Laufkolumne von Anne-Kathrin Mertens

Hammer Wetter bei Hammer Serie

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Anne Kaffekanne MErtens (2.v.l.) und ihrer Herberner Mitstreiter.

Wow, Sonne und wir beim Halbmarathon Hamm! Wir sind da eigentlich Schnee und Wind gewöhnt. Aber so ist es natürlich feiner – Organisator Dieter hatte anscheinend mehr als einmal seinen Teller leer gegessen.

In Hamm ist es immer ein bisschen Heimspiel, denn jedes Jahr sieht man da die selben Nasen und es ist immer ein großes Hallo im Startbereich. Zum Beispiel die wild gewordene Eva war da. Und es passte, so dass wir erst einmal schön zusammen liefen und natürlich schnabbeln konnten. 

Wir sind ungefähr beide gleich laut. Unsere Mitläufer taten mir etwas leid. Eva suchte ihre bessere Hälfte. Oder besser: Ihre schnellere! Das kann sie nicht so gut haben– vor allem deshalb nicht, weil sie fleißig trainiert und er schneller wird. 

Ich spielte den Seelentröster und meinte nur: „Ach, für einen Mann ist der immer noch langsam...“ Mit dem Spruch zauberte ich ihr ein Grinsen ins Gesicht und ich konnte ohne schlechtes Gewissen abdüsen. Denn ich sah weiter vorne Michael, den ich letzte Woche in den Baumbergen kennengelernt und da auch immer vor mir hatte.

 Vorne hat der ein bissken Bauch. Wie sympathisch – da konnte ich jetzt endlich mal einen Spruch zurück geben, den ich auch schon oft ertragen musste: „Für deine Figur läufst du echt schnell.“ Fies oder? Wir quatschten bis Kilometer zwölf, dann hatte ich ein tiefes Tief und das schlimmste: keine Musik, die mich aufbaute.

 Aber Michaels schöner Rücken sowie Markus’ Spruch: „Ach, Anne. Schön locker weiter. Ich bin ganz gerne hinter dir her gelaufen, bleib man bei dem Tempo...“ Das baute mich wieder auf. Nach einer kleinen Sammlung ging es dann wieder und ich wollte auch an Michael dran bleiben. 

Endlich hatten wir das endlose olle Stück am Kanal hinter uns gelassen und es kam an der Brücke der Getränkestand. Herrlich, muss ich wenigstens die Brücke nicht hoch. Schön Tee und Wasser beim Gehen trinken, kurz mit den Leuten sabbeln und weiter. Michael, so gar nicht Gentleman, ist ohne mich weiter. Hab den aber wieder eingeholt, die Kraft des Hammer Zitronentees hat er unterschätzt. 

So konnten wir gemeinsam jammernd die ätzende Extraschleife kurz vor Kilometer 18 hinter uns lassen und waren dann endlich auf der Zielgeraden. Der Schrei von Eva kurz nach mir (Bestzeit macht glücklich!) hat mich etwas erschreckt, aber – na gut – das musste wohl raus. 

Ich lief noch eine Runde aus, denn ich wollte die beste Arzthelferin aus Werne noch ein Stück abholen. Und ich musste sie nicht lange suchen, ich konnte sie direkt hören. Tja, sie war schlau: Da ja Ohrstöpselverbot auf der Strecke war und sie aber auch so gerne mit Musik läuft, hat sie einfach ihre Handymusik so laut gemacht, dass die Läufer um sie herum auch was davon hatten, ob sie nun wollten oder nicht.

 Ganz schön schlau. Wenn wir das bald alle machen, wird das eine witzige Musikmischung unterwegs. Vielleicht laufen dann nachher welche mit Ohrstöpsel gegen den Krach... Wie immer ein toller Tag in Hamm.

Die Autorin 

Die gebürtige Wernerin Anne-Kathrin Mertens (38) schreibt an dieser Stelle in loser Folge über ihre Trainings- und Lauferlebnisse. Die dreifache Mutter von Frida, Fiete und Oskar wohnt mit Ehemann David in Capelle und läuft für den SV Herbern.

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