HC TuRa und SuS: Verbandsliga-Spitze ist greifbar

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Tolle Kulisse vor 700 Zuschauern am Friedrichsberg: Der HC TuRa – hier mit Alexamder Bicker im Angriff – setzte sich im Bergkamener Derby gegen den Lokalrivalen SuS Oberaden mit 31:23 durch.

BERGKAMEN -  Die Zahlen lügen nicht: Beim reinen Blick auf die Tabellen bleibt im Jahre 2014 die Erkenntnis, dass der Kreis Unna im Jahr 2014 eine neue Nummer eins im Handball bekommen hat. Der SuS Oberaden beendete das Kalenderjahr 2014 auf dem dritten Platz in der Verbandsliga und ist damit erstmals seit vielen Jahren zur Jahresfrist höher positioniert als der Stadtnachbar HC TuRa Bergkamen, der knapp hinter den Oberadenern steht. Beide Teams blicken auf ein Jahr mit Höhen und Tiefen zurück.

HC TuRa Bergkamen: Als wichtigstes Ereignis, wenngleich im negativen Sinne, ist beim HC TuRa abgelaufenenJahr der Abstieg aus der Oberliga zu nennen. 15 Punkte aus 26 Spielen reichten am Ende der letzten Spielzeit nicht aus, um das Ticket für ein weiteres Jahr in Westfalens Handball-Oberhaus zu lösen.

Die Bergkamener beendeten die Saison 2013/14 auf dem letzten Tabellenplatz, der den Abstieg in die Verbandsliga zur Folge hatte.

Besonders kurios war die Tatsache, dass TuRa mit Damian Nowaczyk den Torschützenkönig und mit Tobias Weßeling den besten Feldtorschützen in der Oberliga stellte. Auch die mehr als 330 Tore der beiden reichten am Ende nicht. Was folgte, waren eine Neuausrichtung und tiefgreifende Veränderungen beim HC TuRa. Auf Ingo Wagner folgte Thomas Rycharski als neuer Spielertrainer, auf fünf der sieben Positionen wurden personelle Änderungen vorgenommen.

Es wurde eine Mischung aus jungen und erfahrenen Akteuren an den Friedrichsberg gelockt, dessen Kennenlernphase zunächst einige Wochen in Anspruch nahm. Auch für Thomas Rycharski war die Vorbereitung auf die neue Spielzeit komplettes Neuland: „Das war für mich das erste Mal, dass ich direkt in der Verantwortung stand und mich um die Planung zu 100 Prozent kümmern musste. Die ganze Vorbereitung zu planen und Schwerpunkte zu setzen, das will gelernt sein“, gestand „Tomek“ Rycharski ein: „Vielleicht hätte ich die ein oder andere Sache anders machen können. Wir hätten zum Beispiel mehr spielerisch machen können“, freute sich aber insbesondere über die vielen positiven Charaktere in seiner Truppe.

Das erste richtige Erfolgserlebnis war im September der ebenso klare wie verdiente Sieg im Stadtderby gegen den SuS Oberaden (31:23), in der die Vorherrschaft zunächst geregelt wurde.

In den Folgewochen gaben die TuRaner drei Spiele ab (Siegen, Dortmund, Westerholt), ehe sie im Spätherbst zu einer tollen Serie ausholten, die bis heute bestand hat: Die letzten fünf Spiele wurden nicht mehr verloren, der HC TuRa wechselt auf Rang vier stehend das Jahr. In 2015 geht es mit dem Heimspiel gegen den Tabellenvorletzten Borussia Höchsten weiter, für das Rycharski den nächsten Sieg anpeilt. Saisonziel bleibt das Erreichen des vierten Tabellenplatzes: „Wenn es mehr wird, umso schöner für uns. Wenn wir am Ende nur Fünfter oder Sechster werden sollten, ist es auch nicht so schlimm. Wir wollen unsere Entwicklung fortsetzen, das ist erst einmal das Wichtigste.“

SuS Oberaden: Der SuS lief als Tabellendritter der Verbandsliga zum Jahresschluss ein und bestätigt damit bislang das gute Abschneiden der Vorsaison, als er diesen dritten Platz in der Aufstiegssaison erreichte.

„Das ist schon eine großartige Sache gewesen. Wenn ich das vorher angeboten bekommen hätte, hätte ich dieses Resultat dankend angenommen“, erinnert sich Oberadens Trainer Ralf Weinberger an eine tolle Aufstiegssaison 2013/2014, in der sich die „Cobras“ nur dem Meister HSE Hamm und dem Mitaufsteiger HSC Haltern-Sythen geschlagen geben mussten.

Da Oberaden alle direkten Vergleiche gegen diese beiden Teams verlor, war Traineroldie Weinberger mit dem dritten Rang zufrieden. Zur neuen Spielzeit wurden viele Hebel in Bewegung gesetzt, um die Mannschaft in der Breite besser aufzustellen und auf kurzfristige Ausfälle besser reagieren zu können.

Pascal Stennei, Pascal Wix und Alexander Neese wurden geholt und machten den SuS-Verantwortlichen in der Vorbereitungsphase im Sommer Mut. In der Tat stellte sich der gewünschte Effekt ein, die Grün-Weißen spielten fortan variabler in Angriff und Abwehr und hatten in der Anfangsphase der Saison das nötige Glück auf ihrer Seite. Bis heute haben die „Cobras“ fünf ihrer elf Saisonspiele mit nur einem Tor Unterschied gewonnen. Den einzigen derben Negativ-Ausreißer bildete ausgerechnet das Ortsderby beim HC TuRa Bergkamen, in dem Oberaden einen völlig missratenen Auftritt hinlegte und sich die erste Saisoniederlage einhandelte.

Was folgte, waren tolle Siege gegen die Meisterschaftsfavoriten OSC Dortmund und RSVE Siegen, die der Truppe vom Römerberg kurzzeitig den ersten Tabellenplatz einbrachten.

Zurückgeworfen wurde der SuS insbesondere durch eine Verletzungsmisere. Kurz nacheinander rissen sich Mats-Yannick Roth und Pascal Wix das vordere Kreuzband im linken Knie und fallen wohl für den Rest der Saison aus. Weitere Spieler wie Sebastian Pohl, Pascal Stennei und Christopher Schumacher plagten sich ebenfalls mit kleineren Verletzungen herum, sodass sowohl Trainings- als auch Spielbetrieb in Mitleidenschaft gezogen wurden. Umso verhaltener sind die Erwartungen geworden, die Trainer Ralf Weinberger an seine Mannschaft stellt: „Natürlich werden wir auf keinen Fall etwas abschenken. Das Ziel bleibt, so lange wie möglich oben dran zu bleiben. In erster Linie bin ich aber froh, dass wir schon so viele Punkte gesammelt haben und erst einmal nicht nach unten gucken müssen. In dieser Liga kann wirklich jeder jeden schlagen. Wenn alle fit geblieben wären, wäre vielleicht noch mehr drin gewesen diese Saison. Es wird ganz schwierig werden, das Niveau der Hinrunde zu halten.“ Mit einem Saisonabschluss auf dem jetzigen dritten Tabellenplatz wäre Weinberger daher vollkommen einverstanden. - myr

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