TuRa-Frauen schaffen Klassenerhalt, Männer rutschen ab

Sport Handball Oberliga Frauen HC TuRa Bergkamen - DJK Coesfeld, Jubel nach 1. Saisonsieg, Aileen Stecker (links) und die verletzte Anika Kneller herzen Torhüterin Steffi Momberg Foto: Wagner Dateiname: xr08d320

BERGKAMEN -  Ingo Wagner herzte jede seiner Spielerinnen, ballte die Faust und jubelte ausgelassen mit seinen Damen. Mit dem hochverdienten Heimsieg gegen den Drittliga-Absteiger hat der HC TuRa den Klassenerhalt in der Oberliga geschafft. Hingegen verloren die Oberliga-Männer in Menden-Lendringsen knapp.

Oberliga (Frauen): HC TuRa Bergkamen – HSG Menden-Lendringsen 27:24 (14:16).

„Gerade einmal vier Punkte hatten wir nach der Hinrunde, waren ein klarer Absteiger. Doch die Mannschaft hat immer an sich geglaubt“, freute sich der Coach.

Über 60 Minuten lang zeigte Bergkamen eine ganz starke Leistung. Vom schnellen 1:3-Rückstand erholte sich die Wagner-Sieben, glich zum 6:6 aus. Zur Pause betrug der Vorsprung für Menden-Lendringsen, mit den Ex-TuRanerinnen Gerbe und Stratmann, gerade einmal zwei Tore.

Nach dem Wiederanpfiff erwischten die Gastgeberinnen einen Auftakt nach Maß. Laura Thielmann (2), Silja Mende-Kamps und Melissa Krogull drehten die Partie innerhalb von nur fünf Minuten – 18:16 (35.). Menden gelang erst einmal gar nichts mehr. Erst nach einer Auszeit kam der bisherige Tabellenzweite wieder in die Spur zurück, erarbeitete sich gegen die konzentrierte TuRa-Deckung klare Chancen. Aber da hatten die Wagner-Schützlinge in Torhüterin Andrea Waschke einen überragenden Rückhalt. Gleich mehrfach verhinderte sie beim Stand von 22:21 und 24:23 den Ausgleich und zog dem Top-Team aus dem Sauerland so den Zahn.

Svenja Dunker behielt die Nerven und schoss ihre Farben wieder mit zwei Treffern in Führung (25:23). Da waren nur noch fünf Minuten auf der Uhr. Romina Jackenkroll verschoss zwar einen Siebenmeter, im Gegenzug war aber erneut Waschke zur Stelle. Pischel und Krogull machten dann alles klar. Danach verwandelten sich die TuRa-Frauen in eine einzige Jubeltraube.

„Wir haben vieles richtig gemacht. Laura Thielmann hat in der Mitte ein tolles Spiel gezeigt. Riesenkompliment an die Mannschaft und an das Publikum. Dass wir den Klassenerhalt geschafft haben, lag auch an den Neuzugängen.“, jubelte Ingo Wagner. Die „Nichtabstiegs-Party“ ging bis in die Morgenstunden.

TuRa: Waschke, Schäfer - Holz, Kneller (3), Stecker (2), Wagner (2/2), Mende-Kamps (2), Dunker (3), Jackenkroll (5), Thielmann (4), Krogull (5), Pawelz, Weddig, Pischel (1/1)

Torfolge: 1:3, 6:6, 8:10, 12:13, 14:16 – 18:16, 19:17, 21:19, 22:21, 25:23, 27:24

Oberliga (Westfalen): HSG Menden-Lendringsen – HC TuRa Bergkamen 33:32 (15:20). Durch eine knappe 32:33-Niederlage bei der HSG Menden-Lendringsen ist der HC TuRa Bergkamen wieder auf einen direkten Abstiegsplatz abgerutscht.

Durch den 30:28-Heimsieg der HSG Augustdorf/Hövelhof gegen den TuS Bielefeld/Jöllenbeck stehen die Augustdorfer jetzt auf dem drittletzten Platz in der Oberliga, der eventuell noch zum Klassenerhalt reichen könnte. Bei den Bergkamenern waren die Mienen nach Abpfiff wie versteinert, so groß war die Enttäuschung ob der gerade erfahrenen Pleite in Menden. Im ersten Durchgang deutete noch vieles auf den so dringend benötigten Auswärtssieg hin.

Die TuRaner spielten zu diesem Zeitpunkt sehr energisch in der Abwehr, ließen den zweikampfstarken Rückraum der Mendener nicht recht zur Entfaltung kommen. Im eigenen Angriff war es zunächst vor allem Tobias Weßeling, der mit seinen einfachen Rückraumtoren seine Truppe in Front brachte. Insgesamt machten die Bergkamener Gäste auch ohne Trainer Ingo Wagner, der bei den parallel spielenden Damen in der heimischen Friedrichsberghalle weilte, einen sehr engagierten Eindruck. Nach der verdienten 20:15-Führung zur Pause rechneten die TuRaner Mannschaftsverantwortlichen schon damit, dass sich Mendens Trainer Micky Reiners für den zweiten Durchgang etwas würde einfallen lassen. So kam es dann auch: In der zweiten Halbzeit wurde die komplette linke Angriffsseite des HC TuRa offensiv gedeckt.

Tobias Weßeling und Thomas Rycharski wurden in Manndeckung genommen und auch Damian Nowaczyk wurde bereits sehr hoch angegangen. Diese Maßnahme brachte aus Mendener Sicht schnell den gewünschten Erfolg. Menden-Lendringsen lief daraufhin einige schnelle Gegenstöße und drehte allmählich die Partie. Das entscheidende 33:32 fiel dann nach einer streitbaren Situation; denn bevor Mendens Rechtsaußen den Treffer markierte, sahen vor allem die TuRaner den Ball zuvor im Aus. Der letzte Angriff der Gäste brachte dann nichts mehr ein. „Ich denke, wir hätten ein Unenschieden durchaus verdient gehabt. Wir brauchen jetzt gar nicht mehr auf die anderen schauen, sondern müssen erst unsere eigenen Hausaufgaben im letzten Spiel erledigen“, meinte Thomas Rycharski, der gemeinsam mit Lars Stratmann und Carsten Schröder das Coaching übernahm.

HC TuRa: Stork (1.-60.), Schröder (bei zwei 7m) – Stratmann (n.e.), Moog (n.e.), Webers (n.e.), Kauer, Nowaczyk (6/2), Weßeling (11), Rycharski (2), Warias (4), Wiedemann (2), Krohne (5), Fröhling (2), Reininghaus

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare