Oberliga-Teams des HC TuRa siegen weiter

Romina Jackenkroll herzt Siegtorschützin Anika Kneller (vorne).  - Foto: Wagner

BERGKAMEN - TuRas Doppeltrainer Ingo Wagner eilt mit seinen beiden Teams weiter von Erfolg zu Erfolg. Er legte nun das zweite Wochenende in Folge mit zwei Siegen hin. Die Oberliga-Männer siegten mit 32:25 im Kellerduell in Augustdorf/Hövelhof, die Frauen daheim in einem Krimi.

Oberliga (Frauen): HC TuRa – TV Schwitten 29:28 (9:16). Eigentlich wollte sie noch ein paar Stunden länger in Hamburg bleiben. Doch Anika Kneller entschloss sich zur vorzeitigen Heimfahrt, stand daher ihrem HC TuRa im Oberliga-Spiel gegen den TV Schwitten doch zur Verfügung und erzielte Sekunden vor dem Abpfiff das Siegtor zum 29:28.

Es war die einzige Führung für die Gastgeberinnen in einer dramatischen Begegnung, in der viele Zuschauer den Aufsteiger, der nun seinen dritten Sieg in Serie feiert, schon früh abgeschrieben hatten.

Phyllis Holz und Luisa Pischel neu im Team

Denn zur Pause betrug der Rückstand bereits sieben Tore (9:16). In der Offensive wirkte der HC TuRa, der mit Phyllis Holz und Luisa Pischel (vom Gegner TV Schwitten) zwei Neuzugänge präsentierte, sehr nervös und leistete sich viele leichte Fehler. Die Deckung stand nicht sicher, die Torhüterinnen Schäfer und Momberg bekamen selten den Ball an die Hand.

Wie ausgewechselt kamen die TuRanerinnen aus der Kabine, klatschten sich noch einmal ab und legten dann mächtig los. Mit viel Tempo rannten die Schützlinge von Ingo Wagner an und gingen hohes Risiko.

Nach dem Treffer von Kreisläuferin Sandra Wagner zum 16:20 hatte der HC TuRa wieder den Kontakt zum Gegner hergestellt. Zehn Minuten später traf Anika Kneller zum 23:25. Doch immer wenn Bergkamen traf, unterliefen den Spielerinnen im Anschluss vermeidbare Fehler. Zwischenzeitlich hatte Schwitten vier Tore zwischen sich und dem HC TuRa gelegt (24:28).

In den verbleibenden fünf Minuten spielte aber nur noch die Wagner-Sieben. Und wie. Kneller und Mende-Kamps brachten ihr Team wieder heran. 125 Sekunden vor dem Ende schaffte Geburtstagskind Laura Thielmann das Anschlusstor, Romina Jackenkroll per Tempo-Gegenstoß sogar den Ausgleich. 67 Sekunden standen nun noch auf der Uhr.

Der TV Schwitten scheiterte mit seinem letzten Angriff, so dass die Gastgeberinnen noch einmal in Ballbesitz kamen. Fünf Sekunden vor dem Ende war Anika Kneller auf Linksaußen frei und ließ sich diese Chance nicht nehmen. Der dritte Sieg in Folge für den Oberliga-Aufsteiger war perfekt.

„Solche Spiele gehen an meine Nerven. Die kämpferische Einstellung war überragend. Die Mannschaft hat sich nie aufgegeben, man darf sie nie abschreiben“, jubelte Trainer Ingo Wagner: „Der Erfolg war wichtig, denn auch die Konkurrenz hat gepunktet.“

HC TuRa: Momberg (1.-18.und 31.-50.), Schäfer (18.-30. und 50.-60.) – Pischel, Holz, Kneller (6), Stecker (3), Pawelz (2), Wagner (4/1), Jackenkroll (6/2), Dunker (2), Umbescheidt, Thielmann (2), Mende-Kamps (2), Weddig (2)

Torfolge: 1:3, 5:7, 8:11, 9:16, 14:19, 19:25, 23:25, 25:28, 29:28 - awa

Oberliga (Westfalen), Männer: HSG Augustdorf/Hövelhof – HC TuRa Bergkamen 25:32 (14:19). Spätestens nach diesem verdienten 32:25-Auswärtssieg – es war der zweite Erfolg in Serie – hat sich der HC TuRa Bergkamen im Abstiegskampf in der Oberliga zurückgemeldet.

Die Bergkamener waren von Beginn an konzentriert bei der Sache und fanden erfolgreich ins Spiel hinein. Augustdorfs Keeper Ronny Krüger, der den TuRanern in der Vergangenheit schon den ein oder anderen Zahn gezogen hatte, wurden diesmal keine großen Möglichkeiten gegeben, sich auszuzeichnen.

Der Rückraum, allen voran mit Mats Wiedemann und Thomas Rycharski, schloss präzise ab und über den Kreis war es immer wieder Florian Warias, der wichtige Tore für seine Farben erzielte.

Bis zur Pause setzte sich diese gute Offensivleistung fort, die Mischung aus Tempospiel nach vorne und geduldigen Angriffen im aufgebauten Spiel passte bei den Bergkamenern einfach.

Nach dem Seitenwechsel setzten die Gäste dann besonders hinten die Akzente. Keeper Carsten Schröder wurde zum großen Rückhalt seiner Mannschaft, er verlieh seinen Vorderleuten viel Sicherheit. In der Bewegung nach vorne schlichen sich jetzt zwar auch einige Ungenauigkeiten ein, was der HC TuRa aber durch sehr viel Laufbereitschaft und Einsatzwillen wett machte. Eine kritische Phase hatten die Gäste zu überstehen, als sie nach einer Zeitstrafe in Unterzahl spielten und Rycharski und Weßeling in Manndeckung genommen wurden.

Augustdorf kam in dieser Zeit noch einmal auf 22:24 heran. Doch als die Bergkamener wieder komplett waren, beantworteten sie die Frage nach dem Sieger dieser Partie eindrucksvoll mit einer tollen Schlussphase. Die Erleichterung war bei TuRa-Trainer Ingo Wagner natürlich groß: „Wir haben genau das umgesetzt, was wir uns im Training erarbeitet hatten. So muss man im Abstiegskampf spielen! Unser Kampfgeist und unsere Aggressivität stimmten heute von der ersten Minute an.“

Wagner freut sich über die Tatsache, dass die letzten beiden Ergebnisse seiner Truppe auch vom Rest der Oberliga registriert wurden: „Vor Weihnachten waren wir schon abgeschrieben. Jetzt wissen alle anderen Mannschaften: TuRa lebt noch!“

Am nächsten Freitag geht es für den aufholenden Tabellenletzten daheim in der Friedrichsberghalle ab 20 Uhr gegen LIT Handball NSM weiter, das ebenfalls im Abstiegskampf steckt.

HC TuRa: Schröder (1.-60.), Stork (bei drei 7m) – Nowaczyk (2/1), Weßeling (5), Wiedemann (7), Rycharski (8), Reininghaus (1), Warias (9), Moog, Kauer, Krohne, Fröhling - myr

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