TVW-Männer müssen Kamener Überlegenheit anerkennen

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Fabian Brocke wird hart bedrängt, versucht das Anspiel auf Tim Nadrowski – mit den ungewohnten Harzbällen gar nicht so einfach.

Werne - Mit 28:15 gewann Spitzenreiter VfL Kamen in der Kreisliga Hellweg gegen Verfolger TV Werne. „Wir hatten nicht den Hauch einer Chance, das war eine Demonstration“, meint Gästetrainer Ingo Nagel nach der dritten Saisonniederlage für sein Team. Die Frauen des TV Werne hatten da weniger Probleme.

Kreisliga Hellweg: VfL Kamen – TV Werne 28:15 (14:7). Diese Niederlage hat im Kampf um die mindestens zwei weiteren Aufstiegsplätze keine negativen Auswirkungen für die TVW-Männer. Tabellenführer VfL zeigte aber einmal mehr, dass er in dieser Spielzeit in einer eigenen Liga unterwegs ist. Nur ein Ausrutscher in Ahlen trübt die ansonsten makellose Bilanz.

„Wir waren von Anfang an nicht in der Spur“, sagt Ingo Nagel. Der Tabellenzweite lag am Koppelteich nach vier Minuten bereits mit 0:3 zurück. Immerhin fanden die Werner nach 16 Minuten mit dem Tor zum 6:5 noch einmal den Anschluss, doch binnen fünf Minuten machten die Kamener daraus eine 11:5-Führung.

Ingo Nagel: „Man hat da schon durchgängig gemerkt, dass wir nur schwer zum Abschluss kommen.“ Beim Spiel gegen die aggressive und sichere VfL-Abwehr summierten sich bei den Gästen die technischen Fehler; entsprechend fehlte die Sicherheit im Passspiel. Ingo Nagel: „In Kamen darf noch geharzt werden – und wie. Wir haben bestimmt 20 Bälle weggeworfen, selbst auf kurzen Passwegen.“ Klar, dass die Kamener – an die Klebebälle gewöhnt – jeden Fehler der Werner gnadenlos ausgenutzt haben.

Die sieben Tore Unterschied zur Pause hatten dann noch bis zur 43. Minute Bestand (19:12). „Bis dahin war’s zumindest noch ausgeglichen“, meinte Nagel, doch dann nahm die zweite Halbzeit einen ähnlichen Verlauf wie die erste: Vier Kamener Tore in Folge sorgten für ganz klare Verhältnisse.

„Wir sind geerdet worden. Das müssen wir jetzt ein paar Tage verdauen, dann bereiten wir uns auf das nächste Spiel vor“, sagt der Werner Trainer. Gegner nach der Karnevalspause ist am 13. Februar (19 Uhr, Ballspielhalle) der Lüner SV II, neben dem VfL Kamen das einzige Team, gegen das der TV Werne in dieser Spielzeit verloren hat. Da sind zwei Punkte wieder Pflicht.

TV Werne: Wulfert – Bade, Berg, Brocke (4), Gröblinghoff (2), Gründken (1), Havers (1), Jäger (1), Leidecker (1), Müller, Nadrowski (2), Thiemann, Wierling (3)

Bezirksliga (Frauen): TV Werne – SC Huckarde-Rahm 26:17 (16:8).  Im kurzfristig – anlässlich der aktuellen Ereignisse bei der Handball-Europameisterschaft in Polen – auf gestern Mittag verlegten Spiel gaben sich die Frauen des TV Werne keine Blöße und gewannen gegen den Tabellenfünften deutlich.

Die Gäste führten nur ein einziges Mal – und das beim 1:0 ganz zu Beginn. Danach zogen die TVW-Frauen, angeführt von einer bärenstarken Ellena Weißgerber, zunächst auf 5:1 davon (11.) und bauten diese eindeutige Führung immer weiter aus. 10:3 lagen sie zwischenzeitlich vorn (19.). „Wir haben die erste und zweite Welle immer wieder gut durchgezogen“, lobte Trainer Hans-Joachim Nickolay. Die Gäste aus Dortmund verzweifelten immer wieder am guten Deckungsverbund der Werner Frauen, der sich gut verschob und energisch anpackte. Nur acht Gegentore in einer Halbzeit sprechen eine deutliche Sprache.

In der zweiten Hälfte setzte sich das druckvolle Spiel der Gastgeberinnen zunächst fort. Doch beim Stand von 20:12 in der 42. Minute folgte der einzige Durchhänger auf Seiten des TVW. Acht Minuten blieben sie ohne Tor, waren teilweise zu unkonzentriert und überhastet. Die Pässe fanden keinen Abnehmer. Gleichzeitig zeigte auch die Gäste-Keeperin einige starke Paraden oder der Pfosten stand im Weg.

Doch die Gäste konnten aus dieser Werner Schwächephase keinen Nutzen ziehen, weil sie selbst zu unkonzentriert abschlossen, unglücklich Pfosten oder Latte trafen oder weil Torfrau Kim Leder ihre Finger mit im Spiel hatte. So kamen sie nie näher als auf sechs Tore (20:14) heran, ehe Stefanie Goletz mit einem Kracher aus der Distanz den Dosenöffner für ihr Team parat hatte (21:14/49.). Obwohl kurzzeitig in Unterzahl – Ellena Weißgerber musste für zwei Minuten auf die Bank – gelangen den Werner Frauen vier Tore in Serie, so dass sie zwischenzeitlich mit zehn Toren vorne lagen. An dem Abstand änderte sich bis zur Schlusssirene nichts gravierendes mehr. „Wir haben heute super gespielt“, war auch Nickolay voll des Lobes für seine Frauen.

TV Werne: Leder – Dröge (3), Goletz (3), A. Majchrzak (1), Rosigkeit (2), Schulz (2), Skaletz, Weißgerber (13/5), Wolf (1), Stengl (2)

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