen wären, dann wären sie Große“, erklärte TuRas Spielertrainer Thomas Rycharski nach seinem dritten Meisterschaftseinsatz. Kamen sie aber nicht...

Und in der Mitte ließ er immer wieder den hoch gewachsenen Oberadener Rückraum-Werfer Bastian Stennei zum Zug kommen. Der war zwar mit sieben Toren der beste Angreifer, schoss aber auch einige Fahrkarten. Genau darauf hatte Rycharski spekuliert.

Dazu kamen weitere Faktoren, die aus dem Vergleich einen insgesamt spannungsarmen Abend machten.

Denn die TuRaner durften sich zudem auf den starken Torwarn Kevin Stork verlassen, der nach der Pause schier über sich hinaus wuchs. Er war zudem in der Vorwoche gegen Herne noch zweite Wahl. Zum andern kamen die Gastgeber zu neun Siebenmetern, wovon sechs verwandelt wurden.

Auf der Gegenseite gab es keinen einzigen für die „Cobras“, was aber nicht an einseitig pfeifenden Unparteiischen lag, sondern an der disziplinierteren Abwehrarbeit der Gastgeber.

Außerdem waren die TuRaner hoch motiviert, während sich die Gäste nervös und fahrig zeigten, und dies immer wieder mit teilweise überharten Aktionen in der Deckung zu kompensieren versuchten.

Schließlich erzielten die TuRaner mit Tempohandball immer wieder leicht wirkende Tore. Mühte sich Oberaden zu einem seiner insgesamt wenigen Treffer, hatte TuRa nach ihrer schnellen Mitte meistens prompt die Antwort. Ein weiterer Grund, warum den „Cobras“ die Zähne gezogen wurden.

Erstaunlich war auch, dass die Gastgeber über den Kreis durch Florian Warias zum 26:18 in der 46. Minute ihren ersten Treffer erzielten. Bis dahin wurde diese Waffe schlicht nicht gebraucht.

„Man hat gesehen, was diese Mannschaft in der Lage ist zu leisten“, freute sich TuRa-Spielertrainer Thomas Rycharski, der überraschend schnell sein komplett neu zusammengestelltes Team auf einen guten Weg gebracht hat.

Welche Rolle es nun in der aktuellen Verbandsliga spielen kann und wie Oberaden diese Enttäuschung verarbeitet, wird spannend sein zu sehen. - fraz

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