TuRa-Männer chancenlos, Frauen schaffen dicke Überraschung

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Janine Pawelz setzt sich auf Außen gegen eine Verler Spielerin durch.

BERGKAMEN -   Die Oberliga-Handballer des HC TuRa Bergkamen bleiben abgeschlagenes Schlusslicht. Mit 32:35 (18:19) verlor das Team von Trainer Ingo Wagner am Sonntagabend beim Soester TV, der damit auf den zweiten Tabellenplatz zurück gekehrt ist.

Für Bergkamen wird die Luft hingegen immer dünner. Hingegen schafften die Oberliga-Frauen des HC TuRa gegen Verl eine dicke Überraschung.

Oberliga (Männer): Soester TV – HC TuRa Bergkamen 35:32 (19:18). Das Ergebnis hätte weitaus höher ausfallen können, führten die Schützlinge von Trainer Dirk Lohse doch knapp zehn Minuten vor Schluss mit neun Toren. Doch in der Schlussphase machte sich der Schlendrian breit im Soester Spiel, so dass es nichts wurde aus dem Kantersieg. In der ersten Halbzeit war es noch ein zähes Ringen, beinahe ein Abnutzungskampf. Und das mit Berechnung. Denn die Bördestädter wussten darum, dass die Gäste zwar eine ausgezeichnete erste Sieben auf die Platte bringen können, doch wenig in der Hinterhand haben. So bereitete die erste TuRa-Sieben dem STV vielfach eine Menge Kopfzerbrechen.

Zum einen hielt Bergkamens Keeper Schröder ausgezeichnet, über die gesamte Stunde waren es 18 Paraden. Zum anderen bewiesen Weßeling, Wiedemann und Co., dass ihre Namen für Qualität bürgen. Denn immer wieder hielten sie und ihre Nebenleute das Schlusslicht im Spiel, teilweise führte TuRa sogar. Auch nach der Pause lag der Gast schnell wieder vorne (20:19, 34.). Doch Max Loer mit seinem einzigen Treffer – der STV hatte nicht einen Siebenmeter – und Dirk Hartmann drehten den Spieß zum 21:20 um.

TuRa-Keeper Schröder ein starker Rückhalt

Nach dem letztmaligen Ausgleich drückten die Soester mächtig aufs Tempo, rannten die Gäste müde. Vier Tore in Folge zum 27:22 ebneten den Weg zum Sieg, ließen die TuRaner doch nun die Köpfe hängen.

Nach dem 34:25 durch Axel Loer ließ die Spannung bei den Hausherren aber deutlich nach. Bergkamen bekam so Gelegenheit, Ergebniskosmetik zu betreiben.

„Das Ergebnis täuscht über den Spielverlauf hinweg. Es hätte deutlich höher ausfallen können, zumal unser Keeper noch stark gehalten hat. Für uns war der Knackpunkt, als wir binnen fünf Minuten vier Gegentore in Folge kassiert haben.“, sagte TuRa-Trainer Ingo Wagner nach der Partie.

TuRa: Schröder, Stork (n.e.) – Nowaczyk (9), Moog (3), Reininghaus (4), Rycharsky (1), Warias (3), Weßeling (6), Webers, Wiedemann (6/2), Kauer, Krohne, Weber, Statmann

Torfolge: 0:2 (4.), 4:2 (8.), 6:7 (12.), 9:10 (17.), 13:11 (22.), 16:14 (25.), 17:17 (27.), 19:18 (30.), 19:20 (34.), 22:21 (37.), 27:22 (43.), 30:23 (47.), 33:24 (50.), 34:25 (52.), 35:32 (60.)

Oberliga (Frauen): HC TuRa Bergkamen – TV Verl 30:28 (15:15). Mit einer überragenden kämpferischen Leistung hat der abstiegsbedrohte Aufsteiger HC TuRa gegen den Tabellenzweiten für eine große Überraschung gesorgt. Der Sieg war auch ein Geschenk für die verletzte Torhüterin Andrea Waschke zu ihrem 21. Geburtstag. Aus einem starken Team stach ihre Vertreterin zwischen den Pfosten, Helena Schäfer, hervor. Bemerkenswert war auch das Comeback von Linksaußen Anika Kneller.

Gegen den hohen Favoriten ging die TuRa-Sieben gleich mutig zur Sache. Die Chancenausbeute stimmte, die aggressive Deckungsarbeit auch. Romina Jackenkroll sorgte für den ersten größeren Vorsprung nach elf Minuten (8:5). Verl konterte und kam in Unterzahl selbst wieder zur Führung (12:10). Wenig später stand des 14:11 für die Gäste.

Der HC TuRa reagierte nicht geschockt. Mit Helena Schäfer kam noch mehr Sicherheit in die Abwehr und vorne war erstmals nach monatelanger Verletzungspause Anika Kneller erfolgreich. So blieb das Duell bis zur Pause auf Augenhöhe (15:15).

Der offene Schlagabtausch ging auch nach dem Seitenwechsel weiter. Kneller wurde auf Linksaußen immer stärker, auf der anderen Seite verwandelte Aileen Stecker fast jeden ihrer Würfe. Helena Schäfer parierte mehrere Tempogegenstöße des TV Verl. So ging es bis zur packenden Schlussphase. Romina Jackenkroll traf in der 52. Minute zum 27:25.

Der Tabellenzweite wehrte sich. Geukes schaffte per Siebenmeter zweimal den Ausgleich (28:28).

In den letzten drei Minuten traf aber nur noch der HC TuRa. Aileen Stecker traf zur 29:28-Führung, dann retteten im Gegenzug Schäfer und der Pfosten. Jackenkroll machte mit dem Tor zum 30:28 gut 50 Sekunden vor dem Ende alles klar; Verls Torhüterin war noch mit den Fingerspitzen am Ball.

Ein Schlüssel zum überraschenden Erfolg war die 50-minütige Manndeckung für Verls Torjägerin Jacobkersting. Diese Aufgabe löste Sandra Wagner ausgezeichnet und trug somit maßgeblich zum dritten Saisonsieg bei.

„Wir haben keine Schwächen gezeigt, waren von allen Positionen aus gefährlich. Natürlich hatten wir am Ende auch etwas Glück, aber das gehört dazu. Diesen Erfolg hat sich die Mannschaft im Training erarbeitet“, freute sich Trainer Ingo Wagner – und gönnte sich erst einmal das verdiente Siegerbier.

HC TuRa: Momberg (1.-23.), Schäfer (23.-60.) - Stecker (7), Jackenkroll (9), Wagner (4/2), Dunker (3), Thielmann (2), Kneller (4), Pawelz (1), Weddig, Mende-Kamps, Umbescheidt, Kuropka, Schwinger

Torfolge: 3:3, 8:5, 9:9, 10:11, 12:14, 15:15, 17:17, 19:19, 27:25, 28:28, 30:28 - awa

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